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Auszeichnung

Herrenschneiderhandwerk ist „immaterielles Kulturerbe“

Die Mischung macht’s: Handwerkliches Können, technische Präzision, Einfühlungsvermögen und eine offene Kultur machten das Schneiderhandwerk auszeichnungswürdig.

2 Min.07.05.2026, 09:56 Uhr
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Ein älterer Schneider arbeitet an einer Nähmaschine in seinem Atelier.
Verbindet traditionelle Handwerkskunst mit zeitgenössischem Design: das Herrenschneiderhandwerk. Pixel-Shot - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Herrenschneiderhandwerk ist „immaterielles Kulturerbe“. In: /gewerke/herrenschneiderhandwerk-ist-immaterielles-kulturerbe, 07.05.2026, /gewerke/herrenschneiderhandwerk-ist-immaterielles-kulturerbe (abgerufen am: 04.11.2026)

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Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Es geht um Präzision, Können, Erfahrung und Einfühlungsvermögen: Das Herrenschneiderhandwerk hat nicht nur eine jahrhundertelange Tradition, sondern kann sich jetzt über eine besondere Auszeichnung freuen. Neben vier weiteren Traditionen wurde es jetzt in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.  

„Immaterielles Kulturerbe lebt davon, dass Menschen ihre Traditionen im Alltag weitergeben und gemeinsam gestalten“, sagt Katharina Binz. Sie ist derzeit Präsidentin der Kulturministerkonferenz und damit mitverantwortlich für die Erweiterung der Liste, die insgesamt jetzt 173 Traditionen zählt.

Das Herrenschneiderhandwerk verbinde traditionelle Handwerkskunst mit zeitgenössischem Design und prägt bis heute maßgeblich die Mode- und Kreativwirtschaft, begründet Kulturstaatsminister Wolfgang Weimer die Aufnahme des Gewerks. „All das gilt es zu schützen und für die Zukunft erlebbar zu halten.“

Wichtige Argumente: Wissensvermittlung über Austausch, Offenheit für Neues

Entscheidend war auch, wie das Herrenschneiderhandwerk weitergegeben wird: über die duale Ausbildung in Handwerksbetrieben und über weiterführende Qualifikationen wie die Meister- oder Gewandmeisterausbildung. Regelmäßige Treffen und der Austausch in regionalen oder überregionalen Netzwerken förderten darüber hinaus die Weitergabe von Wissen und stärkten die Gemeinschaft. Gleichzeitig war es den Juroren wichtig, dass sich Betriebe und Initiativen auch für neue Zielgruppen öffnen und sich für eine geschlechtersensible Weiterentwicklung des Handwerks einsetzen.

„Die Neuaufnahmen in das Bundesweite Verzeichnis zeigen, wie lebendig, offen und wandlungsfähig kulturelle Ausdrucksformen heute sind – getragen von Gemeinschaften, die sich ihrer Geschichte bewusst sind und aktiv an einer vielfältigen Zukunft arbeiten“, lobte Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission.

Der Eintrag in die deutsche Liste ist nicht gleichbedeutend mit der Auszeichnung als UNESCO-Welterbe, sondern eine Voraussetzung dafür. Aus den nationalen Verzeichnissen kommen die Vorschläge für eine von drei internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes.

Das Herrenschneiderhandwerk ist nicht das einzige traditionsreiche Gewerk auf der Liste. Dort finden sich unter anderem das Gold- und Silberschmiedehandwerk, das Uhrmacherhandwerk und das Drechslerhandwerk.

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