Hitzestress, Arbeitsausfälle, Produktivitätsverluste: DGB-Chefin Fahimi fordert ein Hitze-Ausfallgeld. Was dahintersteckt, lesen Sie hier.
Eine neue Umfrage zeigt das Ausmaß von Hitzestress am Arbeitsplatz in Deutschland. DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert deshalb ein Hitze-Ausfallgeld für Beschäftigte und Arbeitgeber. Angesichts zunehmender Hitzetage seien neue Regelungen nötig, sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. „Daher ist der Gesetzgeber aufgefordert, hierfür Regelungen zu finden, die ein Ausfallgeld für Beschäftigte und Arbeitgeber zukünftig solidarisch sichern.“
Zahlreiche Beschäftigte seien von Hitzestress besonders betroffen, sagte Fahimi. Unter Berufung auf eine neue DGB-Umfrage nennt sie vor allem Beschäftigte, die draußen arbeiten, unter extremem Zeitdruck stehen oder besonders schwer körperlich arbeiten.
Forderungen nach einem Ausfallgeld mit staatlicher Hilfe hatte es in der Vergangenheit etwa von der Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU) gegeben – und zwar für Tage, an denen Rekordwerte herrschen und es heißen müsse: „runter vom Bau, vom Feld, von der verschmutzten Dachterrasse“. Im Dachdeckerhandwerk gibt es bereits ein Ausfallgeld, wenn ein Arbeitseinsatz bei zu hohen Temperaturen abgesagt werden muss.
Eine der dpa vorliegende Umfrage im Auftrag des DGB unter 4.000 Beschäftigten zeigt: Bereits heute fühlt sich insgesamt mehr als jede und jeder dritte Beschäftigte durch hohe Temperaturen bei der Arbeit stark oder eher stark belastet – vor allem bei Tätigkeiten im Freien. Beschäftigte, die täglich mehr als sechs Stunden im Freien arbeiten, sind zu knapp 60 Prozent stark belastet. In Innenräumen kommt es demnach auf die Ausgestaltung an. Ohne Sonnenschutz oder Klimaanlage zeigt sich drinnen sogar bis zu jede und jeder Zweite durch Hitze deutlich beeinträchtigt.
Laut der DGB-Befragung hängt das Gefühl, durch Hitze belastet zu sein, auch vom sonstigen Arbeitsstress ab. 23 Prozent der Beschäftigten ohne Zeitdruck geben deutliche Hitzebelastungen an. Bei Beschäftigten, die oft unter Zeitdruck arbeiten, sind es 48 Prozent. Auch körperlich schwere Arbeit geht deutlich öfter mit starker Hitzebelastung (54 Prozent) einher –gegenüber 26 Prozent ohne körperliche Belastung.
Die DGB-Vorsitzende Fahimi erinnert daran, dass es etwa Pflegekräfte, Paketzusteller oder Einsatzkräfte bei Hitze oft schwer haben. Sie warnt vor Arbeitsausfällen, Produktionseinbrüchen und Unfällen durch Hitze. Jeder Hitzetag koste die Wirtschaft 431 Millionen Euro. „Wir können es uns nicht mehr leisten, untätig zu sein.“ Nötig sei mehr Hitzeschutz.
Angesichts der nach Erwartung von Klimaexperten immer zahlreicheren Hitzetage mit mindestens 30 Grad Celsius fordert Fahimi „eine ganzheitliche Strategie“. Als praktische Maßnahmen, auf die man sich frühzeitig verständigen könne, nennt die DGB-Chefin etwa mehr Schutz vor Sonneneinstrahlung oder bereitzustellende Getränke. Falls nötig, sollten die Chefs auch die Kleiderordnung lockern. (dpa/aml)
Was ist Ihre Meinung zum Hitze-Ausfallgeld: Ist es sinnvoll? Wenn ja, wie sollte es finanziert werden? Und welche Regelung würde Ihnen an Hitzetagen helfen? Schreiben Sie uns an redaktion@handwerk.com.

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