Neue E-Transporter, mehr Reichweite und kürzere Ladezeiten: Auf der IAA Transportation 2026 präsentierten die Hersteller zahlreiche Neuheiten für Handwerksbetriebe.
Die Reichweite von E-Transportern steigt, sie laden schneller und bieten flexiblere Konzepte und Einsatzmöglichkeiten: Auf der IAA Transportation 2026 haben Hersteller zahlreiche neue Elektro-Transporter und Nutzfahrzeuge für Handwerksbetriebe vorgestellt. Vom kompakten Stadtlieferwagen bis zum leistungsstarken Transporter zeigt die Branche, wohin die Reise bei elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen geht. Einige Neuheiten haben wir zusammengestellt.




Volkswagen Nutzfahrzeuge bringt diesen Herbst den VW ID. Buzz Cargo mit langem Radstand auf den Markt. Das Laderaumvolumen wächst gegenüber der Vorgängerversion um 0,5 Kubikmeter auf insgesamt 4,4 Kubikmeter. Die Ladefläche ist mit 2.458 Millimetern um 250 Millimeter länger geworden. Die Breite zwischen den Radkästen beträgt 1.230 Millimeter. Praktisch für den Arbeitsalltag: Die zweite Schiebetür gehört nach Angaben des Unternehmens zur Serienausstattung. Erstmals könne eine Europalette durch die seitliche Öffnung geladen werden.
Angetrieben wird der ID. Buzz Cargo LWB von einer 86-kWh-Batterie. Die Heckantriebsversion leistet 210 kW (286 PS), die Allradversion 4MOTION kommt auf 250 kW (340 PS). Die maximale Zuladung beträgt je nach Antriebsvariante bis zu 700 Kilogramm beim Heckantrieb beziehungsweise bis zu 606 Kilogramm beim Allradmodell. Der Vorverkauf beider Modelle startete im September, die Allradversion 4MOTION ist ab 50.630 Euro netto erhältlich. Die Variante mit Heckantrieb startet bei 48.490 Euro netto. Der Aufpreis gegenüber dem ID. Buzz Cargo mit normalem Radstand liegt bei rund 2.340 Euro netto.
Mit dem PV7 erweitert Kia sein Angebot elektrischer Nutzfahrzeuge um einen großen. Das Modell, das auf der IAA Transportation Premiere feierte, wird sowohl als Passenger-Version mit bis zu neun Sitzen als auch als Cargo-Variante mit drei Sitzen angeboten. Der PV7 misst nach Angaben des Unternehmens 5,35 Meter in der Länge, ist 1,995 Meter breit und 1,99 Meter hoch. Sein Radstand beträgt 3,50 Meter. Angetrieben wird der PV7 zunächst ausschließlich über die Vorderräder. Eine Allradversion soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Für gewerbliche Nutzer interessant: Die Cargo-Version bietet je nach Ausführung bis zu 6,1 Kubikmeter Ladevolumen, als Hochdachvariante sogar bis zu 8,0 Kubikmeter. In die Langversion sollen bis zu drei Europaletten in das Fahrzeug passen. Die Ladekante liegt bei 550 Millimetern, was das Be- und Entladen schwerer Werkzeuge, Maschinen oder Materialien erleichtern soll. Die maximale Nutzlast beträgt laut Kia bis zu 1.200 Kilogramm.




Renault kündigt für Ende 2026 eine neue Generation des Trafic E-Tech an. Der Transporter basiert auf einer neuen Elektroplattform mit 800-Volt-Technik und soll Reichweiten von bis zu 450 Kilometern ermöglichen. Der Elektromotor soll mit 150 kW (204 PS) ausgestattet sein. Die Ladezeit von 15 auf 80 Prozent soll nur etwa 20 Minuten betragen, kündigt der Hersteller an. Das Ladevolumen beträgt bis zu 5,8 Kubikmeter, die Nutzlast bis zu 1,25 Tonnen.
Laut Angaben des Herstellers soll es auch eine Plattform-/Fahrgestellversion mit bis zu 1.500 Kilogramm Nutzlast und bis zu 15 Kubikmetern Aufbauvolumen geben. Damit dürfte der neue Trafic zu den leistungsfähigsten elektrischen Handwerker-Transportern der Mittelklasse gehören.
Der eDaily hat in diesem Jahr ein Modellupdate erhalten: Dazu gehören ein markantes, frisches Design sowie ein digitales Cockpit. Zudem hat Iveco eine neue Launchfarbe auf seine Modelle gebracht: Das „Iveco Metallic Grey“ soll eine starke und einheitliche visuelle Identität schaffen. Der Iveco Metallic Grey Transporter leistet bis zu 140 kW (188 PS) und liefert ein Drehmoment von 400 Nm, teilt das Unternehmen mit. Sein Herzstück sei ein flexibles, modulares Batteriekonzept: Je nach Bedarf lassen sich eine bis vier Batterien verbauen, was eine Gesamtkapazität von 37 kWh bis 148 kWh ermöglichen soll. Damit erzielt das Fahrzeug im Stadtverkehr laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern.
Beim Laden an einer DC-Schnellladesäule mit bis zu 115 kW soll sich in rund 20 Minuten Energie für 100 Kilometer nachladen lassen; das normale AC-Laden funktioniert mit bis zu 22 kW. In puncto Nutzwert bleibt der eDaily extrem robust: Er deckt ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 bis 7,2 Tonnen ab, bietet eine Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen und stellt über Nebenantriebe (ePTO) bis zu 50 kW Leistung für Spezialaufbauten bereit.
Mit dem eJolly und dem eSuperJolly hat Iveco sein Angebot an vollelektrischen Transportern in diesem Jahr erweitert. Der eJolly fährt mit einem 100-kW-Elektromotor (136 PS) und ist wahlweise mit 49- oder 75-kWh-Batterie erhältlich. Die Reichweite beträgt nach Angaben des Unternehmens je nach Variante bis zu 352 Kilometer (WLTP). Das Ladevolumen liegt bei 5,3 bis 6,6 Kubikmetern, die Nutzlast bei bis zu 1.280 Kilogramm. Geladen wird mit bis zu 100 kW DC, wodurch sollen sich rund 100 Kilometer Reichweite in etwa zehn Minuten nachladen lassen.
Der größere Iveco eSuperJolly ist für höhere Transportaufgaben ausgelegt. Er verfügt laut Iveco über einen 200-kW-Elektromotor, eine 110-kWh-Batterie und erreicht bis zu 420 Kilometer WLTP-Reichweite. Das maximale Ladevolumen beträgt 17 Kubikmeter, die Nutzlast bis zu 1,4 Tonnen. Das DC-Schnellladen erfolgt mit bis zu 150 kW, womit sich den Angaben zufolge innerhalb von 15 Minuten etwa 100 Kilometer Reichweite nachladen lassen. Das zulässige Gesamtgewicht liegt zwischen 3,5 und 4,25 Tonnen.

Der neue Smart Compact Van des C-Segments von Stellantis Pro One feierte auf der IAA Transportation in Hannover seine Live-Premiere. Er wird von allen Pro-One-Marken unter verschiedenen Modellbezeichnungen angeboten:
Alle vier E-Transporter bieten 136 PS, Schnellladen mit 100 kW und Ladevolumina zwischen 3,3 und 4,4 m³, teilt Stellantis mit. Die größte technische Neuerung ist demnach der Citroën ë-Berlingo First mit seiner neuen 42-kWh-LFP-Batterie.
Zu den Ausstattungsmerkmalen des neu gestalteten Smart Compact Van gehören nach Unternehmensangaben unter anderem


Mit dem vollelektrischen Ford Transit City erweitert Ford Pro seine Transporterpalette. Der kompakte Transporter wurde auf der IAA Transportation 2026 erstmals vorgestellt und richtet sich vor allem an Betriebe mit vielen innerstädtischen Einsätzen.
Der Transit City soll je nach Einsatz bis zu 254 Kilometer WLTP-Reichweite erreichen, im Stadtverkehr sind laut Ford sogar bis zu 381 Kilometer möglich. Die größere Variante bietet rund acht Kubikmeter Ladevolumen und eine Nutzlast von bis zu 1.275 Kilogramm. Zusätzlich wird das Modell erstmals auch als Fahrgestell für individuelle Aufbauten angeboten. Der Marktstart ist für Ende 2026 vorgesehen.
Mit dem neuen Ford Ranger Plug-in-Hybrid bringt Ford die Vorteile eines Elektroantriebs erstmals in die Ranger-Baureihe. Die Antriebseinheit aus Benzinmotor und Elektromotor liefert nach Herstellerangaben 281 PS und ein hohes Drehmoment von 697 Nm. Mit bis zu 43 Kilometern elektrischer Reichweite könnten viele Fahrten im Arbeitsalltag lokal emissionsfrei erledigt werden. Gleichzeitig bleibt der Ranger mit bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast, Allradantrieb und einer Nutzlast von rund einer Tonne voll baustellentauglich.
Für Handwerksbetriebe interessant ist vor allem die Möglichkeit, über das System „Pro Power Onboard“ elektrische Geräte direkt am Fahrzeug zu betreiben. Damit können Werkzeuge, Ladegeräte oder Baustellenausrüstung ohne separates Aggregat mit Strom versorgt werden. Der Pick-up eignet sich besonders für Betriebe, die regelmäßig Anhänger ziehen oder auf unbefestigten Wegen unterwegs sind. Auf der IAA zeigte Ford den Ranger als Alternative zum klassischen Kastenwagen für anspruchsvolle Einsätze.

Einen Ausblick auf die neue Generation der gewerblich genutzten Vans gab Mercedes auf der IAA Transportation. „The Boulder“ nannte der Hersteller eine Skulptur, die die Umrisse und erste Design-Details des künftigen Sprinters zeigen sollte. Auf der Beifahrerseite waren zudem die Konturen eines mittelgroßen Vans zu erkennen, der ebenfalls auf Basis der neuen Van Architektur entstehen wird.
Mit dem neuen elektrischen VLE hat Mercedes-Benz in diesem Jahr eine Grand Limousine vorgestellt. Es sei das erste Fahrzeug auf Basis der neu entwickelten, modularen und antriebsflexiblen Van Architektur. Sie soll die Agilität und den Fahrkomfort einer Mercedes‑Benz Limousine mit der Geräumigkeit und Vielseitigkeit eines MPV (Multi Purpose Vehicle – auf Deutsch übersetzt ein Mehrzweckfahrzeug) vereinen. Die Reichweite gibt der Hersteller mit mehr als 700 Kilometern an. Dank 800-Volt-Technik und einer Ladeleistung von über 300 kW soll der Elektro-Van in 15 Minuten Strom für rund 350 Kilometer Reichweite nachladen können.

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