Die Ostdeutschen Handwerkskammern legen eine gemeinsame Erklärung vor: Unter anderem soll Berufsorientierung an allen Schulformen Pflicht werden.
Die Präsidentinnen und Präsidenten der ostdeutschen Handwerkskammern haben eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, in der sie Politik und Gesellschaft auffordern, das Handwerk als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen. Das Papier entstand bei der planmäßigen Tagung Ende September in Halle (Saale).
Die Sicherung des eigenen Berufsstandes durch ausreichend Nachwuchs sei eine der drängendsten Aufgaben des Handwerks, und zwar sowohl in der Ausbildung als auch in der Qualifizierung zum Handwerksmeister.
In der gemeinsamen Erklärung verlangen sie:
Nach Ansicht der Kammerspitzen leistet das ostdeutsche Handwerk weit mehr als wirtschaftliche Wertschöpfung: Es gewährleiste Versorgung, Ausbildung und Beschäftigung und halte Stadt und Land zusammen. Damit das auch in Zukunft so bleibe, seien verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine starke berufliche Bildung und die klare Anerkennung des Handwerks als gesamtgesellschaftliche Aufgabe nötig.
“Die Herausforderungen für das Handwerk sind immens. Unser Austausch dient auch dazu, mit einer Stimme zu sprechen.”
850.000 Beschäftigte, 100 Milliarden Euro Umsatz, 168.000 Unternehmen: So beziffern die Präsidenten die Bedeutung des Handwerks in den 13 Kammerbezirken. Als Ausbilder, Arbeitgeber und Steuerzahler sei die Branche ein wichtiger Teil der regionalen Wirtschaft.
Das Fazit der Präsidenten: Ohne ein starkes Handwerk lasse sich die Versorgung nicht sichern, ohne Ausbildung und Zusammenhalt in den Regionen gehe es nicht. Wer gleichwertige Lebensverhältnisse erhalten wolle, müsse deshalb das Handwerk stärken, und zwar politisch, wirtschaftlich wie gesellschaftlich.

Anlass des Treffens war die planmäßige Tagung der Präsidenten der Handwerkskammern aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Gastgeber war Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, der zunächst zu einem Austausch über aktuelle politische Entwicklungen in Sachsen-Anhalt einlud. Anschließend sprachen die Teilnehmer über regionale und internationale Herausforderungen sowie über die Prognosen zur künftigen Entwicklung der Unternehmenszahlen. Diese Diskussion mündete in die gemeinsame Erklärung. Sie wurde von den Präsidentinnen und Präsidenten der Handwerkskammern Chemnitz, Cottbus, Dresden, Erfurt, Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg, Halle (Saale), zu Leipzig, Magdeburg, Ostmecklenburg-Vorpommern, Ostthüringen, Potsdam, Schwerin und Südthüringen getragen.

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