Regelmäßig bildet die Demele Holz- und Dachbau GmbH Lehrlinge aus. Dass alle Azubis bislang durchhielten, führt Meister Thomas Eisner auch auf den fairen Umgang mit ihnen zurück.
Dachdeckermeister Thomas Eisner, Geschäftsführer der Demele Holz- und Dachbau GmbH, kann sich noch gut an seine eigene Ausbildung erinnern: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre – so hieß das damals“, sagt er. Die Auszubildenden hatten wenig zu sagen. Dass sie auf der Baustelle auch mal schikaniert wurden, sei durchaus vorgekommen. „Ich habe versucht, die drei Jahre irgendwie zu überstehen.“
Doch diese Zeiten seien vorbei, sagt Eisner, der den Betrieb im sachsen-anhaltinischen Calbe im Jahr 2019 übernommen hat: „Heute kann man so mit den jungen Leuten nicht mehr umgehen. Dann sind sie sofort weg.“ Auch deshalb geht er ganz anders an das Thema Ausbildung heran: Augenhöhe ist ihm wichtig, ein fairer Umgang und eine inhaltlich gute und vielseitige Ausbildung.
“Wenn wir die jungen Leute nicht ausbilden und fördern, fehlen uns irgendwann die Fachkräfte.”
Dabei fordert der Unternehmer seine Nachwuchskräfte durchaus: „Natürlich sollen die Lehrlinge etwas lernen. Und wenn etwas schief läuft, ist der Ton auf dem Bau auch mal ein bisschen rauer. Aber verglichen mit früher, werden sie mit Samthandschuhen angefasst“, sagt der Dachdeckermeister fast ein wenig belustigt.
Diese Einstellung zahlt sich aus: Ausbildungsabbruch ist in seinem Betrieb, der 2025 als „Top Ausbilder im Handwerk“ von der Handwerkskammer Magdeburg ausgezeichnet wurde, kein Thema. „Wenn es mal Probleme gibt, dann werden sie angesprochen“, so Eisner. „Aber sachlich und unter vier Augen.“ Dass jemand vor versammelter Mannschaft bloßgestellt wird, dürfe nicht passieren.
Sich wohlfühlen und etwas lernen sollen die jungen Leute auch deshalb, weil Eisner Nachwuchs für den eigenen Betrieb sucht: „Wenn wir die jungen Leute nicht ausbilden und fördern, fehlen uns irgendwann die Fachkräfte“, sagt er. Immerhin: Von seinen zwölf Mitarbeitenden sind fünf ehemalige Azubis. Zwei von ihnen arbeiten als angestellte Meister.i und Jetzt-Geselle

Um Ausbildungsabbrüche zu verhindern, sucht Eisner seine Nachwuchskräfte mit Sorgfalt aus: Sie sollen in den Betrieb passen und auch die nötige Motivation mitbringen. „Ich merke das im Vorstellungsgespräch schnell, schon aus Erfahrung“, sagt der Dachdeckermeister. Zumal viele Bewerber ihre Eltern zum Gespräch mitbrächten. „Da gewinnt man dann schon einen guten Eindruck.“
Die Azubi-Suche läuft bei Demele Holz- und Dachbau vorwiegend über Anzeigen auf Instagram. „Wir haben den Prozess so schlank wie möglich gemacht“, berichtet der Dachdeckermeister. Nur ein paar Klicks sind notwendig, damit Eisner die Kontaktdaten der Bewerber hat. „Wir nehmen dann Kontakt auf“, sagt Eisner. Dinge wie Zeugnisse und Ähnliches werden erst später geklärt.
Zum ersten August 2026 hat wieder ein neuer Azubi seine Ausbildung bei Demele Dach begonnen. „Alle kann man nicht im Betrieb halten“, ist Eisner sich im Klaren. Aber mit einer guten Ausbildung und fairem Umgang legt der Betrieb die Grundlage dafür.

Unser Newsletter zeigt Ihnen, was in Ihrem Gewerk funktioniert – praxisnah, kompakt und regelmäßig geliefert.