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Steuern

Pauschal oder individuell? So versteuern Sie Minijobs richtig

Alle Minijobs sind grundsätzlich steuerpflichtig. Doch bei der Art der Besteuerung gibt es Spielräume für Arbeitgeber.

3 Min.09.09.2025, 15:47 Uhr (Aktualisiert am 08.09.2026, 13:10 Uhr)
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Mehrere Banknoten liegen verteilt, darauf steht ein Holzstempel mit der Aufschrift "Minijob".
Arbeitgeber können die pauschale Steuer auf Minijobs vom Lohn des Mitarbeitenden abziehen. stadtratte - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Pauschal oder individuell? So versteuern Sie Minijobs richtig. In: /betriebsfuehrung/pauschal-oder-individuell-so-versteuern-sie-minijobs-richtig, 09.09.2025, /betriebsfuehrung/pauschal-oder-individuell-so-versteuern-sie-minijobs-richtig (abgerufen am: 04.11.2026)

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Auf einen Blick

Minijobs mit einer Verdienstobergrenze können mit zwei Prozent pauschal versteuert werden. Das ist allerdings nur möglich, wenn der Arbeitgeber auch den Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlt.

Auch für kurzfristige Minijobs kann unter bestimmten Bedingungen eine pauschale Steuer abgeführt werden. Hier beträgt der Steuersatz 25 Prozent.

Ebenfalls möglich: Eine individuelle Besteuerung auf Basis der Lohnsteuerklasse. Welche Art gewählt wird, müssen Arbeitgeber direkt bei der Anmeldung des Minijobbers angeben.

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Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Ein Minijob, der ist doch steuerfrei! Diese falsche Annahme kursiert immer wieder. Tatsächlich aber ist laut Minijob-Zentrale ein Minijob nie steuerfrei.

Welche Art der Besteuerung angewandt wird, entscheidet übrigens der Arbeitgeber. Wie hoch die Abgaben jeweils ausfallen und was sonst zu beachten ist, hängt allerdings von der Art des Minijobs ab.

Pauschale Versteuerung für Minijobs mit Verdienstgrenze

Die meisten Minijobs sind Arbeitsverhältnisse mit einer Verdienstobergrenze. Das heißt, der Minijobber verdient nicht mehr als derzeit 556 Euro pro Monat. In diesem Fall ist die einheitliche Pauschalsteuer? die gängigste und einfachste Variante.

Die pauschale Steuer liegt in diesem Fall bei zwei Prozent des Verdienstes, so die Minijob-Zentrale. Diese Pauschsteuer umfasst die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer – unabhängig davon, ob der Minijobber diese bei einer individuellen Versteuerung zahlen müsste. Die seit 2021 geltende Freigrenze für den „Soli“ findet für die Pauschsteuer keine Anwendung, stellt die Minijob-Zentrale klar. Der Grund: Sie wird unabhängig von der individuellen Steuerpflicht des Arbeitnehmers erhoben.

Gezahlt wird die Pauschsteuer zusammen mit den übrigen Abgaben direkt an die Minijob-Zentrale, nicht ans Finanzamt.

Wichtig: Arbeitgeber können die Pauschale nur dann nutzen, wenn sie auch den Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Wer will, kann sich die Steuer von seinem Minijobber erstatten lassen und sie vom Nettoverdienst abziehen.

Pauschale Versteuerung für kurzfristige Minijobs

Auch kurzfristige Minijobs können pauschal versteuert werden. Laut Minijob-Zentrale wird dann ein Steuersatz von 25 Prozent fällig. Um diese Möglichkeit zu nutzen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Beschäftigung ist nicht regelmäßig wiederkehrend, sondern nur gelegentlich.
  • Der kurzfristige Minijob wird nur an maximal 18 zusammenhängenden Arbeitstagen ausgeübt.
  • Der Verdienst pro Arbeitstag liegt durchschnittlich unter 150 Euro.
  • Der durchschnittliche Stundenlohn liegt bei maximal 19 Euro.

Achtung: In diesem Fall wird die Pauschalsteuer ans Finanzamt gezahlt. Auch hier können Arbeitgeber entscheiden, ob sie die Steuer selbst tragen oder vom Verdienst des Minijobbers abziehen.

Alternative: Die individuelle Versteuerung bei Minijobs

Doch es geht auch anders: Sowohl Minijobs mit Verdienstgrenze als auch kurzfristige Minijobs können individuell versteuert werden. Arbeitgeber berechnen in diesem Fall die Höhe der Lohnsteuer, wie bei allen anderen Arbeitnehmern auch, individuell auf Basis der Steuerklasse.

Wichtig: In diesem Fall ist immer das Finanzamt und nicht die Minijob-Zentrale für den Einzug der Abgaben zuständig. Der Steuerbetrag wird direkt vom Verdienst der Mitarbeitenden einbehalten.

Minijob anmelden: Was Arbeitgeber beachten müssen

Die unterschiedliche Zuständigkeit für die Abgaben je nach Art der Versteuerung muss schon bei der Anmeldung eines Minijobbers berücksichtigt werden, betont die Minijob-Zentrale. Welche Art der Besteuerung sie für einen Minijob mit Verdienstgrenze wählen, ist durch eine Ziffer im Meldeverfahren gekennzeichnet:

  • Ziffer 1: Bezeichnet die einheitliche Pauschsteuer in Höhe von zwei Prozent.
  • Ziffer 0: Gilt für alle verbleibenden Möglichkeiten (zum Beispiel individuelle Besteuerung nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen).

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