Umfrage der Postbank

Altersvorsorge mit Wertpapieren? Viele bleiben skeptisch

Trotz neuer staatlicher Förderung bleibt das Aktiensparen für viele ein Tabu. Warum zögern so viele – und was fehlt, damit mehr Deutsche auf Wertpapiere fürs Alter setzen?

2 Min.18.05.2026, 09:45 Uhr (Aktualisiert am 18.05.2026, 18:31 Uhr)
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Ein Mann im Anzug betrachtet einen Candlestick-Chart, mit denen Kursverläufe von Aktien visualisiert werden.
Ab Januar 2027 soll es mit dem Altersvorsorgedepot neue Möglichkeiten geben, privat und staatlich gefördert mit Wertpapieren für den Ruhestand vorzusorgen. peshkov - Fotolia.com
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Bundestag und Bundesrat haben gerade erst die Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen: Im Mittelpunkt dieser Reform steht die Schaffung des sogenannten Altersvorsorgedepots. Damit lassen sich zum Beispiel Fonds und ETFs (Exchange Traded Funds) für das Alter ansparen. Doch laut einer aktuellen Befragung bleibt die Altersvorsorge per Aktie für viele Menschen in Deutschland trotz neuer staatlicher Förderung ein rotes Tuch: Zwar würde mehr als jeder Dritte (37,7 Prozent) der 1.105 Erwerbstätigen, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Postbank befragt hat, nach eigenen Angaben wahrscheinlich ein gefördertes Altersvorsorgedepot eröffnen. Aber fast jeder Zweite (46 Prozent) hält dies für unwahrscheinlich.

Gut ein Drittel der Berufstätigen (34,4 Prozent) gaben in der repräsentativen Umfrage von Anfang April an, eine sicherheitsorientierte Anlage mit garantiertem Auszahlungsbetrag (Garantievorsorge) einer chancenorientierten Anlage in Wertpapieren ohne Garantien (Altersvorsorgedepot) vorzuziehen.

Altersvorsorgedepot: Wie Sparer ab 2027 fürs Alter vorsorgen können

Ab Januar 2027 soll es neue Möglichkeiten geben, privat und staatlich gefördert über ein Altersvorsorgedepot für den Ruhestand vorzusorgen. Zudem sollen Kinder und Jugendliche mit der sogenannten Frühstart-Rente ein Startkapital für ihre private Altersvorsorge erhalten.

Gut ein Viertel (27,7 Prozent) aller 2.059 befragten Erwachsenen sieht sich durch die staatliche Förderung der Wertpapieranlage im Rahmen der privaten Altersvorsorge bestärkt, Geld in Aktien und Fonds anzulegen. (dpa/aml)

Mehr zum Altersvorsorgedepot erfahren Sie im Beitrag „Riester-Reform beschlossen: Das Altersvorsorgedepot kommt“.

Was die private Altersvorsorge mit Wertpapieren bremst

„Die Umfrage zeigt, dass das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot zwar auf Interesse stößt, aber bislang keine breite Zustimmung in der Bevölkerung findet“, fasst Ulrich Stephan zusammen, Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. 

„Staatliche Förderung kann ein Impuls sein, Wertpapiere in die persönliche Vorsorge einzubeziehen – aber es braucht mehr verständliche Information und Aufklärung, besonders zum Altersvorsorgedepot“, so Stephan. Mangelndes Finanzwissen sei immer noch das größte Hemmnis für Wertpapiere als Teil der privaten Vorsorge. Breite Teile der Bevölkerung könnten das Risiko von Fonds und Aktien schwer einschätzen.

Handwerkerin sitzt an einem Schreibtisch und kümmert sich um die Steuern und Finanzen ihres Betriebs.

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