Eine Studie zeigt: Betriebe brauchen bei Stellenbesetzungen einen langen Atem. Welche Rolle spielen Gehalt, persönlicher Kontakt und Betriebsklima?
Geld ist nicht alles – aber im Handwerk unverzichtbar. Das zeigt eine aktuelle Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts (LFI) für Handwerkswissenschaften. Im Auftrag der Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat das Institut 2.512 Betriebe zur Stellenbesetzung und Bezahlung befragt. Die Ergebnisse:
Handwerksbetriebe brauchen Geduld, um offene Stellen zu besetzen. Eine Gesellenstelle bleibt im Schnitt neun Monate vakant, eine Meisterstelle acht Monate.
Was zählt bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden? Die Betriebsinhaber nennen drei entscheidende Faktoren:
Etwa ein Viertel der Betriebe in NRW setzt auf überdurchschnittliche Bezahlung, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Nicht immer liegt es am Betrieb, wenn Mitarbeitende wenig verdienen. Manche verzichten bewusst auf eine Ausbildung, weil sie als Helfer sofort mehr Geld bekommen. Doch langfristig lohnt sich die Qualifikation im Handwerk:
Eine weitere Erkenntnis: Auch während der Ausbildung müssen sich Handwerksbetriebe nicht verstecken. Zwar verdienen Auszubildende im ersten Lehrjahr in anderen Branchen oft mehr. Doch ab dem zweiten und dritten Lehrjahr ziehen die Top-Handwerksberufe im Bauhauptgewerbe nach und übertreffen häufig technische und kaufmännische Berufe außerhalb des Handwerks.
Der Meisterbrief ist laut LFI „nicht nur fachlich, sondern auch finanziell eine Alternative zum Studium“. Die Zahlen belegen das:
Damit könne das Handwerk mit den Gehältern von Bachelorabsolventen in Top-Branchen mithalten.
Die Studie zeigt: Im Handwerk zahlt sich Leistung aus.
Obwohl sie als Mittel zur Mitarbeitergewinnung und -bindung gilt, ist die Vier-Tage-Woche im NRW-Handwerk eher selten:

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