Trotz nachgebessertem Angebot der Arbeitgeberseite endete auch die dritte Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk ergebnislos. So reagieren Bundesinnungsverband und Gewerkschaft.
Auch nach zwölf Stunden Verhandlung gibt es keinen neuen Tarifabschluss für das Gebäudereiniger-Handwerk. Die dritte Runde endete in Köln ohne Ergebnis. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hatte zuvor ein nachgebessertes Angebot vorgelegt. Doch die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) lehnt es ab und hält an ihrer Forderung nach zwei Euro mehr pro Stunde fest.
Für die Lohngruppe 1 sieht das Tarifangebot der Arbeitgeber laut BIV Folgendes vor:
Insgesamt entspricht dieses Angebot einem Plus von 3,8 Prozent und fällt damit höher aus als zuvor. Ende Oktober hatten die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen ein erstes Angebot vorlegt und ein Plus von insgesamt 3,4 Prozent vorgeschlagen.
„Wir sind der Gewerkschaft erneut entgegengekommen. Damit haben wir unsere Kompromissbereitschaft unter Beweis gestellt“, sagt Christian Kloevekorn, Vorsitzende der BIV-Verhandlungskommission. Er verweist auf die wirtschaftliche Lage der Betriebe. Steigende Kosten, insbesondere für Sozialabgaben, und eine nachlassende Kundennachfrage belasteten das Handwerk, erklärt er. Die Forderung der IG BAU sei aus Sicht des Verbands mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Betriebe nicht vereinbar.
Die IG BAU sieht das anders. Das Angebot der Arbeitgeber sei „absolut nicht akzeptabel“, kritisiert Zeynep Bicici, Verhandlungsführerin der IG BAU. „Die Reinigungsunternehmer verstehen einfach nicht, dass die Beschäftigten deutlich mehr im Portemonnaie brauchen, um im ganz normalen Leben über die Runden zu kommen.“
Die Gewerkschaft hält weiterhin an ihrer bestehenden Tarifforderung fest – also zwei Euro mehr pro Stunde für alle Lohngruppen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. In der Innen- und Unterhaltsreinigungsarbeiten (Lohngruppe 1) hätte das einen Anstieg der Lohnuntergrenze auf 17 Euro zur Folge – bislang liegt der Branchenmindestlohn dort bei 15 Euro. Und in der Glas- und Fassadenreinigung (Lohngruppe 6) müssten Betriebe nach Vorstellungen der Gewerkschaft 20,40 Euro pro Stunde zahlen, bislang liegt die Lohnuntergrenze dort bei 18,40 Euro.
Bicici bezeichnet den Tarifvorschlag des BIV als „Dumping-Angebot“ und zeigt sich entschlossen: „Die Stimmung unter den Beschäftigten brodelt. Sie sehen, wie Umsatz und Gewinne der Gebäudereinigungsfirmen stetig zunehmen und ihre Einnahmen.“ Sie prognostiziert, dass den Arbeitgebern die Antwort der Beschäftigten auf das vorliegende Angebot nicht gefallen werde. Die Verhandlungsführerin der IG BAU weist zudem darauf hin, dass die Friedenspflicht am 31. Dezember dieses Jahres auslaufe.

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