ZDH-Bericht

Handwerk wartet weiter auf eine Konjunkturbelebung

Steigende Kosten, schwache Nachfrage, unsichere Aussichten: Das Handwerk startet verhalten ins Jahr 2026 – eine Trendwende bleibt laut Konjunkturbericht vorerst aus.

2 Min.11.05.2026, 10:21 Uhr (Aktualisiert am 11.05.2026, 17:36 Uhr)
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Konjunkturgraph
Dunkle Wolken am Konjunkturhimmel: Auch das Handwerk wartet auf positive wirtschafliche Signale. m.mphoto - stock.adobe.com
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Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat den Konjunkturbericht für das 1. Quartal 2026 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeichnen ein ernüchterndes Bild: Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer im Herbst 2025 tritt die Branche erneut auf der Stelle. Hauptursache ist die geopolitische Lage – insbesondere der Iran-Krieg. Der führe zu stark steigenden Energiepreisen, unsicheren Lieferketten und einer gedämpften globalen Nachfrage. Die ohnehin fragile Erholung der deutschen Wirtschaft sei damit vorerst gestoppt, vermeldet der ZDH.

Die Ergebnisse zeigen: Die aktuelle Geschäftslage wird von den befragten Betrieben deutlich schlechter eingeschätzt als im Vorjahr. Sowohl die Lage- als auch die Erwartungsindikatoren gaben nach, was sich auch im gesunkenen Geschäftsklima widerspiegelt. Besonders belastet die Handwerksbetriebe die Umsatzentwicklung: Der Umsatzindikator bleibt deutlich im negativen Bereich. Für das Frühjahr werde zumindest keine weitere Verschlechterung erwartet.

Sorgen bereiten den Betrieben zudem die rückläufigen Auftragspolster. Die Auftragsbestände sinken weiter, ebenso die Kapazitätsauslastung, die dem Bericht zufolge nur noch bei rund 75 Prozent liegt. Mit durchschnittlich knapp neun Wochen Auftragsreichweite fehle vielen Betrieben die nötige Planungssicherheit. Auch bei den Investitionen herrscht Zurückhaltung: Es werde überwiegend nur noch das Nötigste angeschafft.

Weniger Beschäftigte, aber bleibender Fachkräftemangel

Parallel dazu zeigt sich der Arbeitsmarkt im Handwerk angespannt. Die Beschäftigung geht zurück, aber der Fachkräftemangel bleibt bestehen. Viele offene Stellen können mangels qualifizierter Bewerber nicht besetzt werden. Dieses Problem werde durch die demografische Entwicklung weiter verschärft.

Ein differenzierter Blick in die Gewerke zeigt, dass der Energiepreisschock die Branchen unterschiedlich stark trifft. Kurzfristig spürten vor allem Betriebe im Bau- und Ausbauhandwerk oder Logistik-nahe Dienstleistungen die steigenden Kraftstoffpreise. Produktions- und Heizkosten wirkten dagegen oft verzögert, da viele Betriebe noch von laufenden Energieverträgen profitieren. Gleichzeitig bleiben dem Bericht zufolge die Absatzpreise bislang relativ stabil, könnten aber mittelfristig unter Druck geraten.

Betriebe blicken unsicher in die Zukunft

Für den weiteren Jahresverlauf überwiegt dem Konjunkturbericht zufolge die Unsicherheit. Der Iran-Konflikt könnte die Weltwirtschaft nachhaltig bremsen, Lieferketten weiter destabilisieren und sowohl den Export als auch den Binnenkonsum schwächen, lautet die Prognose des ZDH. Damit fehle auch dem Handwerk ein wichtiger Impulsgeber. Ob das ursprünglich erwartete leichte Umsatzplus 2026 erreicht werden kann, sei derzeit offen.

Umso stärker rücken wirtschaftspolitische Maßnahmen in den Fokus. Der Handwerksverband betont die Dringlichkeit struktureller Reformen: Bürokratieabbau, Entlastungen bei Steuern und Abgaben, verlässliche Energiepreise sowie Maßnahmen zur Fachkräftesicherung seien zentrale Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks zu stärken und mittelfristig wieder Wachstum zu ermöglichen.

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