Rente mit 67 im Handwerk? Eine DGB-Auswertung zeigt, warum viele SHK- und Bauhandwerker vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden.
Während die Politik über eine längere Lebensarbeitszeit diskutiert, glauben viele Beschäftigte schon jetzt, nicht bis 67 arbeiten zu können: Laut aktuellen Daten des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) können sich 40 Prozent der Beschäftigten nicht vorstellen, unter den aktuellen Bedingungen bis zum Rentenalter durchzuhalten.
Davon ist auch das Handwerk betroffen. In der Berufsgruppe Klempnerei/Sanitär/Heizung erwarten laut DGB 72 Prozent der Befragten, ihren Beruf nicht bis zum Rentenalter ausüben zu können. Damit liegt das SHK-Handwerk an der Spitze. In den Hochbauberufen sind es mit 66 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich viele.
Ausschlaggebend seien die Arbeitsbedingungen, heißt es in der Auswertung des DGB-Index „Gute Arbeit – Durchhalten bis zur Rente?“. Je höher die Belastungen, desto pessimistischer wird die zukünftige Arbeitsfähigkeit eingeschätzt. Als besonders problematisch wurden genannt:
Interessant ist auch ein Blick auf die Altersgruppen. Denn bei den Jüngeren unter 25 Jahren können sich nur 46 Prozent das Arbeiten bis zur Rente unter den aktuellen Bedingungen vorstellen. Bei den über 55-Jährigen sind es hingegen 58 Prozent. Allerdings: Die optimistischeren Bewertungen der Älteren könnten auch schlicht damit zusammenhängen, dass es bis zur Rente nicht mehr so lange dauert.
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi nannte die Zahlen einen „bitteren Befund“. „Das Ziel muss sein, die Menschen gesund bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter in Erwerbsarbeit zu halten“, betonte sie.
Für Arbeitgeber bedeuten die Zahlen im Umkehrschluss, dass sich gute Arbeitsbedingungen zumindest auf die Selbsteinschätzung der Beschäftigten auswirken. Weniger Lärm, keine überlangen Arbeitszeiten und Hilfsmittel für körperlich schwere Arbeiten können Hilfsmittel sein.
Zudem wirken auch andere Maßnahmen: So waren Beschäftigte, deren Arbeitgeber Autonomie bei der Arbeit ermöglichen, deutlich zuversichtlicher, bis 67 arbeiten zu können (65 Prozent). Bei Tätigkeiten, die vollständig fremdbestimmt sind, geben das nur 36 Prozent an.
Auch gesundheitliche Fürsorge zahlt sich aus. Sorgt der Arbeitgeber für betriebliche Gesundheitsförderung, die die Beschäftigten in sehr hohem Maß als ausreichend empfinden, können sich 69 Prozent vorstellen, bis zur Rente zu arbeiten. Je negativer solche Maßnahmen bewertet werden, desto geringer fällt dieser Anteil aus. Gibt es gar keine Gesundheitsförderung, glauben nur noch 46 Prozent, ihre Tätigkeit bis zum Rentenalter ausüben zu können.
Im DGB-Index Gute Arbeit wird nach der Arbeitsfähigkeit bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter gefragt. Dabei sollen die Befragten ihren Gesundheitszustand und die Anforderungen ihrer aktuellen Arbeitssituation berücksichtigen. Für die aktuelle repräsentative Auswertung wertete der DGB Daten aus den Jahren 2022 bis 2026 aus. Insgesamt wurden 27.989 Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt.

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