Unternehmen zahlen weiter zuverlässig, doch viele sparen bei Investitionen: Warum das laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zum Problem werden könnte.
Die deutschen Unternehmen halten ihre Zahlungsmoral trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage stabil. Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mitteilte, beglichen sie im ersten Quartal dieses Jahres im Schnitt genauso pünktlich ihre Rechnungen wie im Vorjahreszeitraum. Der branchenübergreifende Zahlungsverzug lag den Angaben zufolge in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei 7,7 Tagen –also exakt so lange wie im ersten Quartal 2025.
“Viele Betriebe halten ihre Liquidität zusammen, investieren zu wenig und fragen weiterhin selten nach Krediten für Investitionen.”
„Die Zahlungsmoral der Unternehmen bleibt stabil – das ist in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld zunächst ein robustes Signal“, erklärte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Den durchschnittlichen Zahlungsverzug von 7,7 Tagen wertete Hantzsch als „moderat“. Die Stabilität sei allerdings kein Zeichen von Entspannung. „Viele Betriebe halten ihre Liquidität zusammen, investieren zu wenig und fragen weiterhin selten nach Krediten für Investitionen“, so Hantzsch. Gerade Investitionen wären aber für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zwingend notwendig.
Unterschiede ergaben sich beim Blick auf die Branchen und die einzelnen Bundesländer. So blieb das Baugewerbe in der Auswertung erneut das Schlusslicht in Sachen Zahlungsmoral: Hier stieg der Zahlungsverzug im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 13,5 auf 15 Tage. Währenddessen schnitt die Chemie- und Kunststoffbranche (4,9 Tage) beim Zahlungsindikator erneut am besten ab. Für die Auswertung zieht Creditreform regelmäßig mehrere wichtige, jedoch nicht alle Wirtschaftssektoren heran.
Nach Bundesländern ausgewertet, zahlten die Firmen in Rheinland-Pfalz (6,1 Tage) im ersten Quartal am pünktlichsten, vor den Unternehmen aus Sachsen (6,2 Tage) und Bayern (6,7 Tage). Schlusslichter der Auswertung waren laut Creditreform die Firmen in Schleswig-Holstein (9,8 Tage), Hamburg (10 Tage) sowie in Mecklenburg-Vorpommern (10,9 Tage), das erneut auf dem letzten Platz landete.

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