Melanome im Gesicht treten bei Menschen mit Outdoor-Berufen mehr als doppelt so häufig auf wie bei „Büroarbeitern“. So können Sie Ihr Team vor der UV-Belastung schützen.
Berufstätige, die im Freien arbeiten, haben ein deutlich höheres Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Eine jetzt publizierte Studie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) mit 406 Patienten, die an Melanomen litten, zeigt: Bei Menschen mit Outdoor-Berufen treten Tumore im Gesicht mehr als doppelt so häufig auf wie bei Personen, die überwiegend in Innenräumen arbeiten.
Dazu kommt: Je länger Menschen im Laufe ihres Berufslebens der Sonne ausgesetzt waren, desto höher war ihr Risiko. Patienten mit Gesichtsmelanomen hatten im Schnitt doppelt so lange im Freien gearbeitet wie Betroffene mit Tumoren an anderen Körperstellen, ermittelte die Studie.
Besorgniserregend niedrig nannten die Forschenden das Risikobewusstsein: Mehr als die Hälfte der Befragten wusste vor der Diagnose nicht, dass UV-Strahlung Hautkrebs verursachen kann. Passend zu diesem Befragungsergebnis gaben lediglich fünf Prozent der im Freien tätigen Personen an, regelmäßig Sonnenschutz zu verwenden, während 56 Prozent diesen selten oder nie einsetzen.
„Bei Menschen, die täglich im Freien arbeiten, wird die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Maximaldosis an UV-Strahlung regelmäßig um das Fünffache überschritten“, sagt Susanne Dugas-Breit, Wissenschaftlerin am NCT. So deutlich würden die Grenzwerte für keinen anderen krebserregenden Einfluss bei beruflicher Tätigkeit verletzt, betont sie. „Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für die Risiken zu stärken und einfache Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.“
In Deutschland arbeiten nach Angaben des NCT ungefähr zwölf Prozent der Beschäftigten überwiegend im Freien – das entspricht 5,5 Millionen Menschen. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf: Präventionsangebote und Aufklärungskampagnen sollten gezielt auf das Risiko dieser Berufsgruppen zugeschnitten werden, fordern die Forschenden.
Unterschiedliche Maßnahmen können das Risiko deutlich senken. Der Dachverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherungen (DGUV) empfiehlt Arbeitgebern,
Mitarbeiter sollten, wenn möglich, Kopfbedeckungen mit breiter Krempe und langärmelige Kleidung tragen. Sonnenschutzmittel wie Sonnencreme sind demnach das letzte Mittel. Sie sollte verwendet werden, wenn ein Schutz auf anderem Wege nicht möglich ist, heißt es von der DGUV.
Sie rät Arbeitgebern, die Prüfung geeigneter Sonnenschutzmaßnahmen in die Gefährdungsbeurteilung aufzunehmen. Dies gelte vor allem für Beschäftigte, die regelmäßig länger als eine Viertelstunde direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

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