Logo handwerk.com
Logo handwerk.com
MediadatenÜber handwerk.com Unser TeamNewsletterKontakt
Logo
ImpressumDatenschutzAGB
Energiekosten

Bundesregierung kippt Stromsteuersenkung für Handwerker

Dauerhafte Entlastung soll nur für Betriebe des produzierenden Gewerbes kommen. Der ZDH kritisiert die Pläne scharf.

2 Min.25.06.2025, 16:02 Uhr (Aktualisiert am 08.09.2026, 13:24 Uhr)
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Zwei Frauen, die in weiß gekleidet sind, stehen vor türkisfarbenen Waschmaschinen und sortieren die Wäsche.
Reinigungen werden trotz hoher Energiekosten wohl nicht von der Stromsteuersenkung profitieren. auremar - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Bundesregierung kippt Stromsteuersenkung für Handwerker. In: /politik-und-wirtschaft/bundesregierung-kippt-stromsteuersenkung-fuer-handwerker, 25.06.2025, /politik-und-wirtschaft/bundesregierung-kippt-stromsteuersenkung-fuer-handwerker (abgerufen am: 05.11.2026)

Infos zum Zitiervorschlag

Hinweis: Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie handwerk.com als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Fügen Sie handwerk.com hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Anzeige

Relevante Themen

GesetzgebungMärkte
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Die Stromsteuerentlastung kommt nun doch nicht für alle Handwerksbetriebe. Nach den Plänen der Bundesregierung soll die Absenkung lediglich für Industrie, Land- und Forstwirtschaft „verstetigt werden“. Betriebe, die nicht zum produzierenden Gewerbe gehören, würden weiterhin 2,05 Cent pro Kilowattstunde zahlen – und damit deutlich mehr als den europäischen Mindestsatz für Unternehmen von 0,05 Cent pro Kilowattstunde. In energieintensiven Gewerken machen die Energiekosten oft mehr als ein Zehntel der gesamten Betriebskosten aus.

Entlastungen bei Netzentgelten und Speicherumlage

Im Koalitionsvertrag hatten SPD und CDU eigentlich festgelegt, die Stromsteuer für alle Unternehmen und Verbraucher zu senken. Als nun Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) das Haushaltsgesetz für 2025 und die Eckwerte für die Budgets 2026 bis 2029 vorstellte, war davon keine Rede mehr. Entlastung für alle soll es an anderer Stelle geben:

  • Die Gasspeicherumlage, die ab dem 1. Juli 0,289 pro Kilowattstunde beträgt, soll künftig aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) statt von den Gaskunden bezahlt werden.
  • Die Bundesregierung will sich verstärkt an den Ausbaukosten des Stromnetzes beteiligen und so die Netzentgelte für Kunden senken.

Scharfe Kritik kam vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). ZDH-Präsident Jörg Dittrich nannte die Pläne einen „Schlag ins Kontor für den Mittelstand“. Mit dem im Koalitionsvertrag gegebenen Versprechen wären „endlich auch energieintensive Handwerksbranchen entlastet worden, die bislang ungerechtfertigt durchs Raster gefallen sind, wie beispielsweise die Textilreinigungen“, so Dittrich. „Es ist nicht vermittelbar, dass diese mittelständischen Handwerksunternehmen der ,haushalterischen Wirklichkeit‘ zum Opfer fallen, während sich die Bundesregierung in Brüssel für die beihilferechtliche Zulassung eines Industriestrompreises einsetzt“, kritisierte der ZDH-Präsident.

Zuvor hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die geänderten Pläne mit den Worten: „Hier trifft dann sozusagen Koalitionsvertrag auf finanzielle Möglichkeit und Wirklichkeit“, kommentiert.

ZDH fordert Ausweitung auf alle energieintensiven Betriebe

Dittrich forderte die Regierung auf, zu ihrem Wort zu stehen: „Die Stromsteuer muss für alle energieintensiven Betriebe und Unternehmen, auch im Handwerk, auf das europäische Mindestmaß gesenkt und die Netzentgelte fair ausgestaltet werden.“

Das Haushaltsgesetz 2025 muss noch vom Bundestag beschlossen werden und soll laut Finanzministerium im Oktober dieses Jahres in Kraft treten.

Tipp: Sie interessieren sich für politische Entscheidungen, die das Handwerk betreffen? Mit dem Newsletter von handwerk.com bleiben Sie auf dem Laufenden. Jetzt anmelden!

Empfohlene Artikel

Ein Friseur schneidet einer Kundin die Haare.
Zoll-Kontrollen

Schwarzarbeit: Mehr Verstöße im Friseurhandwerk

Die erste Schwerpunktkontrolle des Zolls nach der Gesetzesänderung zeigt einen massiven Anstieg der Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Personal
Ein Mann tippt etwas auf einer Computer-Tastatur. Über den Bild werden ein virtueller Ordner sowie virtuelle Dokumente eingeblendet.
euBP

Pflicht zu digitalen Entgeltunterlagen: Wer jetzt handeln muss

2026 endet die Befreiungsmöglichkeit: Ab 2027 müssen Arbeitgeber die Entgeltunterlagen ihrer Beschäftigten vollständig elektronisch führen. Was bedeutet das?

Digitalisierung
Ein Mann hält ein Notebook in der Hand und schaut ratlos auf den Bildschirm. Dabei krault er sich den Hinterkopf.
Ausstellungspflicht

E-Rechnung: Handwerksverband fordert Verschiebung auf 2028

Ab 2027 kommt auf Unternehmen die Ausstellungspflicht bei der E-Rechnung zu: Doch der Sächsische Handwerkstag fordert nun aufgrund triftiger Gründe, diese Pflicht um ein Jahr zu verschieben.

E-Rechnung