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Vom Fachwerkbalken zum Meisterstück

Moderne Dokumentation: Eine Meisterstück-Reise auf Instagram

Aus Fachwerkbalken von 1760 entsteht ein Meisterstück: Tischlermeister Jannis Weidlich zeigt jeden Schritt auf Instagram. Mit Erfolg.

2 Min.03.11.2026, 15:53 Uhr (Aktualisiert am 03.11.2026, 15:58 Uhr)
Von
Jorina Tenberg
Jorina Tenberg
Jorina Tenberg
Jannis Weidlich hinter seinem Meisterstück.
Die Lamellen der Front bestehen aus Fachwerkbalken von 1760. privat

Zitiervorschlag

Moderne Dokumentation: Eine Meisterstück-Reise auf Instagram. In: /gewerke/moderne-dokumentation-eine-meisterstueck-reise-auf-instagram, 03.11.2026, /gewerke/moderne-dokumentation-eine-meisterstueck-reise-auf-instagram (abgerufen am: 03.11.2026)

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Auf einen Blick

Der 24-jährige Tischlermeister Jannis Weidlich dokumentierte die Entstehung seines Meisterstücks über Monate auf Instagram und gab seinen Followern Einblicke in den gesamten Prüfungsprozess.

Für seine Kommode verwendete er Eichenholz aus einem Fachwerkhaus von 1760 und kombinierte traditionelle Handarbeit mit moderner CNC-Technik.

Mehr als 1.800 Follower verfolgten den Weg von den ersten Arbeitsschritten bis zur Fertigstellung. Inzwischen hat Weidlich seinen Meisterbrief erhalten.

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Ein Meisterstück bauen und die ganze Reise auf Instagram dokumentieren: Genau das hat Jannis Weidlich getan. Auf dem Kanal jannis_meisterstueck nahm der 24-Jährige seine Followerinnen und Follower über Monate hinweg mit und gewährte spannende Einblicke in einen wichtigen Meilenstein seiner handwerklichen Laufbahn.

Die Entstehung seines Meisterstücks teilte er Schritt für Schritt mit seiner Community. Von ersten Vorbereitungen über die Materialbearbeitung bis hin zur Fertigung des Möbelstücks konnten Interessierte den gesamten Prozess verfolgen. Gleichzeitig zeigte der Kanal, wie viel Planung, Präzision und Durchhaltevermögen hinter einer Meisterprüfung stecken.

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Jorina Tenberg
Jorina Tenberg

Volontärin für Betriebsführung, IT und Gewerke

Historisches Holz, modernes Meisterstück

Die Grundlage des Projekts bildeten Eichenholzbalken aus einem Fachwerkhaus von 1760 aus seinem Heimatort. Bevor das historische Holz verarbeitet werden konnte, war allerdings einiges an Vorarbeit nötig. Zunächst musste Weidlich das Holz reinigen und sämtliche Metallteile aus den alten Balken entfernen. Erst danach konnte er diese zu Brettern aufschneiden und für die weitere Verarbeitung vorbereiten.

Unterstützung erhielt Weidlich bei der Umsetzung von der Tischlerei Neuhaus aus Oldenburg. Neben klassischer Handarbeit kamen auch moderne Fertigungstechniken zum Einsatz. So fertigte Weidlich einzelne Bauteile mithilfe einer CNC-Maschine. Um seine Ideen frühzeitig sichtbar zu machen, baute der frischgebackene Tischlermeister außerdem ein Modell seines Meisterstücks im Maßstab 1:5. Entstanden ist dieses in der Schulwerkstatt der Fachschule Holztechnik & Gestaltung in Hildesheim und diente zur besseren Visualisierung.

Die Abholung der alten Balken aus dem Heimatort von Jannis Weidlich.
Aus den alten Fachwerkbalken sind viele Kanthölzer entstanden.
Das Innenleben des Meisterstückes.
Die Abholung der alten Balken aus dem Heimatort von Jannis Weidlich. privat

Ein Meisterstück für die Werkstatt und Instagram

Eine Kommode aus Eichenholz von einem Fachwerkhaus von 1760.
Das fertige Meisterstück im WG-Zimmer in Hildesheim. privat

Auf seinem Instagram-Kanal zeigte Weidlich jedoch nicht nur klassische Tischlerarbeiten. Bei dem Gestell der Kommode waren auch Arbeitsschritte eines anderen Gewerkes notwendig. So schrieb er unter den Beitrag, nachdem die Füße für das massive Stahlgestell gefräst waren: „Es war sehr interessant, mal wieder neue Einblicke in ein anderes Handwerk zu erlangen.“ Nach dem Fräsen der Bauteile musste er das Gestell anschließend noch schweißen.

Seine bislang schon auf über 2700 angewachsenen Follower konnten so den gesamten Entstehungsprozess seines Meisterstücks von den ersten Arbeitsschritten bis zur Fertigstellung des Möbelstücks in den einzelnen Videos im Detail verfolgen. Mit Erfolg: Inzwischen ist das Meisterstück fertiggestellt, und Weidlich hält seinen Meisterbrief in den Händen. „Das war eine Herzensangelegenheit, so ein Projekt macht man nur einmal im Leben“, resümiert Weidlich. Noch steht die Kommode in seinem WG-Zimmer in Hildesheim, doch sie soll ihn stets auf seinem Weg begleiten.

Ein Tischler schleift ein Holzbrett in seiner Werkstatt ab.

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Varos - stock.adobe.com

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