Gut drei Stunden berieten die Koalitionsspitzen mit den Sozialpartnern. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks sieht die Verantwortung nun bei der Bundesregierung.
Nach dem Treffen zwischen den Koalitionsspitzen mit Vertretern von Wirtschaft und Gewerkschaften fordert Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) ein rasches Handeln der Bundesregierung. Grundsätzlich sei allen Teilnehmern die Notwendigkeit tiefgreifender wirtschaftspolitischer Reformen bewusst, „auch wenn über die notwendigen Maßnahmen nach wie vor unterschiedliche Sichtweisen bestehen“, hieß es in einer Pressemitteilung. „Jetzt sind die Koalitionspartner gefordert, das erkennbare gemeinsame Reformverständnis noch vor der Sommerpause in politische Entscheidungen zu überführen, welche die Betriebe und Beschäftigten spürbar entlasten.“
ZDH-Präsident: „Nur wenn Arbeit bezahlbar bleibt, können Betriebe investieren“
Dittrich stellte klar, wie wichtig für das Handwerk die Reform der sozialen Sicherungssysteme und die Senkung der Lohnzusatzkosten ist: „Nur wenn Arbeit bezahlbar bleibt, können Betriebe investieren, Beschäftigung sichern und handwerkliche Leistungen für ihre Kundinnen und Kunden zu vertretbaren Preisen anbieten“, erklärte der ZDH-Präsident. Auch für die Beschäftigten sieht er Vorteile: Eine Entlastung bringe für sie „mehr Netto vom Brutto“ und erhöhe damit die Kaufkraft.
Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Fachkräftesicherung müsse bei den Reformen die Richtschnur für das politische Handeln sein, so Dittrich. „Es liegt nun an den Regierungsparteien, den Wirtschaftsstandort Deutschland mit mutigen Reformen wieder auf einen erfolgreichen Kurs zu bringen.“
Konjunktur in Schwung bringen: Bauverbände schlagen Maßnahmen vor
Schon vor dem Treffen im Kanzleramt hatten sich der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) eine gemeinsame Presseerklärung veröffentlicht. Darin erklärten die Sozialpartner, mit welchen Maßnahmen die Wirtschaft nachhaltig belebt werden könne und welche Rolle die Bauwirtschaft dabei übernehmen könnte.
„Aktuell bestehen im Hoch- und Tiefbau freie Kapazitäten, die kurzfristig für neue Projekte genutzt werden können“, teilten die Verbände mit. Sie verwiesen auf wissenschaftliche Studien, wonach jeder investierte Euro in den Bau einen volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffekt von 1,3 bis 1,5 auslöse – das sei deutlich mehr, als konsumorientierte Maßnahmen.
Um die „Bauwirtschaft als Konjunkturmotor zu nutzen“ und auch den Wohnungsbau anzukurbeln, schlagen die Verbände unter anderem folgende Maßnahmen vor:

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