Von „Crashout“ bis „Du bist gut genug“: Wir erklären zehn Wörter, die in diesem Jahr bei Jugendlichen trenden – mit Anwendungsbeispielen aus dem Handwerksalltag
Dieser Begriff ist ein absoluter Klassiker. Je nach Situation kann er Freund, Kollege oder Kumpel bedeuten. Manchmal wird „Digga“ aber auch als Ausruf genutzt. Zum Beispiel: „Digga, was war das denn?!“
Beispiel aus dem Handwerk: Sie arbeiten mit Ihren Azubis im fünften Stock auf Baustelle und wollen loslegen. Doch ein wichtiges Arbeitsmittel fehlt. „Digga, hast du ernsthaft die Kabeltrommel im Transporter liegen lassen?“ wäre dann ein möglicher Kommentar unter den Azubis. Dabei hoffen sie auch, dass der Meister nicht „Crashout“ geht.
So lautet der Refrain des Songs, den das Produzentenduos Kitschkrieg zusammen mit Blumengarten und Shirin David veröffentlicht hat. Das Lied geht aktuell viral und hat sich nicht nur auf TikTok rasant verbreitet.
Inzwischen gibt es dazu zahllose Memes, Interpretationen und Parodien. In sozialen Medien wird der charakteristisch mit Kopfstimme gesungene Refrain etwa abgewandelt zu „Arbeitszeitbetruuuuug“. Auf der Baustelle oder in der Werkstatt könnte es zum Beispiel so klingen, wenn bei einem Auftrag der Zeitplan nicht gehalten werden kann: „Wir sind im Veerzuuuuug“.
Das ist ein humorvoller Ausdruck für „richtig gut“, „stark“ oder „gefällt mir“. Die Redewendung hat zwar keine direkte Bedeutung. Jugendliche nutzen sie aber, um Lob oder Zustimmung auszudrücken.
Beispiel: Wenn Sie Ihren Azubi fragen, wie der neue Akkuschrauber funktioniert, könnte die Antwort „Wirklich gute Käse“ lauten. Sie können sich in diesem Fall sicher sein, dass Sie einen gutes Gerät für Ihr Team angeschafft haben.
Der Begriff „Macker“ bezeichnet je nach Kontext einen Boyfriend (Englisch für fester Freund), Crush (Schwarm), Kumpel oder einfach einen Typ. Das Wort gibt es schon lange, wird von Jugendlichen aber aktuell wieder häufiger verwendet – oft ironisch oder liebevoll.
So könnte das Jugendwort im Handwerksalltag verwendet werden: Wenn die Einsatzplanung für die nächste Woche bekannt gegeben wird und Ihr Azubi möchte „mit seinem Macker auf die Baustelle“, dann wissen Sie er meint einen seiner Lieblingskollegen.
Dieser Trendbegriff kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Gipfel“. Und genauso wird er auch in der Jugendsprache verwendet: Wenn etwas „peak“ ist, dann ist es das Beste vom Besten, der absolute Höhepunkt oder eine 10/10.
Handwerksbeispiel: Der Meister hält die Wasserwaage an das frisch montierte Regal. Der Azubi steht daneben und wartet schon auf die nächste Anpassung. Doch die Blase bleibt exakt in der Mitte stehen. Der Meister zieht überrascht die Augenbrauen hoch. Daraufhin kommentiert der Azubi: „Das ist Peak-Handwerk!“. Damit meint er, dass der Arbeitsauftrag perfekt und ohne Nacharbeit ausgeführt ist.
Auch dieses Jugendwort kommt ursprünglich aus dem Englischen: Ragebait bedeutet übersetzt Wut-Köder. Damit ist Content gemeint, der absichtlich triggern – also eine starke emotionale Reaktion auslösen – soll. Mit provokanten Aussagen, offensichtlichen Falschbehauptungen oder komplett wilden Meinungen versuchen die Macher solcher Inhalte, Wut bei ihren Mitmenschen auszulösen.
Beispiel: In den sozialen Medien taucht ein Video auf, in dem jemand behauptet. „Mal ehrlich: Braucht man 2026 überhaupt noch Handwerker, wenn es Tutorials auf YouTube gibt?“ Die Kommentare explodieren. Das dürfte ein klassischer Ragebait sein, denn diese Behauptung ist offensichtlich falsch, schließlich gibt es den Fachkräftemangel.
Dieser Begriff war schon 2025 unter den Trendwörtern bei Jugendlichen. Er kommt ursprünglich aus der Gaming-Szene und bedeutet so viel wie „Sorry, mein Fehler“. Wenn Jugendliche „Schere“ sagen, räumen sie damit einen Fehler ein und entschuldigen sich zugleich dafür.
Hier noch ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Ein Azubi montiert bei einem Schrank die Rückwand, die er kurz zuvor selbst zugeschnitten hat und ruft plötzlich laut „Schere“. Damit will er ausdrücken, dass er etwas falsch gemacht hat. Vielleicht hat er beim Zuschnitt der Rückwand die falschen Maße genommen.
Dieses Jugendwort stammt aus dem Türkischen und bedeutet „super“. Bekannt geworden ist die Floskel laut Langenscheidt-Verlag durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinen Rennen auf die Frage, wie es ihm gehe, mit „Süper!“ antwortete.
Hier ein mögliches Anwendungsbeispiel aus dem Handwerk: In der Bachstube holt ein Azubi den Kuchen aus dem Ofen. Er begutachtet sein Werk und sagt freudig: „Der sieht süper aus.“ Ein Jugendwort, das keiner großen Erklärung bedarf.
Für das Jugendwort des Jahres kann ab sofort unter jugendwort.de abgestimmt werden. Das Voting läuft etwas mehr als drei Wochen. Am 28. August 2028 will der Verlag dann die Top drei bekannt geben. Anschließend bleibt knapp einen Monat Zeit, um für das Siegerwort abzustimmen. Das Jugendwort des Jahres 2026 soll dann am 10. Oktober 2026 bekannt gegeben werden.
Das Jugendwort des Jahres wird bereits seit 2008 gekürt. „Das Jugendwort sorgt inzwischen jedes Jahr für Diskussionen, Memes und Aufmerksamkeit. Genau das zeigt, wie sehr Sprache Menschen verbindet, bewegt und die Generationen unterscheidet”, erklärten Jenny Dolpp und Artur Raiser von PONS Langenscheidt bereits vor Bekanntgabe der zehn Begriffe, die in diesem Jahr ins Voting gehen.
In den vergangenen Jahren konnten sich bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres Begriffe wie „Aura“ (2024), „goofy“ (2023), „smash“ (2022), „cringe“ (2021) oder „lost“ (2020) durchsetzen.
Auch 2026 sucht der Verlag PONS Langenscheidt wieder das Jugendwort des Jahres: Damit wird ein Nachfolger für „das crazy“ gesucht. Diese Redewendung konnte sich bei der Wahl 2025 durchsetzen. Sie ist die verkürzte Form von „Das ist crazy“, was auf Deutsch „Das ist verrückt“ heißt.
Der Verlag hat jetzt die zehn Begriffe bekannt gegeben, die bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres 2026 ins Rennen gehen. Sie lauten:
Sie können mit allen dieser 10 Begriffe etwas anfangen? Dann dürften Sie kein Problem haben, die jungen Leute bei Ihnen im Team zu verstehen. Falls Sie die ein oder andere Lücke haben, kommen hier die Erklärungen mit Anwendungsspielen aus dem Handwerk.
Eine feste Bedeutung hat „67“ (gesprochen „six seven“) nicht. Gerade das macht den Begriff so beliebt: Er ist ein Insider, den viele Jugendliche durch TikTok, Memes und den Song „Doot Doot (67)“ von US-Rapper Skrilla kennen. Oft wird dazu eine bestimmte Handbewegung gemacht.
Da „67“ keine konkrete Bedeutung hat, ist ein Anwendungsbeispiel aus dem Handwerk schwierig. Doch falls Ihre Auszubildenden eine abwägende Handbewegung machen, können Sie die Geste jetzt zumindest einordnen.


Wenn Jugendliche „Crashout“ sagen, meinen sie damit, dass jemand komplett die Nerven verliert oder wegen einer Kleinigkeit völlig ausrastet. Der Begriff wird oft auch scherzhaft oder ironisch verwendet, wenn jemand völlig überreagiert.
Handwerksbeispiel: Die winzige Schraube rutscht der Auszubildenden zum dritten Mal aus den Fingern, prallt auf den Boden und verschwindet irgendwo unter dem Schrank. Sie starrt ihr hinterher und murmelt: „Ich geh gleich Crashout.“ Damit meint sie, dass sie kurz davor ist, die Fassung zu verlieren.

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