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Wie viel verdienen Handwerker im Branchenvergleich?

Ein aktueller Gehaltsreport zählt das Handwerk zu den Branchen mit den niedrigsten Gehältern. Das stimmt so nicht ganz.

3 Min.24.02.2025, 09:50 Uhr (Aktualisiert am 08.09.2026, 13:03 Uhr)
Von
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking
Eine Person hält in der einen Hand einen Taschenrechner und in der anderen mehrere Geldscheine.
Berufe ohne Hochschulabschluss: Hier liegen Handwerksberufe im Mittelfeld des Gehaltsvergleichs. Rostislav Sedlacek - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Wie viel verdienen Handwerker im Branchenvergleich?. In: /politik-und-wirtschaft/wie-viel-verdienen-handwerker-im-branchenvergleich, 24.02.2025, /politik-und-wirtschaft/wie-viel-verdienen-handwerker-im-branchenvergleich (abgerufen am: 05.11.2026)

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Auf einen Blick

Mittelwerte verstellen manchmal den Blick auf die Lage. So kommt der Stepstone-Gehaltsreport 2025 zu dem Ergebnis, das Handwerk zahle mit die niedrigsten Gehälter.

Ein Blick auf die Gehälter für Arbeitnehmer ohne Hochschulabschluss zeichnet ein anderes Bild. Das gilt auch für andere Einkommensfaktoren.

Was fehlt: eine umfassende Bestandsaufnahme zu den Gehaltsstrukturen im Handwerk.

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Die Bedeutung von Geld wird bei der Jobsuche immer wichtiger. Zu diesem Ergebnis kommt die Stellenbörse Stepstone in ihrem Gehaltsreport 2025: „91 Prozent der Befragten sehen, dass die Wichtigkeit von Gehalt bei der Jobwahl in den vergangenen Jahren zugenommen hat.“

Die Gehälter von Handwerkern schneiden in dem Report unterdurchschnittlich ab:

  • Alle Branchen: Das mittlere Jahresgehalt (Median-Gehalt) aller Branchen beträgt 45.800 Euro pro Jahr.
  • Handwerk: Für die Handwerksberufe meldet der Report ein mittleres Gehalt von 42.750 Euro, also 3.050 Euro weniger. Stepstone zählt das Handwerk zu den Branchen mit den niedrigsten Gehältern.

Median-Gehalt bedeutet: Die Hälfte aller Vollzeitbeschäftigten verdient mehr, die andere Hälfte verdient weniger. Der Report bezieht sich auf das Bruttojahresgehalt inklusive Prämien, Provisionen und Boni.

Ohne Hochschulabschluss: Handwerk liegt im Mittelfeld

Differenzierter wird das Bild bei einem Blick auf drei wesentliche Faktoren für die Höhe des Einkommens:

1. Personalverantwortung führt zu deutlich höheren Gehältern. In Handwerksberufen ist der Anteil der Mitarbeitenden mit Personalverantwortung jedoch gering. 

Für Jobs ohne Personalverantwortung ergeben sich diese Werte:

  • Alle Branchen: 43.300 Euro.
  • Handwerksberufe: 41.500 Euro.

Der Unterschied beträgt 1.800 Euro brutto pro Jahr (150 Euro pro Monat).

2. Betriebsgröße ist ebenfalls ein wichtiger Gehaltsfaktor. Je größer der Arbeitgeber, desto höher das Gehalt. In der für das Handwerk typischen Betriebsgröße bis 50 Mitarbeitende meldet Stepstone folgende Gehälter:

  • Alle Branchen: 40.500 Euro.
  • Handwerksberufe: 39.750 Euro.
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Die Differenz beträgt 750 Euro brutto im Jahr (62,50 Euro pro Monat)

3. Ein Hochschulabschluss ist ein echter Gehaltstreiber. Im Handwerk arbeiten nur wenige Arbeitnehmer mit einem Hochschulabschluss.

Betrachtet man nur die Gehälter ohne Hochschulabschluss, ergeben sich diese Werte:

  • Alle Branchen: 43.100 Euro.
  • Handwerk: 42.750 Euro.

Die Differenz beträgt 350 Euro brutto im Jahr (29,17 Euro pro Monat).

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Regionale Unterschiede bei der Lohnlücke

Zudem fallen regionale Gehaltsunterschiede auf. So liegt das mittlere Einkommen in Handwerksberufen zum Beispiel in Berlin (-20 Prozent), in Hamburg (-14 Prozent), in Hessen (-14 Prozent) und in Bayern (-12 Prozent) besonders deutlich unter den jeweiligen Gesamtwerten dieser Bundesländer.

Am geringsten ist diese Lohnlücke in Niedersachsen (-6 Prozent), Rheinland-Pfalz (-5 Prozent), Schleswig-Holstein (-4 Prozent) und im Saarland (-3 Prozent).

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Jörg Wiebking
Jörg Wiebking

Freier Autor für Betriebsführung, Recht und Steuern & Finanzen

Tiefere Einblicke im Handwerk fehlen

Der Gehaltsreport zeichnet nur ein unvollständiges Bild von den Gehältern im Handwerk. Das liegt vor allem daran, dass der Report die Gehälter nach Tätigkeit und nicht nach Branche gliedert. So zählen zur Kategorie „Handwerksberufe“ auch Beschäftigte mit handwerklichen Berufsbezeichnungen, die in der Metall- oder der Bauindustrie tätig sind. Zudem unterscheidet der Report nicht nach beruflicher Qualifikation wie Geselle, Fachwirt oder Meister. Für eine Stellenbörse die Methodik plausibel – doch für eine differenzierte Betrachtung des Handwerks ist sie nicht geeignet.

Speziell für die Beschäftigten im Handwerk gibt es kaum Gehaltsdaten. Einen aktuellen Einblick bietet jedoch eine Befragung des Ludwig-Fröhler-Instituts (LFI) für Handwerkswissenschaften von mehr als 1.000 ostbayerischen Handwerksbetrieben.  Die Forscher kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass das monatliche Durchschnittseinkommen eines Meisters fast durchweg 4.000 Euro brutto beträgt, mit Maximalvergütungen von 6.000 bis 8.5000 Euro.

Das Fazit der Handwerksforscher: Im Vergleich zur Vergütung für Angestellte mit einem Bachelor- oder Techniker-Abschluss biete das Handwerk eine gute Entlohnung. Mehr Infos zu der Studie lesen Sie hier.

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