Eine erst im Dezember 2025 gegründete Genossenschaft erwirbt die leer stehenden Back- und Verkaufsräume aus der Insolvenz. Der Bäckermeister steht auch schon bereit.
Noch gibt es keine frischen Brötchen auf Helgoland, aber schon bald könnte es soweit sein. Zumindest hat die Inselgenossenschaft Helgoland einen wichtigen Schritt erreicht: Anfang September unterzeichneten die Vorsitzenden Mario Peterscheck und Adrian Wolf den Kaufvertrag für die Immobilie, in der sich bis Ende 2024 die einzige Bäckerei auf Deutschlands einziger Hochseeinsel befunden hatte. Sie hatte Insolvenz anmelden und schließen müssen.
„Für alle rund 1.200 Mitglieder unserer im Dezember 2025 gegründeten Genossenschaft ist das ein Tag zum Feiern“, sagt Peterscheck. Es ist nicht nur Co-Vorsitzender der Genossenschaft, sondern der gelernte Bäckermeister möchte möglichst bald als „Halunder Bakker“ – helgoländisch für „Helgoländer Bäcker“ – Brot und Kuchen anbieten. „Das war der Meilenstein, der es aus unserer Sicht fast unmöglich macht, die Wiederauferstehung einer Bäckerei auf Helgoland noch zu verhindern“, sagt der Bäcker.
Die Genossenschaft hatte sich gegründet, nachdem der erste Versuch, die Bäckerei zu retten, an Finanzierungsfragen gescheitert war. Stimmt nun die Gläubigerversammlung zu, kann die Arbeit beginnen. Ab sofort habe die Inselgenossenschaft Zugang zu den Liegenschaften, schreiben die Vorsitzenden in einer Presseinformation: „Das heißt konkret, dass jetzt mit Nachdruck entsorgt, gereinigt, gewerkelt und gebaut werden kann. Auch hier können und werden sich Mitglieder der Genossenschaft aktiv einbringen.“ Geht der Plan auf, könnte die Bäckerei im April 2027 öffnen.
In der Zwischenzeit konnten sich Inselbewohner und Touristen schon von der Qualität des künftigen „Halunder Bakkers“ überzeugen. Bei diversen Großveranstaltungen bot Bäckermeister Peterscheck Backwaren und Speisen an. Vor allem der Zwiebelkuchen habe sich dabei beinahe ähnlicher Beliebtheit erfreut, wie sie Backwaren von Helgoland zu früheren Zeiten hatten, verraten die Vorsitzenden. Weitere Veranstaltungen, wie beispielsweise ein „Abriss-Festival“ der alten Backstube, sind in Planung.
„Mit dieser Entwicklung werden sich nun sicherlich auch noch die letzten Skeptiker vom genossenschaftlichen Modell überzeugen lassen“, sagt Adrian Wolf. „Wir freuen uns nach wie vor über jedes weitere Mitglied und das einzigartige Netzwerk, das wir hier entstehen lassen können!“

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