Zu viel Zeit am Smartphone? Drei einfache Regeln helfen
Das Smartphone ist nicht nur praktisches Helferlein in allen Lebenslagen, sondern auch Störenfried, Zeitfresser und Suchtmittel. Mit einfachen Maßnahmen gewinnen Sie die Kontrolle zurück.
Auf einen Blick
Wir verbringen immer mehr Zeit am Smartphone. 180 Minuten, also volle drei Stunden, sind es laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom derzeit. Jüngere nutzen es oft länger als Ältere, Männer mehr als Frauen. Doch einheitlich bleibt die Tendenz nach oben. 2022, also gerade mal vor vier Jahren, waren es täglich noch 134 Minuten und damit eine gute Dreiviertelstunde weniger.
Kein Wunder, sagt Entspannungscoach Christian Bremer. Das Smartphone sei mittlerweile deutlich mehr als nur ein Telefon: „Es hat sich wie eine Krake in unserem Leben ausgebreitet.“ Wichtigster Kontaktkanal im Betrieb und privat, Kamera, Portemonnaie, Nachrichtenquelle, Navigationsgerät, mobiles Büro und Lexikon – all das und noch viel mehr ist für viele Menschen ihr Telefon.
Nicht das Smartphone ist das Problem, sondern der Umgang damit
„Das Problem dabei ist nicht das Gerät an sich“, betont der Coach. „Es ist ein wunderbares Werkzeug, das das Leben enorm erleichtert.“ Doch es brauche Regeln im Umgang damit. „Sonst wird aus dem Werkzeug ein Störsender, der mich permanent unterbricht, um meine Aufmerksamkeit zu erregen und sie möglichst lange zu binden.“ Mit Folgen für den Alltag: „Nach einer Unterbrechung dauert es zwischen fünf und 20 Minuten, bis ich die volle Konzentration aufbringen kann“, so Bremer.
Zudem führe die permanente Erreichbarkeit und die Fülle der Nachrichten schnell zu Ruhelosigkeit, Überforderung und Unzufriedenheit. „Im Umgang mit dem Smartphone muss man sich klar machen, dass eine Armee von Produkt- und Software-Designern uns emotional abhängig von dem Gerät machen will, damit wir möglichst viel Zeit mit ihm verbringen und sie uns möglichst viel verkaufen kann“, betont der Coach. „Umso wichtiger ist es also, das Gerät zu beherrschen, statt sich beherrschen zu lassen.“
Er empfiehlt daher, sich an drei einfache Regeln zu halten, um wieder selbst Chef der Maschine zu werden, statt sich ihr auszuliefern.
Regel 1: Kaufen Sie ein zweites Smartphone, um Berufliches und Privates zu trennen
Der erste Rat klingt widersprüchlich: Ein zweites Gerät, um weniger am Smartphone zu hängen? „Ja“, sagt Bremer. „Wer sein Smartphone beruflich viel nutzt, kann so wirklich abschalten.“ Sonst bestehe immer die Gefahr, dass das Handy die Tür zur Arbeit aufhält. „Kunden schicken auch gerne mal abends eine Whatsapp-Nachricht“, nennt der Coach ein Beispiel. Und schon sind Sie wieder mitten in der Arbeit.
Gleichzeitig können dann private Nachrichten, etwa der Gruppenchat des Fußballteams oder die Familiengruppe, Sie nicht mehr beim Kundengespräch oder beim Kalkulieren eines Angebots unterbrechen.
Konkret bedeutet das: Auf dem beruflichen Gerät werden nur Apps installiert, die Sie auch tatsächlich für die Arbeit nutzen. Instagram zum Beispiel gehört nur auf das berufliche Phone, wenn Sie es für den Betrieb brauchen. Alles andere fliegt runter. Das private Handy wiederum darf nicht in der Lage sein, sich ins Betriebsnetzwerk einzuloggen oder online berufliche Nachrichten abzurufen. „Sorgen Sie für eine saubere Trennung“, betont Bremer.
Regel 2: Schalten Sie alle Push-Nachrichten aus
Whatsapp, E-Mail, die neuesten Fußballergebnisse oder ein Online-Magazin: Apps schicken uns ständig Push-Nachrichten, um uns permanent auf dem neuesten Stand zu halten. „Jedes Mal werden wir in unserer Tätigkeit unterbrochen“, sagt Bremer. Dabei seien die meisten Push-Nachrichten völlig überflüssig: „Ich muss nicht sofort wissen, dass ich eine E-Mail bekommen habe, weil ich darauf nicht sofort reagieren muss“, betont der Coach. „Wenn es wirklich dringend ist, rufen die Leute an.“
Er empfiehlt daher, alle Push-Nachrichten abzuschalten und das Handy öfter in den Nicht-stören-Modus zu versetzen. „So kann ich dann selbst definieren, wer und was durchkommt“, so Bremer.
Regel 3: Verbannen Sie das Smartphone aus dem Schlafzimmer
Oft geht der erste Griff am Morgen und der letzte Blick am Abend zum Smartphone, weil es als Wecker oder Einschlafhilfe fungiert. „Das Handy hat im Schlafzimmer nichts verloren“, sagt hingegen Christian Bremer. Wer schon morgens zum Handy greife, um den Wecker auszuschalten, bekomme sofort nach dem Aufwachen die neuesten Nachrichten aus der ganzen Welt serviert.
„Das ist nicht gut für den Start in den Tag“, ist Bremer überzeugt. „Kaufen Sie sich lieber einen Wecker und laden Sie Ihr Smartphone nicht nachts am Bett.“ So können auch spätabendliche Kundennachrichten oder Krankmeldungen Sie nicht aufschrecken.
Sie wollen wissen, wie abhängig Sie wirklich vom Smartphone sind? Hier geht’s zum schnellen Selbstest von Chistian Bremer.

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