Logo handwerk.com
Logo handwerk.com
MediadatenÜber handwerk.com Unser TeamNewsletterKontakt
Logo
ImpressumDatenschutzAGB
Urteil

Streit um Geldgeschenke: Sohn muss Schenkungsteuer zahlen

20.000 Euro zu Ostern für den Sohn: Ist das noch ein steuerfreies Gelegenheitsgeschenk – oder fällt es unter die Regeln zur Schenkungsteuer?

2 Min.10.03.2026, 16:37 Uhr
Von
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking
Übliche Gelegenheitsgeschenke sind steuerfrei. Doch wo zieht man die Grenze? 20.000 Euro liegen jedenfalls darüber, sagt ein Finanzgericht.
Übliche Gelegenheitsgeschenke sind steuerfrei. Doch wo zieht man die Grenze? 20.000 Euro liegen jedenfalls darüber, sagt ein Finanzgericht. Andrey Popov - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Streit um Geldgeschenke: Sohn muss Schenkungsteuer zahlen. In: /recht/streit-um-geldgeschenke-sohn-muss-schenkungsteuer-zahlen, 10.03.2026, /recht/streit-um-geldgeschenke-sohn-muss-schenkungsteuer-zahlen (abgerufen am: 04.11.2026)

Infos zum Zitiervorschlag

Hinweis: Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie handwerk.com als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Fügen Sie handwerk.com hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Anzeige

Relevante Themen

Steuerrecht
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking

Freier Autor für Betriebsführung, Recht und Steuern & Finanzen

Der Fall: Ein Sohn erhält von seinem Vater mehrfach Geldgeschenke zwischen 10.000 und 50.000 Euro, einmal sogar 100.000 Euro. Ostern 2015 bekommt er erneut Geld: 20.000 Euro. Zusammen mit den vorherigen Überweisungen summieren sich die Schenkungen auf 450.000 Euro innerhalb von neun Jahren. Das ist deutlich mehr als der Steuerfreibetrag von 400.000 Euro für Schenkungen zwischen Eltern und Kindern innerhalb von zehn Jahren.

Der Vater stirbt. In seiner Erbschaftsteuererklärung gibt der Sohn an, innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Tod des Vaters acht Geldgeschenke erhalten zu haben. Diese seien als „übliche Gelegenheitsgeschenke“ nach dem Erbschaftsteuergesetz steuerfrei.

Das Finanzamt sieht in der Osterüberweisung hingegen kein übliches Gelegenheitsgeschenk. Und weil der Vater zu dem Zeitpunkt noch lebte, verlangt es 1.400 Euro Schenkungsteuer: Der Sohn legte Einspruch ein, den das Finanzamt zurückweist.

Das Urteil: Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entscheidet gegen den Sohn. Der Begriff „übliche Gelegenheitsgeschenke“ sei auslegungsbedürftig. Ein Gericht dürfe sich dabei nicht an den Vermögensverhältnissen von Schenker und Beschenktem orientieren. Andernfalls wären teure Geschenke bei Reichen steuerfrei, während sie in weniger wohlhabenden Kreisen als unüblich und steuerpflichtig gälten. Maßgeblich sei daher die „allgemeine Verkehrsanschauung“ – und nach der überschreite ein Geldbetrag von 20.000 Euro zu Ostern die Grenze zum steuerpflichtigen Geschenk (Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 4. Dezember 2025, Az. 4 K 1564/24).

Tipp: Sie wollen beim Thema Steuern nichts verpassen? Nutzen Sie den kostenlosen Newsletter von handwerk.com. Jetzt hier anmelden!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Empfohlene Artikel

Auf einem Dokument mit dem Namen "Erbschaftssteuererklärung" liegt ein 100 Euro Schein, ein Kugelschreiber und zwei Münzen.
Direktversicherung

Wann zahlen Hinterbliebene doppelt Steuern?

Nicht verheiratete Paare sind im Todesfall im Nachteil: Auf das Geld von der Direktversicherung fallen Einkommen- und Erbschaftsteuer an.

Steuererklärung
Prokuristin Inga Köllner und Debitorenbuchhalterin Jessica Kleber (vorne im Bild) im Büro von Herden & Köllner Haustechnik in Hannover
Empfangspflicht kommt ab 2027

„Zum Glück gibt es die E-Rechnung“

Mit der E-Rechnung hat Inga Köllner bislang gute Erfahrungen gemacht. Hier sagt sie, welche Vorteile sie im Betriebsalltag spürt und wie sie sich auf die Ausstellungspflicht vorbereitet.

Digitalisierung
Ein Team feiert bei der Arbeit: Durch die Luft fliegt Konfetti und die Mitarbeitenden haben Sektgläser in der Hand.
Zehn Tipps

So setzen Sie die Weihnachtsfeier 2026 von der Steuer ab

Sie planen eine Weihnachtsfeier für Ihr Team? Diese Steuerregeln sollten Sie vor und nach der Feier beachten – damit nicht alle für Ihre Party zahlen.

Steuerrecht