Logo handwerk.com
Logo handwerk.com
MediadatenÜber handwerk.com Unser TeamNewsletterKontakt
Logo
ImpressumDatenschutzAGB
Urteil

„Ohne Arbeit kein Geld“ gilt auch für Boni

Darf der Arbeitgeber wegen Elternzeit Bonuszahlungen kürzen, auch wenn das Ziel erreicht wurde? Das Bundesarbeitsgericht hat dazu eine klare Meinung.

1 Min.05.03.2026, 14:58 Uhr
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Alltag in vielen Betrieben: Wer seine Ziele erreicht, erhält einen Leistungsbonus.
Alltag in vielen Betrieben: Wer seine Ziele erreicht, erhält einen Leistungsbonus. Panumas - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

„Ohne Arbeit kein Geld“ gilt auch für Boni. In: /recht/ohne-arbeit-kein-geld-gilt-auch-fuer-boni, 05.03.2026, /recht/ohne-arbeit-kein-geld-gilt-auch-fuer-boni (abgerufen am: 05.11.2026)

Infos zum Zitiervorschlag

Hinweis: Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie handwerk.com als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Fügen Sie handwerk.com hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Anzeige

Relevante Themen

ArbeitsrechtPersonal
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Der Fall: Ein Mitarbeiter einer Versicherung war für die Betreuung von Vertrieblern zuständig. Einen Teil seines Einkommens bezog er aus Bonus-Zahlungen, wenn das ihm zugeordnete Team die Jahresumsatzziele erreichte. Nachdem der Mann zwei Monate Elternzeit genommen hatte, kürzte sein Arbeitgeber im Folgejahr seinen Bonus anteilig um die Fehlzeiten. Der Mitarbeiter klagte: Schließlich habe das Team das Jahresziel nicht nur erreicht, sondern deutlich übertroffen.

Das Urteil: Das Bundesarbeitsgericht entschied: Der Arbeitgeber hatte den Bonus zu recht gekürzt. Auch bei Prämienzahlungen gelte der Grundsatz: Ohne Arbeit kein Lohn. Während der Elternzeit ruhe das Arbeitsverhältnis, so das Gericht. Daraus folge, dass die Hauptpflichten aus dem Arbeitsvertrag, also die Pflicht des Arbeitnehmers zur Arbeitsleistung und die Pflicht des Arbeitgebers zur Zahlung der vereinbarten Vergütung, ausgesetzt sind.

Hinzu kam nach Ansicht des Gerichts die Aufgabe des Mannes: Er war nicht selbst im Vertrieb, sondern betreute die Vertriebler. Der gezahlte Bonus bezog sich daher ausschließlich auf eine kontinuierlich zu erbringende Arbeitsleistung und durfte anteilig gekürzt werden. (Urteil vom 23. April 2024, Az. 14 SLa 4/24)

Tipp: Sie wollen keine wichtigen Infos zum Thema Arbeitsrecht  verpassen? Dann abonnieren Sie hier den handwerk.com-Newsletter. Jetzt hier anmelden!

Empfohlene Artikel

Abflussrohr mt Geld
SOKA BAU

Urteil: Rohrreiniger muss SOKA-BAU-Beiträge nachzahlen

Das Bundesarbeitsgericht entscheidet: Ein Rohrreiniger soll fast 100.00 Euro an die SOKA BAU nachzahlen. Für wen gilt das – und wie viel kostet es?

Arbeitsrecht
Mann am Schreibtisch ist ärgerlich auf einen Roboters, der hinter ihm steht
3 Probleme

So machen KI-Bots Arbeitgebern Ärger vor Gericht

Eine KI zu fragen, ist günstig und oft ermutigend. Vor Gericht sollten sich Arbeitgeber aber aus guten Gründen nicht auf Künstliche Intelligenz verlassen.

Arbeitsrecht
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Krank oder gesund – oder beides?

Was mit der Teil-AU auf Arbeitgeber im Handwerk zukommt

Zum 1. Januar 2028 tritt eine wichtige Neuerung in Kraft: Arbeitnehmer können sich teilweise krankschreiben lassen. Anwalt Jens Usebach erklärt, wie Arbeitgeber sich vorbereiten können.

Personal