In der Gebäudereinigung stehen bald Tarifverhandlungen an: Die IG Bau fordert einen Festbetrag für alle Beschäftigten. So reagieren die Arbeitgeber.
Plus zwei Euro für alle Beschäftigten – das fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) für die anstehenden Tarifverhandlungen im Gebäudereiniger-Handwerk.
Aktuell beträgt der Branchenmindestlohn, den Ungelernte in der Gebäudereinigung erhalten, 15 Euro pro Stunde (Lohngruppe 1). Für Fachkräfte liegt die Lohnuntergrenze seit dem 1. Januar 2026 bei 18,40 Euro pro Stunde (Lohngruppe 6). Sollte sich die Gewerkschaft in den Tarifverhandlungen mit ihrer Forderung durchsetzen, würden die beiden Branchenmindestlöhne auf 17 Euro beziehungsweise 20,40 Euro steigen.
Die IG Bau fordert nach eigenen Angaben bewusst einen Festbetrag, damit vor allem die unteren Lohngruppen angehoben werden. „Die Beschäftigten leiden sehr unter der ansteigenden Inflation. Die Lebensmittelpreise, die Energiekosten, die Mieten und vieles andere mehr sind immens gestiegen, das reißt richtige Löcher in die Haushaltskassen“, sagt Ulrike Laux aus dem Vorstand der IG Bau.
Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) weist die Forderung der Gewerkschaft entschieden zurück. „Nach Jahren der Stagnation und Rezession befindet sich die deutsche Wirtschaft weiterhin in einer Schwächephase. Die außergewöhnlichen Inflationsjahre liegen hinter uns, die Belastungen der Betriebe nicht“, erklärt Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Tarifkommission.
Der Arbeitgebervertreter sieht die Betriebe vielmehr vor neuen Herausforderungen:
Vor diesem Hintergrund kritisiert Kloevekorn, dass der Tarifvorstoß der IG Bau „kein verantwortungsvoller Beitrag für die Branche“ sei und bezeichnet ihn als „Symbolpolitik ohne Bezug zur ökonomischen Realität“.
Nach Angaben des Bundesinnungsverbands soll die erste Tarifrunde in der Gebäudereinigung am 9. September 2026 stattfinden.

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