Mitarbeitergespräche, Teamrunden, Transparenz: Tebbens Haustechnik in Emden ist eine professionelle Personalführung wichtig – weil auch der Betrieb davon profitiert.
Zuhören, dran bleiben, die Mitarbeitenden auf Augenhöhe wahrnehmen – so funktioniert Personalführung bei Tebbens Haustechnik. Das fällt auch neuen Mitarbeitenden auf: „Wir haben gerade jemanden eingestellt, der nach zwei Tagen sagte: So hätte er sich einen Betrieb immer gewünscht“, erzählt Daniela Tebbens, zuständig für Buchhaltung und Personal. „Da habe ich mich natürlich gefreut – aber nach zwei Tagen bin ich noch ein bisschen vorsichtig.“ Schließlich kenne er noch nicht alle Seiten des Arbeitsalltags. „Wie überall gibt es auch bei uns Tage, an denen nicht alles rundläuft“, sagt sie. „Aber wenn der erste Eindruck so positiv ist, darf man sich darüber natürlich trotzdem freuen.“
Der Spezialist für Haustechnik in Emden mag ein kleiner Betrieb sein – neun Mitarbeitende sind bei Installateur- und Heizungsbaumeister Holger Tebbens und seiner Frau Daniela beschäftigt. Trotzdem investieren sie viel Zeit und Engagement in die Personalführung. „Ohne Team geht bei uns nichts“, lautet das Motto der Tebbens.
2021 gründete der Handwerksmeister seinen Betrieb „Tebbens Haustechnik“, nachdem er schon seit 2016 im Nebenerwerb selbstständig tätig war. Als angestellter Monteur hatte der 48-Jährige die Erfahrung gemacht, dass die Firmenleiter als Erben der Gründer nicht vom Fach waren und deshalb auf fachliche Fragen keine Antwort hatten. Zu häufig habe er außerdem bei der Arbeit gedacht: „Das muss doch besser gehen“, berichtet seine Frau. Sie kümmerte sich von Anfang an um die Buchführung, zunächst in Teilzeit, und 2025 stieg sie in Vollzeit ein.
Der Betrieb hat Ansprüche an sich, an seine Qualität und damit auch an seine Mitarbeitenden. Regelmäßige Weiterbildung ist daher selbstverständlich, gerade in einer Branche, die so sehr in Bewegung ist wie die Haustechnik. Jeder Mitarbeitende soll in der Lage sein, eigenständig beim Kunden zu arbeiten. Außerdem: „Man bekommt den Auftrag, weil der Chef den Kunden überzeugt. Aber am Ende erinnert sich der Kunde daran, wie sich der Monteur auf der Baustelle verhalten hat“, sagt Daniela Tebbens.
Um Standards zu setzen, wurden in einem Workshop gemeinsam mit dem Team Regeln für den Betrieb erarbeitet. „Da sind Dinge dabei, die vermeintlich selbstverständlich sind“, beschreibt Tebbens. „Aber das sind sie eben nicht – gerade auch für unsere Auszubildenden.“ Wie säubere ich das Werkzeug? Wie gehe ich mit den Maschinen um? Wann muss Materialbedarf im Büro angemeldet werden, damit es rechtzeitig bestellt werden kann? Solche Fragen sind nun eindeutig geklärt.
Gleichzeitig sorgen effiziente Abläufe und gute Vorbereitung auch für einen profitablen Betrieb, sagt die Prokuristin. „Allen sollte klar sein, wie unser Betrieb funktioniert, dass Aufträge durchkalkuliert sind und was es bedeutet, wenn etwa Material nicht vorbereitet oder das Werkzeug nicht sauber ist“, betont sie. Das koste Zeit und am Ende damit auch Geld. „Da sind wir ganz transparent“, so Tebbens. Und nicht zuletzt: „Wenn wir gute Qualität bieten, können wir unsere Preise gegenüber den Kunden begründen.“
“Was müssen wir tun, damit Du noch lange hier arbeitest?”
Regelmäßig nimmt sich der Betrieb Zeit für Austausch im Team: Jeden Morgen gibt es eine kurze Runde, bei der der Tag besprochen wird. Mehr Zeit ist alle zwei Wochen bei einem längeren Treffen. „Bei den Team-Meetings fragen wir ab: Was liegt an Themen an? Passt etwas nicht? Wo können wir besser werden?“, beschreibt die Prokuristin.
Außerdem führt der Betrieb einmal im Jahr mit allen ein Mitarbeitergespräch. Vorab wird ein Fragebogen ausgefüllt: eine Selbsteinschätzung der Mitarbeiter. Im Gespräch, für das sich beide Tebbens mindestens 1,5 Stunden Zeit nehmen, wird sie mit der Einschätzung des Chefs abgeglichen. „Da kommt man rasch ins Gespräch“, sagt Daniela Tebbens. Wieso schätzt der Mitarbeitende sich besser oder schlechter ein? „Wir fragen aber auch, wie es den Mitarbeitenden bei uns geht, welche Entscheidungen vielleicht noch nachhängen, welche Aufgaben der Mitarbeiter in Zukunft gerne übernehmen möchte und was er dafür braucht“, berichtet Tebbens.
Der Aufwand für die Mitarbeitergespräche lohne sich, betont die Prokuristin: „Wenn wir wissen, wo die fachlichen Vorlieben eines Mitarbeiters liegen, können wir ihn viel besser einsetzen. Damit sind am Ende alle zufriedener.“ Sie nutzt die Gelegenheit auch dazu, mit den Mitarbeitern offen zu sprechen und Dinge klarzustellen: „Wenn etwa jemand anmerkt, dass andere Betriebe mehr zahlen, stelle ich auch unsere Vorzüge heraus.“. So wird bei Tebbens, angelehnt an den Tarif, 36 Stunden pro Woche gearbeitet, nicht 40. Es gibt Zuschüsse zu vermögenswirksamen Leistungen. „Das gerät dann schnell mal in den Hintergrund, wenn nur über Geld gesprochen wird.“
Geht es um die Verteilung der Arbeitszeit, ist der Betrieb flexibel: „Wir versuchen schon, vieles möglich zu machen.“ Die Vier-Tage-Woche, zwischenzeitlich im Gespräch, wurde dann aber nicht eingeführt – weil die Mitarbeiter nicht wollten
Den Tebbens ist es wichtig, nah an ihren Mitarbeitenden zu bleiben, damit die Stimmung gut ist und der Betrieb möglichst reibungslos laufen kann. „Meine Standardfrage im Mitarbeitergespräch ist: Was müssen wir tun, damit Du noch möglichst lange bei uns arbeiten möchtest?“, berichtet die Chefin. Oft komme ein Lob, manchmal ein ernsthafter Plan, aber bisweilen auch ein Spruch als Antwort: ein größeres Auto. „Dann hake ich nach, was wirklich dahintersteckt. Denn auch so ein vermeintlicher Scherz hat einen wahren Kern.“

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