Kunden fragen immer öfter KI statt Google. Unternehmerin Anke Voss berichtet, wir ihr Handwerksbetrieb dafür sorgt, dass er in den Suchergebnissen auftaucht.
Kennen Sie das auch? Anstatt zu Googeln, fragen Sie per Spracheingabe eine Künstliche Intelligenz (KI). Innerhalb weniger Sekunden bekommen Sie eine Antwort. Reicht die nicht aus, fragen Sie weiter. Tagtäglich gehen so auch viele Kunden von Handwerksbetrieben vor: Sie suchen nach Dienstleistungen, fragen nach Vorschlägen oder holen sich Vergleiche ein. Doch wie schaffen es Betriebe, in den Suchergebnissen der KI zu erscheinen? (Wie bleiben sie im Zeitalter von KI sichtbar und präsent im Netz?
Darüber haben sich auch Anke und Christian Voss schon vor einiger Zeit Gedanken gemacht und auf das neue Suchverhalten reagiert. Die Inhaber von Voss Gebäudetechnik in Haselünne sind breit aufgestellt: Website, Social Media, Podcast, Speaker auf Events. „Der erste Schritt ist das Umdenken. Das geht nicht von heute auf morgen, das ist ein Prozess“, sagt Anke Voss. Am wichtigsten sei für ihren Betrieb gewesen, sich bewusst breit aufzustellen, um zunächst für die KI sichtbar zu sein.
“Ich habe lange gedacht, eine Website ist nicht mehr so wichtig - doch das war ein Irrtum.”
Als die Social-Media-Kanäle an Bedeutung gewannen, dachte auch Voss, die Website sei nicht mehr so wichtig. „KI fasst Suchergebnisse zusammen und sammelt dafür alle Infos ein, die sie kriegen kann“, sagt die Unternehmerin. Daher sei es umso wichtiger, eine Firmenwebsite mit vielen und detaillierten Informationen zu füllen. „Wenn da nur steht, dass ein Betrieb ein Partner des Kunden sein will, ist das zu wenig“, ist Voss überzeugt. Informationen zu Dienstleistungen, Angeboten, Spezialisierungen oder Brancheninfos – alles das nimmt die KI mit in ihre Antwort.
Die Inhaber des SHK-Betriebs haben sich aber auch gefragt: Wie wollen wir bei der Zielgruppe wahrgenommen werden? Was ist unser Alleinstellungsmerkmal und was können wir als mittelständischer, regionaler Handwerksbetrieb besser als große, überregionale Anbieter? Damit meint Voss die neue Konkurrenz wie große Energiekonzerne oder recht neue Wettbewerber, die mittlerweile sehr aktiv beispielsweise im Wärmepumpenmarkt seien.
Voss Gebäudetechnik hat nicht nur eine moderne Website und ist bei Facebook, Instagram, Tiktok und Youtube aktiv. Anke und Christian Voss teilen auf LinkedIn zusätzlich persönliche Insights und berichten über Inhalte und Gäste ihres Podcasts. Zudem werden sie aufgrund ihrer hohen digitalen Affinität als Speaker zu handwerks- und branchenrelevanten Veranstaltungen eingeladen. „Wir machen das nicht für die KI, sondern um präsent zu sein als Handwerksbetrieb und als Arbeitgebermarke“, betont Anke Voss.
Sie habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Betriebe zu wenig über das sprechen, was sie machen. „Wer viele Spuren auf vielen Kanälen hinterlässt, wird sichtbar“, ist sie überzeugt. Jeder müsse den Weg finden, der sich für den Betrieb gut anfühlt. Den Unternehmern beispielsweise sei es wichtig, Vertrauen und Verbindlichkeit zu vermitteln und für ihre Kunden als Kümmerer und Problemlöser wahrgenommen zu werden. Außerdem setzen sie auf Netzwerke, Kooperationen und den ehrlichen Austausch. „Ohne dem wären wir jetzt nicht da, wo wir stehen“, sagt Voss.
Sie betont aber auch, dass Handwerksbetriebe sich nicht verrückt machen lassen sollten und auf jeden Trend aufspringen müssten. Nicht jeder Kanal sei etwas für jeden Menschen. Deshalb setzt der Handwerksbetrieb aus Haselünne beispielsweise auch darauf, in Printmedien präsent zu sein. „Die Informationen erscheinen meist auch digital – und auch diese Seiten crawlt die KI ab“, sagt die Unternehmerin.
Ihr Ziel sei es, dass Handwerk und den Mittelstand voranzubringen. Dazu gehöre es auch, sich in Verbänden und Innungen zu engagieren, Banden zu bilden und sich vor Ort auszutauschen.

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