Um 17 Cent pro Liter Kraftstoff soll die erneute Senkung der Mineralölsteuer Autofahrer entlasten. Ob das funktioniert, zeigt ein neuer Tankstellen-Monitor des DIW Berlin.
Seit dem 1. Oktober gilt der neue Tankrabatt: Eine Senkung der Mineralölsteuer um 14 Cent pro Liter Benzin oder Diesel soll in Kombination mit der geringeren Mehrwertsteuer die Bürger um rund 17 Cent pro Liter Kraftstoff entlasten. Den Steuerzahler kostet das nach Angaben der Bundesregierung rund 2,5 Milliarden Euro. Doch kommt die Entlastung auch bei den Autofahrern an?
Der neue Tankrabatt-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) will an diesem Punkt für Transparenz sorgen. Das Institut vergleicht dazu die Preisentwicklung an den Tankstellen in Deutschland mit der in Frankreich, wo es keinen Rabatt gibt. Hintergrund: Wenn die Preise in Deutschland stärker sinken als in Frankreich, lässt sich dieser zusätzliche Preisrückgang laut DIW dem Tankrabatt zuschreiben.
Beim Tankrabatt-Monitor werden die Ergebnisse täglich neu berechnet und bis Ende Dezember einmal pro Woche donnerstags veröffentlicht. Im Januar 2027 soll eine Bewertung des gesamten Tankrabatts folgen.
Das Misstrauen vieler Autofahrer gegenüber dem Tankrabatt ist offenbar berechtigt: Erste Auswertungen des DIW zeigen, dass die Steuersenkung in der ersten Oktoberwoche nur teilweise bei den Kunden ankam.
Möglich ist das, weil die Steuer fällig wird, wenn der Kraftstoff die Raffinerie oder das Tanklager verlässt. Die Senkung erreicht also zuerst Raffinerien, Importeure und Großhändler. Wie viel davon an der Tankstelle ankommt, hängt vom Wettbewerb auf diesen Stufen und zu einem gewissen Grad auch von der öffentlichen Aufmerksamkeit ab, schreibt die Monopolkommission in einem Policy Brief, in dem sie die Wirkung des ersten Rabatts im Frühjahr ausgewertet hat. Demnach kam im Mai und Juni 2026 ein großer Teil an, aber nicht die ganze Senkung bei den Autofahrern. Eine Auswertung der 1,6 Milliarden teuren Maßnahme des DIW Berlin zeigt, dass ein dreistelliger Millionenbetrag bei den Mineralölunternehmen blieb.
Ob nun der Tankrabatt-Monitor für mehr öffentliche Aufmerksamkeit und damit auch für Druck auf die Mineralölbranche sorgen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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