Logo handwerk.com
Logo handwerk.com
MediadatenÜber handwerk.com Unser TeamNewsletterKontakt
Logo
ImpressumDatenschutzAGB
FAQ des Bundesfinanzministeriums

Aktivrente und Steuern: Was müssen Arbeitgeber beachten?

Bei der steuerfreien Aktivrente gelten einige Besonderheiten. Ein FAQ des Bundesfinanzministeriums dazu zeigt: Auch bisher Selbstständige können profitieren.

2 Min.23.03.2026, 12:37 Uhr
Von
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking
Für Selbstständige gibt es keine Aktivrente. Doch wer im Rentenalter in eine angestellte Beschäftigung wechselt, kann die 2.000 Euro steuerfrei hinzu verdienen.
Für Selbstständige gibt es keine Aktivrente. Doch wer im Rentenalter in eine angestellte Beschäftigung wechselt, kann die 2.000 Euro steuerfrei hinzu verdienen. deagreez - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Aktivrente und Steuern: Was müssen Arbeitgeber beachten?. In: /steuern-und-finanzen/aktivrente-und-steuern-was-muessen-arbeitgeber-beachten, 23.03.2026, /steuern-und-finanzen/aktivrente-und-steuern-was-muessen-arbeitgeber-beachten (abgerufen am: 04.11.2026)

Infos zum Zitiervorschlag

Hinweis: Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie handwerk.com als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Fügen Sie handwerk.com hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Anzeige

Relevante Themen

SteuerrechtVersicherungen
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking

Freier Autor für Betriebsführung, Recht und Steuern & Finanzen

Seit Anfang 2026 dürfen Handwerksbetriebe Mitarbeitende im gesetzlichen Rentenalter für bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei beschäftigen. Das hat Folgen – von der Behandlung von Sonderzahlungen bis zur Lohnsteuerbescheinigung.

Was Arbeitgeber dabei beachten müssen, zeigt ein Katalog mit Fragen und Antworten des Bundesfinanzministeriums (BMF). Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:

Können Selbstständige in die Aktivrente wechseln? 

Ja. Zwar gilt die Aktivrente nicht für Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit, doch entscheidend ist laut BMF die aktuell ausgeübte Tätigkeit. Wer die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht hat, kann in eine sozialversicherungspflichtige, nichtselbstständige Beschäftigung wechseln und die Aktivrente nutzen.

Auch geschäftsführende Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft könnten die Aktivrente beanspruchen, wenn der Arbeitgeber für sie zwingend Rentenversicherungsbeiträge abführen muss.

Ist eine Kombination aus Selbstständigkeit und mit sozialversicherungspflichtigem Job mit Aktivrente möglich? Das BMF-FAQ beantwortet diese Frage nicht direkt, lässt aber Interpretationsspielraum.

Tipp: Planen Sie als Selbstständiger im Rentenalter einen sozialversicherungspflichtigen Job, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Steuerberater. Je nach bisheriger Tätigkeit und Rolle im Unternehmen gibt es viele Aspekte zu klären.

Was gilt für Sonderzahlungen? 

Aktivrentner können Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld und Boni steuerfrei erhalten – allerdings nur, wenn diese zusammen mit dem Gehalt den monatlichen Freibetrag von 2.000 Euro nicht überschreiten.

Können nicht genutzte Freibeträge übertragen werden? 

Nein. Nicht ausgeschöpfte Beträge lassen sich weder vor- noch zurücktragen, so das BMF.

Welche Auswirkungen hat die Aktivrente auf die Lohnsteuerberechnung? 

Lohnsteuer wird nur auf den Teil des Arbeitslohns erhoben, der den Höchstbetrag von 2.000 Euro im Monat übersteigt. Der Arbeitslohn muss jedoch in jedem Fall von der Lohnbuchhaltung erfasst werden, da er nicht sozialversicherungsfrei ist.

Gilt die Aktivrente für Minijobs? 

Nein. Die Aktivrente greift nur bei regulär sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Für Minijobs zahlen Arbeitgeber pauschale Sozialversicherungsbeiträge, weshalb sie nicht unter die Regelung fallen.

Was gilt für Mitarbeitende mit mehreren Jobs? 

Der Steuervorteil der Aktivrente gilt nur für ein Arbeitsverhältnis. Hat ein Mitarbeitender mehrere Jobs und damit Steuerklasse VI, muss er dem Arbeitgeber bestätigen, dass er die Steuerbefreiung nicht in einem anderen Dienstverhältnis nutzt. Diese Erklärung, etwa per E-Mail, gehört ins Lohnkonto.

Aktivrente: Was müssen Arbeitgeber bei der Lohnsteuerbescheinigung beachten? 

Das BMF hat ein neues Datenfeld für die elektronische Lohnsteuerbescheinigung angekündigt, das jedoch noch nicht verfügbar ist.

Für 2026 müssen Arbeitgeber die Aktivrente deshalb in einer frei belegbaren Zeile mit der genauen Bezeichnung „SteuerfreibetragAktivrente“ eintragen – ohne Leerzeichen. Nur die exakte Schreibweise gewährleiste die maschinelle Verarbeitung.

Tipp: Sie wollen beim Thema Steuern nichts verpassen? Nutzen Sie den kostenlosen Newsletter von handwerk.com. Jetzt hier anmelden!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Empfohlene Artikel

Auf einem Dokument mit dem Namen "Erbschaftssteuererklärung" liegt ein 100 Euro Schein, ein Kugelschreiber und zwei Münzen.
Direktversicherung

Wann zahlen Hinterbliebene doppelt Steuern?

Nicht verheiratete Paare sind im Todesfall im Nachteil: Auf das Geld von der Direktversicherung fallen Einkommen- und Erbschaftsteuer an.

Steuererklärung
Prokuristin Inga Köllner und Debitorenbuchhalterin Jessica Kleber (vorne im Bild) im Büro von Herden & Köllner Haustechnik in Hannover
Empfangspflicht kommt ab 2027

„Zum Glück gibt es die E-Rechnung“

Mit der E-Rechnung hat Inga Köllner bislang gute Erfahrungen gemacht. Hier sagt sie, welche Vorteile sie im Betriebsalltag spürt und wie sie sich auf die Ausstellungspflicht vorbereitet.

Digitalisierung
Ein Team feiert bei der Arbeit: Durch die Luft fliegt Konfetti und die Mitarbeitenden haben Sektgläser in der Hand.
Zehn Tipps

So setzen Sie die Weihnachtsfeier 2026 von der Steuer ab

Sie planen eine Weihnachtsfeier für Ihr Team? Diese Steuerregeln sollten Sie vor und nach der Feier beachten – damit nicht alle für Ihre Party zahlen.

Steuerrecht