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Unternehmensfinanzierung

Geschäftskonto finden: Daran sollten Handwerker denken

Es gibt viele Banken, die Geschäftskonten anbieten. Bei der Auswahl sollten Handwerker aber nicht nur die Konditionen vergleichen. 6 Tipps, die einen Unterschied machen.

3 Min.13.03.2025, 15:41 Uhr (Aktualisiert am 09.09.2026, 13:22 Uhr)
Von
Anna-Maja Leupold
Anna-Maja Leupold
Anna-Maja Leupold
Eine Hand hält drei bankkarten in der Hand. Auf dem darunter stehenden Tisch liegen Dokumente und links daneben ein Taschenrechner.
6 Tipps für die Auswahl des Geschäftskontos: Handwerker sollten nicht nur auf den Preis achten. KMPZZZ - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Geschäftskonto finden: Daran sollten Handwerker denken. In: /steuern-und-finanzen/geschaeftskonto-finden-daran-sollten-handwerker-denken, 13.03.2025, /steuern-und-finanzen/geschaeftskonto-finden-daran-sollten-handwerker-denken (abgerufen am: 04.11.2026)

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Anna-Maja Leupold
Anna-Maja Leupold

Redakteurin für Recht, Politik & Wirtschaft und Steuern & Finanzen

Ob Kontoführungsgebühren, Kosten für die Firmenkreditkarte oder der Kontokorrentzins in Prozent – bei Geschäftskonten gibt es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Banken. Doch sollten Handwerker bei der Auswahl allein auf den Preis achten? Unternehmensberater Werner Broeckmann gibt 6 Tipps, was Unternehmer bei der Auswahl auch bedenken sollten.

Tipp 1: Mindestens ein Konto bei einer lokalen Bank

„Eine Bank ist wie eine Versicherung“, sagt Broeckmann, der gelernter Bankkaufmann und Diplom Kaufmann ist und heute vor allem als Sanierungsberater arbeitet. Er empfiehlt Unternehmern bei der Wahl des Geschäftskontos nicht allein auf die Kosten zu achten. „Wenn es Ihrem Unternehmen mal nicht gut geht, dann brauchen Sie eine Bank vor Ort, mit der Sie reden können und die sich wirklich mit Ihrem Betrieb auseinandersetzen will“, sagt Broeckmann.

Er plädiert deshalb dafür, mindestens ein Geschäftskonto bei einer Volksbank oder Sparkasse zu führen. Die seien in der Regel zwar etwas teurer, aber lokal verwurzelt und genau das könne sich in Krisenzeiten auszahlen. Bei größeren Banken sei die Gefahr größer, dass kleine Betriebe in der Krise einfach abgewickelt werden, meint der Berater, der schon viele Unternehmen durch schwierige Sanierungsphasen begleitet hat.

Tipp 2: Mindestens eine zweite Bankverbindung pflegen

Handwerksbetriebe setzen in der Regel nicht nur auf einen Lieferanten. Genau das sollten sie laut Brockmann auch bei Bankverbindungen beherzigen: „Machen Sie sich nicht einseitig abhängig und bauen Sie sich immer mindestens eine zweite Bankverbindung auf.“

Tipp 3: Bestehende Bankverbindungen gut pflegen

Laut dem Berater ist es zudem wichtig, die bestehenden Bankverbindungen alle gut zu pflegen. Dafür hat Broeckmann 3 Empfehlungen:

  1. Zeitnah Bilanz vorlegen: „Sobald der Jahresabschluss vorliegt, sollten Sie Ihren Banken das Dokument zur Verfügung stellen“, rät Broeckmann. Das sei immer auch eine gute Gelegenheit, ein Jahresgespräch zu vereinbaren.
  2. Freiwillig eine Jahresplanung abgeben: „Das ist zwar keine Pflicht“, sagt der Sanierungsberater. Doch aus Erfahrung weiß er, dass Handwerker einen guten Eindruck bei der Bank machen, wenn sie sich mit der Entwicklung des Betriebs aktiv auseinandersetzen.
  3. Keine unabgesprochenen Kontoüberziehungen: Unternehmen verfügen in der Regel über eine Kontokorrentlinie. „Überziehen Sie die nicht ohne Rücksprache mit der Bank, dadurch verschlechtern Sie Ihre Bonität“, warnt Broeckmann. Stattdessen rät er Handwerksunternehmern, Kontakt mit dem zuständigen Berater aufzunehmen und den Kreditrahmen befristet zu erweitern: „Es ist wichtig, dass diese Information bei der Bank im System hinterlegt ist.“

Tipp 4: Nicht ständig die Bank wechseln

Eine gute Geschäftsbeziehung lebt von Vertrauen. Doch um das aufzubauen, braucht es Zeit. Broeckmann empfiehlt Unternehmern deshalb, nicht ständig die Bank zu wechseln: „Es ist gut, wenn man einen Partner hat, der einen langfristig begleitet.“

Doch das bedeute nicht, dass sich Handwerksunternehmer alles von der Bank gefallen lassen müssen: „Wenn Ihre Bank die Preise deutlich anhebt, dann können Sie ruhig nachfragen, ob das wirklich sein muss.“ Seiner Erfahrung nach lässt sich dadurch in manchen Fällen etwas erreichen.

Porträtfoto von Unternehmensberater Werner Broeckmann.
Unternehmensberater Werner Broeckmann rät Handwerksbetrieben, bei Geschäftskonten nicht allein auf die Gebühren zu achten. Reflexion - Das Photoatelier

Tipp 5: Private Banken können bei Kreditvergabe von Vorteil sein

Das Bankensystem in Deutschland besteht aus drei Säulen: Dazu gehören neben Sparkassen und Genossenschaftsbanken auch private Banken. Laut Broeckmann gehen die Institute bei der Kreditvergabe oft unterschiedlich vor: „Sparkassen und Volksbanken versuchen bei der Kreditvergabe an GmbHs manchmal, eine private Bürgschaft zu bekommen“, sagt der Berater aus Erfahrung. Bei privaten Banken hätten Unternehmer, deren Betrieb über eine gute Bonität verfügt, oft Chancen auch ohne eine solche Bürgschaft einen Kredit aufzunehmen.

Tipp 6: Nicht jede Bank bietet alles an

Standardservices wie eine Firmenkreditkarte bieten in der Regel alle Banken. „Betriebe, die besondere Bedürfnisse haben, sollten bei der Auswahl des Geschäftskontos genau hinsehen. Das gelte zum Beispiel für Betriebe, die auch im Ausland aktiv sind – vielleicht, weil sie regelmäßig Material von ausländischen Lieferanten beziehen oder häufig Aufträge außerhalb Deutschlands ausführen. „Solche Betriebe sollten eine Bank wählen, die sich im Auslandgeschäft gut auskennt“, sagt der Unternehmensberater.

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