Seit 1. Mai 2026 gilt der Tankrabatt: Laut dem Münchner Ifo-Institut kommt der zwar an den Zapfsäulen an. Doch die Ökonomen halten trotzdem wenig von der Maßnahme.
Die Mineralölkonzerne geben den von der Bundesregierung eingeführten Tankrabatt zum großen Teil an die Autofahrer weiter. Zu diesem Erbenis kommt das Ifo-Institut bei der Auswertung des sogenannten Tankrabatt-Trackers. Demnach verbleiben jedoch rund 1,6 Milliarden Euro der eingesetzten Steuermittel bei den Konzernen, wie das Institut in München mitteilte.
Der Tankrabatt gilt seit dem 1. Mai. Die Steuersenkung zur Entlastung von den stark gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs soll noch bis Ende Juni gelten. Die Koalition hatte die Spritsteuer um knapp 17 Cent pro Liter gesenkt.
„Während beim Diesel über den gesamten Mai hinweg durchschnittlich 12 Cent weitergegeben wurden, sind es beim Super E5 16 Cent und bei Super E10 15 Cent pro Liter“, sagte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo- Zentrums für Finanzwissenschaft.
Laut Auswertung des Instituts, das den sogenannten Tankrabatt-Tracker herausgibt, profitieren vom Tankrabatt vor allem Vielfahrer und Besitzer von Autos mit hohem Verbrauch. Der pauschale Rabatt eignet sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts nicht, zielgenau Pendlern mit niedrigem Einkommen zu helfen, die die Unterstützung am ehesten bräuchten.
Die niedrigeren Benzinpreise führen nach Einschätzung des Ifo-Instituts allerdings auch dazu, dass die Autofahrer trotz tatsächlicher Knappheit weniger Anreiz zum Spritsparen haben. „Die Bundesregierung sollte den Tankrabatt nicht über den Juni hinaus verlängern“, empfahl Neumeier. Stattdessen fordern die Ökonomen zielgenaue Maßnahmen wie eine Reform der Einkommensteuer, um einkommensschwache Haushalte zu entlasten.
Mit dem sogenannten Tankrabatt-Tracker untersucht das Ifo-Institut, ob beziehungsweise in welchem Umfang die Mineralölkonzerne den Tankrabatt an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergeben. Zu diesem Zweck verfolgt ein Forscherteam die Preise für Dieselkraftstoff, Super E5 und Super E10 in Deutschland und schätzt mithilfe moderner statistischer Verfahren, wie viel vom Tankrabatt tatsächlich an den Zapfsäulen ankommt. Das Münchener Forschungsinstitut veröffentlicht jeden Werktag neue Zahlen, die die Entwicklung bis zum Vortag widerspiegeln. (dpa/aml)

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