Sicherheit als Geschäftsmodell
Unternehmen und Kommunen setzen auf mehr Sicherheit – dieser Betrieb hat Lösungen dafür. Und reagiert strategisch auf sich verändernde Rahmenbedingungen der Politik.
Auf einen Blick
Aktuelle politische Entwicklungen verfolgt Tim Karcher mit besonderer Spannung. Denn für seinen Betrieb sind sie momentan von besonderer Bedeutung. Der geschäftsführende Gesellschafter der Tessarek Security Systems GmbH in Braunschweig unterstützt seine Kunden bei der physischen Absicherung von Gebäuden und Anlagen. Sein 14-köpfiges Team und er übernehmen die Planung und Installation von Sicherheitsvorrichtungen wie Schranken, Tor- und Polleranlagen sowie Zaunsystemen.
Zu seinen Kunden zählen nicht nur regionale Betriebe und große Unternehmen wie Volkswagen, sondern auch Regierungs- und Rüstungsunternehmen mit Sitz in Berlin oder Kiel. „Sicherheit gewinnt seit einigen Jahren an Bedeutung. Auch Kommunen sichern Gebäude und Plätze immer mehr mit Pollern und Schutzanlagen ab“, sagt der 31-Jährige.
Mit Blick auf das seit Mitte März geltende KRITIS-Dachgesetz schaut der Unternehmer gespannt auf die weiteren Entwicklungen. Denn das regelt neuerdings die Mindestanforderungen für den Schutz kritischer Infrastrukturen im Land. Karcher sieht für sein Handwerk großes Potenzial, da es ein zunehmendes Sicherheitsbedürfnis gebe.

Neue Vorgaben fordern Kunden und Betrieb
Das neue Gesetz werde für einige Unternehmen Veränderungen in der Sicherheitstechnik mit sich bringen. Was das konkret bedeutet, sei noch nicht im Detail festgelegt. Aber Karcher spürt bei seinen Kunden bereits die Tendenz, dass sie eher über Anlagen in einer höheren Sicherheitsstufe nachdenken, als noch vor einigen Monaten. Deshalb werde auch der Austausch mit den Kunden intensiver und die Beratung nehme mehr Zeit in Anspruch. Zudem vergehe mehr Zeit in der Planung, bis Projekte derzeit wirklich gestartet werden können.
Wichtig sind dem Elektromeister mit dem Schwerpunkt Sicherheitstechnik strategische Kundenbeziehungen: Sind die Kunden mit der Beratung und der Arbeit zufrieden, wenden sie sich für die nächste Installation wieder an den Betrieb. An langfristigen Kundenbeziehungen arbeitet Karcher, seitdem er den Betrieb von seinem damaligen Chef übernommen hat.
Schritt für Schritt gestaltet er seit 2020 auch den Umbau der Unternehmensstruktur, zunächst vom Einzelunternehmen in eine GmbH. Ab 2021 folgte der Aufbau einer Vertriebsmannschaft, die die Technik verkauft und engen Kontakt zu den Kunden pflegt. „Es hat mich Überwindung gekostet, dem Team diese Verantwortung zu übertragen“, sagt Karcher. Doch es sei die beste Entscheidung gewesen. Allein hätte er das nicht stemmen können – zumal er fast parallel mit der Betriebsübernahme in die Familienplanung einstieg.
“Ich habe es geschafft, dass Projekte laufen und ich nicht mehr in alle Details involviert bin. Das ist ein riesengroßer Meilenstein.”
Wachstum durch Teambuilding
Seit 2023 hat es Tim Karcher geschafft, den Betrieb, den er schon seit seiner Zeit als Auszubildender kennt, auf Wachstumskurs zu bringen. „Gute Mitarbeitende zu finden, ist nicht leicht“, weiß er. Deshalb legt der Unternehmer Wert darauf, dass sein Team zufrieden ist. Karcher bindet seine Mitarbeitenden in Entscheidungen mit ein. „Sie sind draußen im Tagesgeschäft und melden zurück, wenn etwas nicht passt – das ist wirklich wertvoll“, sagt er. Außerdem sieht er die Auszubildenden als wichtigen Bestandteil des Teams an. Das sei auch darin begründet, dass sein Chef damals sein Talent gesehen und gefördert habe. Das möchte er heute an junge Menschen weitergeben.
Zudem bietet die Vier-Tage-Woche an. „Alle Techniker sind nach einer sechsmonatigen Testphase dabeigeblieben“, berichtet Karcher. Und seitdem er einen Mitarbeiter zum Projektleiter gemacht hat, kann auch der Chef selbst mal wieder Urlaub machen. Nicht nur das: „Ich habe es geschafft, dass Projekte laufen und ich nicht mehr in alle Details involviert bin. Das ist ein riesengroßer Meilenstein“, betont Karcher.
Prozesse für die Zukunft schaffen
Damit der Handwerksbetrieb für wachsende Herausforderungen gewappnet ist, arbeitet Karcher mit Hochdruck an der Optimierung der internen Prozesse. Die Potenziale für Künstliche Intelligenz in den Abläufen seien groß. Nur habe er feststellen müssen, dass Software und Schnittstellen dafür nicht kompatibel waren. „Unter anderem in den Bereichen der Prozessabläufe und der Lagerlogistik wollen und müssen wir besser werden, um auf die Marktanforderungen zu reagieren“, sagt Karcher. Aus dem Grund habe er in neue Software investiert. Wenn demnächst die Details zum neuen Gesetz folgen, kann er sich auf die Bedürfnisse der Kunden konzentrieren.

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