Die Förderung für den Einbau von Wärmepumpen sinkt, die Bedingungen wurden innerhalb kurzer Zeit verändert. Unternehmer Cehan San erklärt, was Betriebe und Kunden umtreibt.
Die Kürzung der Heizungsförderung ist beschlossene Sache: Seit dem 21. Juli gelten neue Konditionen und bis 2030 wird die Höchstfördersumme (gestaffelt nach Jahreseinkommen) schrittweise gesenkt. Wie die Staffelung genau aussieht, lesen Sie im Beitrag „Heizungstausch: Koalition will Förderung schrittweise kürzen“.
Dass die Förderbedingungen erneut verändert und die Höchstfördersummen gekürzt wurden, sorgt bei Installateur- und Heizungsbaumeister Cehan San aus Oldenburg für Unverständnis: „Auf der einen Seite sollen die Menschen mehr Entscheidungsfreiheit bei der Wahl des Heizungstyps haben. Auf der anderen Seite werden Förderungen gekürzt. Das steht für mich in keinem Verhältnis“, sagt San, der in Oldenburg den SHK-Betrieb San Haustechnik mit 25 Mitarbeitenden führt.
Zudem habe er das Gefühl, dass die Bürger nicht umfassend informiert werden. Die Botschaft, die die Politik vermittelt, sei, dass Gasheizungen per se günstiger sind als Wärmepumpen. „Das stimmt zwar, wenn man den reinen Anschaffungspreis vergleicht“, sagt der Handwerksmeister.
„Der Vergleich ausschließlich über die heutigen Anschaffungskosten greift definitiv zu kurz“, betont er. In eine ehrliche Berechnung müssten Faktoren wie langfristige Brennstoffkosten, CO₂-Kosten, Netzkosten und die künftig vorgeschriebenen Anteile erneuerbarer beziehungsweise klimaneutraler Brennstoffpreise mit einbezogen werden.
Was den Unternehmer am meisten ärgert: Dass es schwer ist, bei den häufig wechselnden Vorgaben und Beschlüssen „Herr der Informationen“ zu werden. „Seit Monaten hat nicht nur unsere Branche auf einen verlässlichen Beschluss zum Heizungsgesetz gewartet – und dann wird mit den neuen Förderkonditionen wieder alles auf den Kopf gestellt“, sagt San.
Die Bevölkerung habe sich schon darauf eingestellt, dass der Anteil an Erneuerbarer Energien beim Heizungskauf steigen soll. „Viele meiner Kunden haben das auch akzeptiert“, berichtet er. Die neuen Regelungen sorgten für Unsicherheit und Verzweiflung – bei Kunden und bei Betrieben gleichermaßen.
„Viele Kunden haben nach Bekanntgabe der Förderkürzung angerufen und uns gefragt, dass wir doch bis vor Kurzem noch etwas anderes behauptet und mit anderen Zahlen kalkuliert haben“, berichtet der Handwerksunternehmer, der auch stellvertretender Landesinnungsmeister des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik in Niedersachsen ist. San habe viele Gespräche mit Kunden geführt, die vor Bekanntwerden der Förderkürzung bereits Angebote für einen Heizungstausch von seinem Betrieb erhalten hatten. Bei einigen habe er neu kalkuliert, bei anderen sei der Förderantrag schon eingereicht gewesen.
Die Rückmeldungen auf die neuen Preise mit weniger Förderung seien unterschiedlich ausgefallen: „Es sind nicht alle abgesprungen“, berichtet San. Aus Überzeugung und dem Umweltschutz zuliebe seien Aufträge dennoch erteilt worden. Aber einige, die die 4.000 bis 5.000 Euro Mehrkosten momentan nicht stemmen können, hätten den Auftrag zurückgestellt bis zum Frühjahr 2027. Unterm Strich aber hat die erneute Änderung neben weniger Umsatz für den Unternehmer vor allem Zeit, Geduld und Nerven gekostet.
“Auf der einen Seite sollen die Menschen mehr Entscheidungsfreiheit bei der Wahl des Heizungstyps haben. Auf der anderen Seite werden Förderungen gekürzt. Das steht für mich in keinem Verhältnis.”
An der politischen Diskussion um die Heizungsförderung stört den Handwerksmeister, dass der Eindruck entsteht, „die hohen Installationskosten hierzulande ließen sich einfach dem Handwerk zuschieben. Wer das behaupte, wisse nicht, wie sich die Preise für eine fachgerechte Wärmepumpeninstallation zusammensetzen.
Als Inhaber eines Fachbetriebs verantworteten er und seine Kollegen nicht nur den Einbau. Sondern sie tragen ebenfalls die Verantwortung für qualifiziertes Personal und die dazugehörigen Lohnkosten, die Planung und Auslegung der Anlage, für Fahrzeuge und Werkzeuge sowie für die Verwaltung, Dokumentation und andere Dinge. „Wer möchte, dass Wärmepumpen günstiger werden, muss auch dafür sorgen, dass Prozesse einfacher, Vorgaben verlässlicher und bürokratische Aufwände geringer werden“, ist San überzeugt.

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