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Aus der Praxis

Viele Fehltage: „Ich suche immer zuerst das Gespräch“

Handwerksunternehmerin Kerstin Döberin wird beim Thema Fehlzeiten schnell aktiv, um Problemen auf den Grund zu gehen oder Missverständnisse aufzuklären.

3 Min.28.04.2026, 14:45 Uhr (Aktualisiert am 30.04.2026, 16:41 Uhr)
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Für Unternehmerin Kerstin Döberin ist die Gesundheit der Mitarbeitenden ein wichtiges Thema.
Für Unternehmerin Kerstin Döberin ist die Gesundheit der Mitarbeitenden ein wichtiges Thema. marion klahm fotodesign

Zitiervorschlag

Viele Fehltage: „Ich suche immer zuerst das Gespräch“. In: /betriebsfuehrung/viele-fehltage-ich-suche-immer-zuerst-das-gespraech, 28.04.2026, /betriebsfuehrung/viele-fehltage-ich-suche-immer-zuerst-das-gespraech (abgerufen am: 04.11.2026)

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Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Hohe Krankenstände sind ein Thema in vielen Handwerksbetrieben: Wenn Mitarbeiter ausfallen, muss die Arbeit neu schnell verteilt werden – eine Belastung für Chef und Team. Zumal manchmal der Verdacht aufkommt, dass der Kollege gar nicht krank ist, sondern einfach Blau macht.

Kerstin Döberin, Geschäftsführerin im Autohaus Karl Merz in Balingen, kennt das Problem. 22 Mitarbeitende und zwei Auszubildende arbeiten im Familienbetrieb, den Döberin gemeinsam mit ihrem Bruder führt und vom Vater übernommen hat. „Bei uns betrifft das Thema vor allem die Azubis“, sagt sie. Häufig geht es um Fehltage in der Berufsschule. Doch auch im Betrieb melden sich die Auszubildenden öfter mal krank.

Im Betrieb gibt es klare Regeln für Krankmeldungen

„Ich suche immer erst einmal das Gespräch, egal, ob die Fehlzeiten in der Schule oder im Betrieb anfallen“, sagt Döberin. „Über unseren elektronischen Jahreskalender habe ich einen guten Überblick über die Fehltage. Für ein Gespräch drucke ich ihn gern mal aus, um zu zeigen, wie groß der Anteil tatsächlich ist.“ Sind die Auszubildenden minderjährig, holt sie auch die Erziehungsberechtigten dazu, damit alle über die Situation informiert sind. „Schließlich riskieren die Azubis mit der Schwänzerei ihren Ausbildungsplatz, das sollte allen klar sein.“

Gleichzeitig gibt es im Betrieb klare Regeln: Krankmeldungen sollen telefonisch bis 7.30 Uhr erfolgen, damit alle rechtzeitig Bescheid wissen. Wenn sich jemand nicht daran hält, wird auch das gleich angesprochen. Denn manchmal steckt einfach ein Missverständnis dahinter: „Durch die elektronische Krankschreibung denken manche Mitarbeiter, wir würden automatisch informiert werden“, sagt Döberin. „Das ist aber nicht so.“

Wichtig ist der Chefin aber auch, nach Gründen für die hohen Fehlzeiten zu suchen. So wurde ein Mitarbeiter immer wieder von seinem Hausarzt wegen verschiedener Beschwerden krankgeschrieben. Im Gespräch stellte sich heraus, dass der Hausarzt den Problemen gar nicht auf den Grund ging. „Wir haben ihn dann bei der Suche nach einem Facharzt unterstützt“, sagt die Geschäftsführerin.

Gesundheit ist ein wichtiges Thema

Gespräche führt Döberin auch, wenn Mitarbeitende aus der Krankheit wieder in den Betrieb kommen. Alles wieder in Ordnung, ist der Mitarbeiter wieder ganz gesund? „Gerade Jüngere, die gern mal montags fehlen, spreche ich aber auch auf ihren Lebenswandel an“, berichtet sie. Wie ist es mit der Ernährung, dem Rauchen, und anderen Themen? „So haben wir bei einem Azubi die Fehlzeiten deutlich reduzieren können.“

Doch wenn die Krankmeldungen überhandnehmen, kündigt die Geschäftsführerin an, beim nächsten Mal den Medizinischen Dienst einzuschalten. „Ich sage dann, wir machten uns Sorgen, dass derjenige bei seinem Arzt vielleicht nicht gut aufgehoben ist, und wir eine zweite Meinung einholen wollen. Die Botschaft kommt dann schon an.“

Gleichzeitig kümmert sich der Betrieb um Vorsorge: „Wir schauen schon auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und versuchen, vieles möglich zu machen“, betont Döberin. „Was wir von uns aus anbieten können, das machen wir auch.“

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Jacob Lund - stock.adobe.com

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