3D-Planung, CNC und Fünfachser: Wie eine Schreinerei ihre Fertigung digitalisiert und warum trotzdem jeder Fehler in der Zeichnung zählt.
Die Tischlerei Schleper GmbH aus Geeste setzt auf eine digitale Fertigungstechnik. Der Betrieb mit 35 Beschäftigten arbeitet seit rund 20 Jahren mit CAD-Systemen und der CNC-Bearbeitung. Mittlerweile nennt die Tischlerei einen CNC-Maschinenpark ihr Eigen. Zu den Leistungen des Betriebs gehören unter anderem der Möbelbau für Privatkunden sowie Objekteinrichtungen für Arztpraxen und Hotels. Zudem sind sie als Zulieferer für andere Tischlereien tätig.

Seit dem Jahr 2021 ist der Betrieb im Besitz einer Fünfachs-Fräsmaschine, mit der sämtliche Materialien wie MDF-Platten, Plexiglas und Massivholzplatten bearbeitet werden können. „Die Stärke und der Nutzen der Fünfachs-Technik liegt allerdings nicht im Material, sondern in der komplexen Freiformbearbeitung bei Schrägen und speziellen Geometrien“, erläutert Patrick Baschner, Geschäftsführer der Tischlerei, staatlich geprüfter Holztechniker und Tischlermeister.
Für das Zeichenprogramm setzt der Betrieb hauptsächlich auf „Palette CAD“, einer 3D-Planungssoftware. Laut Angaben des Anbieters eignet sie sich für sämtliche Bereiche des Möbel- und Innenausbaus. Das Programm überzeugt den Betrieb, auch weil Nacharbeiten zu mehr als 90 Prozent ausgeschlossen seien. „Es gibt allerdings Programme wie anspruchsvolle Sonder- und Freiformen, die eine Nacharbeit erfordern“, so Baschner.
Allerdings läuft „Palette CAD“ nur unter bestimmten Voraussetzungen. Laut Angaben des Anbieters ist es nur mit dem Windows-Betriebssystem kompatibel. Für Mac IOS oder Linux gibt es derzeit keine Version. Zudem gebe es Leistungsunterschiede bei größeren Projekten. Hier empfiehlt der Hersteller eine leistungsstarke Hardware.
Doch trotz dieser Voraussetzungen setzt die Tischlerei Schleper weiterhin auf die Software. „Wir können damit Planungen von anderen Tischlerbetrieben in Palette CAD übernehmen und mit nur sehr wenigen Anpassungen direkt auf unseren eigenen Maschinenpark bringen“, so Baschner. Für die Fünf-Achs-Bearbeitung eigne sich das Programm jedoch nicht. Für die Bearbeitung mit dieser CNC setzt die Tischlerei daher auf eine andere Software.
Dennoch müsse im Vorfeld genau gezeichnet werden. Was im Büro gezeichnet werde, fahre die Maschine eins zu eins ab. Da der Maschinenbediener kaum noch Möglichkeiten hat, die Daten im Nachhinein zu überprüfen, ist es einfach entscheidend, dass die Programme fehlerfrei aus dem Büro kommen, so der Tischlermeister.

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