Logo handwerk.com
Logo handwerk.com
MediadatenÜber handwerk.com Unser TeamNewsletterKontakt
Logo
ImpressumDatenschutzAGB
Kommunikation

Ein klares Nein zu diesen 5 Kundenwünschen

Der Kunde ist König, auch im Handwerk. Aber es gibt Forderungen, die Grenzen überschreiten. Bei diesen 5 Kundenwünschen sollten Sie das Stoppschild zeigen.

3 Min.06.03.2025, 12:57 Uhr (Aktualisiert am 09.09.2026, 09:14 Uhr)
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Ein Mann mit einem weißen Schutzhelm und einer gelben Warnweste steht vor einem orangenen Hintergrund und hält ein Stoppschild hoch.
Bei manchen Kundenwünschen hilft nur ein klares Stoppsignal! Maksym Povozniuk - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Ein klares Nein zu diesen 5 Kundenwünschen. In: /betriebsfuehrung/ein-klares-nein-zu-diesen-5-kundenwuenschen, 06.03.2025, /betriebsfuehrung/ein-klares-nein-zu-diesen-5-kundenwuenschen (abgerufen am: 05.11.2026)

Infos zum Zitiervorschlag

Hinweis: Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie handwerk.com als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Fügen Sie handwerk.com hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Anzeige

Auf einen Blick

Preise drücken, zu hohes Risiko oder brutaler Zeitplan? Manche Kundenwünsche sind eine Zumutung. Dann dürfen Sie Nein sagen.

Das gilt auch, wenn Kunden Schwarzarbeit verlangen oder Ihr Wertesystem verletzen. So schützen Sie im Zweifelsfall auch Ihr Team. 

Relevante Themen

ManagementPersonal
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Kundenwünsche – klar, die erfüllen wir gern! Viele Handwerksbetriebe haben sich eine klare Kundenorientierung auf die Fahne geschrieben. Aber es gibt Punkte, zu denen Sie Nein sagen sollten.

1. Schwarzarbeit: „Dafür brauchen wir doch keine Rechnung“

Während der Arbeiten an einer Baustelle nimmt Sie der Kunde zur Seite: „Sagen Sie mal, können Sie nicht einen Teil ohne Rechnung erledigen? Damit fahren wir doch beide besser.“ Verschwörerisches Zwinkern inklusive. „Auf so ein Angebot sollten Sie keinesfalls eingehen“, sagt Maik Hensel, Handwerksunternehmer und Kommunikationsberater aus Gummersbach.

Schwarzarbeit mag verlockend erscheinen, weil Sie Steuern und Sozialabgaben „sparen“. Es handelt sich aber um eine Straftat, mindestens aber um eine Ordnungswidrigkeit. Die Strafen sind hoch – es drohen Geld- oder sogar Haftstrafen.

Tipp: Freundlich, aber bestimmt ablehnen: „Ohne Rechnung geht bei uns leider gar nichts.“

2. Gewerkefremde Aufgaben: „Das Bad können Sie doch schnell mitfliesen“

Auf der Baustelle ist ein Malerbetrieb tätig, doch auch eine Badsanierung steht an. „Sie machen doch gute Arbeit“, sagt der Kunde. „Können Ihre Leute das Bad nicht auch schnell fliesen? Ich finde gerade keinen Fliesenleger.“

Gewerkefremde Aufgaben übernehmen? Die Handwerksordnung erlaubt in § 5 solche Arbeiten, wenn  sie mit dem Leistungsangebot des Gewerbes technisch oder fachlich zusammenhängen oder es wirtschaftlich ergänzen. Vielleicht gehören die gewünschten Aufgaben ohnehin zu Ihrem Geschäftsmodell? Ansonsten rät Handwerker Hensel zur Vorsicht: „Wenn ich für Arbeiten in die Gewährleistung gehen muss, auf die ich nicht spezialisiert bin, wäre mir das Risiko zu groß.“

Tipp: Empfehlen Sie einen Kollegen aus dem passenden Gewerk. Wenn Sie direkt einen Kontakt herstellen können, haben Sie einen Kundenwunsch erfüllt, ohne ins Risiko zu gehen.

[Tipp: Weitere Strategie-Tipps für Ihren Betrieb liefert der kostenlose handwerk.com-Newsletter. Jetzt hier anmelden!]

3. Verstoß gegen Ihre Werte: „Wir möchten einen deutschen Monteur“

Der Kunde braucht einen Tischler, die Tür ist kaputt. „Wir möchten aber nicht, dass Ausländer kommen. Schicken Sie einen Deutschen.“

Wenn der Kunde mit seinen Wünschen gegen Ihre Werte und Ihre Unternehmenskultur verstößt, sich rassistisch äußert und damit Ihr Team beleidigt, sollten Sie ruhigen Gewissens den Auftrag ablehnen, so Hensel. „Zu bestimmte Kunden darf man einfach Nein sagen.“

Tipp: Schützen Sie Ihre Werte. Sie müssen nicht jeden Auftrag annehmen.

4. Preise drücken im letzten Moment: „So viel kann ich doch nicht bezahlen“

Der Auftrag ist klar und das Angebot so gut wie unterschrieben. Doch plötzlich hat der Kunde wieder Bedenken – wegen des Preises. „Können wir da nicht noch was machen?“ Sie stehen unter Druck, denn Sie haben schon viel Arbeit in den Auftrag gesteckt und wollen ihn unter Dach und Fach bringen.

„Lassen Sie sich nicht auf solche Preisdrückereien ein“, rät Hensel. „Wenn Sie im Verkaufsgespräch klar Ihren Preis angesprochen haben, müssen Sie darauf nicht eingehen.“

Tipp: Sie können mit Humor reagieren: „Beim Preis was machen? Ja, den können wir bunt anmalen.“ Oder die Konsequenzen aufzeigen: „Ja, aber dann können wir leider auch nicht alle Arbeiten erledigen.“ Machen Sie freundlich, aber bestimmt klar, dass es Ihre qualitativ hochwertige Leistung nur zum vereinbarten Preis gibt.

5. Unrealistischer Zeitplan: „Das muss jetzt übers Wochenende fertig werden“

Natürlich möchte jeder Kunde, dass sein Auftrag schnell erledigt wird. Aber manche machen plötzlich enormen Zeitdruck: „Wir haben eine Feier. Bis dahin soll alles fertig sein – am besten übers Wochenende.“

Da müsse man überlegen, meint Handwerksunternehmer Hensel: „Wollen Sie Ihr Wochenende opfern? Wie sieht es im Team aus – sind Ihre Leute auch dabei?“ Schließlich sei die Firma nicht alles. „Flexibilität ist wichtig, aber Sie sollten Ihre Grenzen und die Ihres Teams kennen“, so Hensel.

Anders sehe es aus, wenn der Zeitplan völlig utopisch ist, weil die Arbeiten nun mal nicht so schnell zu erledigen sind, oder Ihr Terminkalender voll ist. „Das sollten Sie sofort kommunizieren, damit es keine Missverständnisse gibt“, so Hensel.

Tipp: Wenn es zu Ihrer Firmenkultur passt, auch mal am Wochenende zu arbeiten, dann können Sie das tun. Aber nicht vergessen: Wenn etwas schnell fertig werden muss oder am Wochenende gearbeitet werden soll, darf das auch extra kosten.

Tipp: Sie wollen an der Strategie Ihres Betriebes feilen und suchen neue Impulse? Mit dem handwerk.com-Newsletter gelingt Ihnen das. Melden Sie sich jetzt an!

Empfohlene Artikel

Ein Fisch frisst mehrere 100-Euro-Scheine auf.
Bierdeckelkalkulation

So fand dieser Elektrotechnikmeister seine Gewinnfresser

Christian Donislreiter hat seine Kalkulation unter die Lupe genommen und dabei entdeckt, wo sein Betrieb bares Geld verliert. Daraufhin änderte er zwei Dinge.

Management
Eine Arzt hält eine digtale Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hoch
Evaluierung des Statistischen Bundesamtes

Umfrage: Sorgt die eAU für Entlastung in Betrieben?

Wie funktioniert die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Alltag? Eine aktuelle Untersuchung sammelt Erfahrungen aus den Betrieben. So nehmen Handwerker teil.

Personal
Eine Person tipps an einem Laptop. Auf dem Schreibtisch liegt ein Stethoskop.
Gesundheit am Arbeitsplatz

Betriebsarzt-Pflicht für Arbeitgeber: Was gilt im Handwerk?

Für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Vorsorge brauchen Betriebe passende arbeitsmedizinische Betreuung. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Personal