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Welcher Materialaufschlag ist angemessen?

Diskussionen über Preise und Materialaufschläge im Handwerk. Zwei Handwerksmeister berichten, wie sie das Problem lösen.

3 Min.30.09.2025, 11:03 Uhr (Aktualisiert am 08.09.2026, 12:56 Uhr)
Von
Jörg Wiebking
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Im Vordergrund sind zwei aufgehaltene Hände zu sehen, darüber sind zwei Zeichnungen platziert, ein Haufen Banknoten und ein graues Fragezeichen.
Handwerker diskutieren:  Wie hoch sollte der Materialpreisaufschlag sein ? Passt die Hersteller-Empfehlung? Und: Welche Alternativen gibt es? sasun Bughdaryan - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Welcher Materialaufschlag ist angemessen?. In: /betriebsfuehrung/welcher-materialaufschlag-ist-angemessen, 30.09.2025, /betriebsfuehrung/welcher-materialaufschlag-ist-angemessen (abgerufen am: 05.11.2026)

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Jörg Wiebking
Jörg Wiebking

Freier Autor für Betriebsführung, Recht und Steuern & Finanzen

Viele Kunden möchten Material lieber selbst bestellen, um Geld zu sparen. Elektromeister Tobias Haack aus Heilbronn lehnt das ab. „Ein Materialaufschlag von 40 bis 60 Prozent ist vertretbar“, sagt er (wir berichteten). Seine Aussage löst auf Instagram und LinkedIn Diskussionen aus. Kunden sind davon nicht begeistert. Kollegen aus dem Handwerk sehen das etwas differenzierter.

„Unter 50 Prozent wird es schnell existenzgefährdend“

Elektrohandwerker Ruslan Kutluew warnt auf Instagram vor pauschalen Aussagen zu Materialaufschlägen. Das sei gefährlich, sagt der Chef eines Betriebs mit fünf Mitarbeitenden in Karlsruhe. Die Höhe des Aufschlags hänge von den Kostenstrukturen ab. Daher müsse jeder Betrieb seinen Aufschlag selbst kalkulieren. Ein Ein-Mann-Betrieb habe andere Ausgaben als ein Unternehmen mit Mitarbeitenden, Fahrzeugen, umfangreicher Ausstattung und Geschäftsräumen. „Aufschläge unter 50 Prozent können schnell existenzgefährdend werden“, betont Kutluew.

Auch Material- und Arbeitsaufwand sowie deren Kosten spielen eine Rolle, erklärt er. Wer einen höheren Stundensatz durchsetzen kann, könne beim Material zumindest etwas weniger aufschlagen. 

Kunden gegenüber sei es jedoch nicht schwer, angemessene Aufschläge zu rechtfertigen. „Ein Onlinehändler verkauft nur Ware“, sagt Kutluew. „Der Handwerker verkauft nicht nur Material, sondern ein Gesamtpaket, bestehend aus korrekter Auswahl, fachgerechtem Einbau, Gewährleistung und dem vollen Risiko im Fehlerfall. All das steckt sowohl im Materialpreis als auch im Stundensatz.“

Sein Rat: Handwerker sollten sich an den empfohlenen Verkaufspreisen der Hersteller orientieren. Diese variierten je nach Produkt und Hersteller, böten aber eine gute Grundlage. So lasse sich ein kostendeckender Aufschlag über alle Materialien hinweg erzielen. Das sei besser, als einen pauschalen Aufschlag für alles anzusetzen.

„Meistens nur noch Tagespauschalen“

Matthias Thomas geht einen ganz anderen Weg, um Diskussionen über Materialpreise und Stundensätze zu vermeiden. „Wir verrechnen bei den meisten Arbeiten nur noch Tagespauschalen oder ab und an Halbtagesspauschalen“, schreibt der Elektromeister aus dem bayerischen Villenbach auf Instagram.

Der Vorteil: Alle wüssten im Voraus, was der Einsatz kostet. „Und wir können unser Team wirtschaftlich und planbar einsetzen.“ Früher habe sein auf Photovoltaik spezialisierter Betrieb oft unbezahlte Wartezeiten bis zum nächsten Termin gehabt, wenn das Team einen Auftrag schneller als geplant abgeschlossen hatte. Solche Leerläufe decken die Pauschalen ab.

Und bei kleinen Aufträgen, die weniger als einen halben Tag dauern? Dann übernähmen die Monteure weitere Aufgaben beim Kunden. „Die Kunden müssen sich halt überlegen, wie sie die restlichen Stunden nutzen“, sagt Thomas. „Da fällt sicher jedem etwas ein.“ Für solche Zusatzarbeiten könne der Kunde dann auch gerne selbst das Material stellen. „Aber für den Hauptjob haben wir alles dabei.“

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