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Berufsbildungsbericht

Mehr Azubis im Handwerk – doch die Ausbildung bleibt unter Druck

Mehr Verträge, aber unversorgte Bewerber und regionale Unterschiede: Die aktuellen Zahlen zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt zeigen Licht und Schatten.

2 Min.07.05.2026, 13:50 Uhr (Aktualisiert am 29.05.2026, 10:54 Uhr)
Von
Katharina Wolf
Katharina Wolf
Katharina Wolf
junger Bäcker am Ofen
Ihr Beruf stößt auf mehr Interesse: Im Bäckerhandwerk stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge 2025 deutlich. AntonioDiaz - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Mehr Azubis im Handwerk – doch die Ausbildung bleibt unter Druck. In: /politik-und-wirtschaft/mehr-azubis-im-handwerk-doch-die-ausbildung-bleibt-unter-druck, 07.05.2026, /politik-und-wirtschaft/mehr-azubis-im-handwerk-doch-die-ausbildung-bleibt-unter-druck (abgerufen am: 05.11.2026)

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Katharina Wolf
Katharina Wolf

Freie Autorin für Betriebsführung und Politik & Wirtschaft

Gegen den Trend ist im Handwerk die Zahl der Ausbildungsverträge leicht gestiegen. Im Ausbildungsjahr 2025 wurden insgesamt 135.540 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge registriert, und damit 488 oder 0,4 Prozent mehr als 2024. Mit einem Anteil von 28,5 Prozent an allen Neuabschlüssen ist das Handwerk auch 2025 der zweitgrößte Ausbildungsbereich. Dies geht aus Zahlen des jetzt veröffentlichten Berufsbildungsberichts 2026 hervor.

Aufgeschlüsselt nach Berufen und Bundesländern zeigt sich für das Handwerk ein höchst unterschiedliches Bild: So gab es bei den Mechatronikern einen starken Rückgang neuer Ausbildungsverhältnisse um 8,6 Prozent, bei den Bäckern stieg sie hingegen um mehr als 17 Prozent. Und während die Zahl der Azubis im Handwerk in Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg stieg, ging sie im Saarland, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zurück.

Im Handwerk wurden 3.000 Ausbildungsplätze weniger angeboten

Grundsätzlich aber zeigt der Bericht, dass die Ausbildung weiterhin unter Druck steht. So sank die Zahl der angebotenen Lehrstellen über alle Branchen hinweg um 4,6 Prozent auf 530.300. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im dualen System über alle Branchen hinweg ging um 2,1 Prozent auf 476.700 zurück. Im Handwerk wurden knapp 3.000 Ausbildungsplätze weniger angeboten, ein Minus von 1,9 Prozent.

Leicht gesunken ist zudem die Zahl der ausbildenden Betriebe. Die Ausbildungsquote ging über alle Branchen hinweg um 0,1 Prozent auf 18,7 Prozent zurück.

“Das sind zu viele Bildungs- und Karrierechancen, die ungenutzt bleiben.”

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH)

16.000 Lehrstellen im Handwerk bleiben unbesetzt

Groß bleiben zudem die sogenannten Passungsprobleme: Während zum 30. September 2025 noch 84.400 junge Leute noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren(+ 14.000), gab es gleichzeitig 54.400 unbesetzte Ausbildungsstellen (− 15.000). Im Handwerk blieben mehr als 16.000 Ausbildungsstellen unbesetzt.

„Das sind zu viele Bildungs- und Karrierechancen, die ungenutzt bleiben“, kommentiert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), die Zahlen. Er forderte Maßnahmen, um diese Passungsprobleme zu beheben, etwa durch eine Ausweitung der Berufsorientierung auf alle Klassen der Sekundarstufe I und eine stärkere Ausrichtung auf die Praxis im Handwerk. Gleichzeitig müssten Grundkompetenzen der Schülerinnen und Schüler gestärkt werden: „Lerndefizite junger Menschen gefährden immer häufiger die Aufnahme einer Ausbildung und den Prüfungserfolg“, so Schwannecke.

Der Bundestag in Berlin.

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