Ölpreis-Schock und Iran-Konflikt treiben die Baukosten: Innerhalb eines Jahres haben sich diese Materialien besonders stark verteuert – der Spitzenreiter hat um mehr als 30 Prozent zugelegt.
Auf die gestiegenen Materialpreise hat das Dachdeckerhandwerk schon im Frühjahr 2026 aufmerksam gemacht. Jetzt zeigen auch offizielle Zahlen, dass die Preise für Baumaterialien deutlich gestiegen sind: Besonders Bitumen, das auf Erdölbasis hergestellt wird, war im Mai 31,2 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Der Baustoff wird vor allem im Straßenbau und zur Abdichtung von Dächern, Gebäuden und Fundamenten verwendet.
Nach Angaben der Statistikbehörde sind auch die Preise für energieintensiv hergestellte Materialien wie Flachglas (+15,4 Prozent) gestiegen, das üblicherweise für Fenster, Glastüren oder -wände verwendet wird. Deutlich verteuert haben sich auch Holzprodukte wie Dachlatten (+11,8 Prozent), Bauschnittholz (+11,4 Prozent) und Konstruktionsvollholz (+ 7,5 Prozent).
Die Preissteigerungen sind hauptsächlich auf gestiegene Ölpreise zurückzuführen, die durch den Iran-Konflikt ausgelöst wurden. Metalle verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 11,1 Prozent, während mineralische Baustoffe wie Kalk und Gips um 4,3 Prozent anstiegen. Die Preise für Dachziegel aus keramischen Stoffen (+0,6 Prozent) und Zement (+0,4 Prozent) stiegen nur leicht an, teilt die Behörde mit.
Mittelfristig zeigt sich ein deutliches Bild: Nahezu alle Baumaterialien kosteten 2025 deutlich mehr als vor der Energiekrise, die im Frühjahr 2022 vom russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst wurde. Schon damals waren die explodierenden Preise für Baustoffe für viele Bau- und Ausbaubetriebe ein Thema. Tipp für Handwerksbetriebe: Wie Sie Materialpreissteigerungen mit Ihren Kunden vereinbaren können, erfahren Sie im Beitrag „Muster-Formulierungen: So vereinbaren Sie mit Kunden Materialpreissteigerungen“ auf handwerk.com.
Doch zurück zu den Zahlen: Das Statistische Bundesamt hat auch ermittelt, wie sich die Preise seit 2021 entwickelt haben. Demnach sind mineralische Baustoffe wie Zement heute um 57,7 Prozent teurer als 2021, Flachglas um 20,5 Prozent. Dachziegel kosteten 42,4 Prozent mehr.
Nur Holzprodukte sind günstiger geworden – Dachlatten um 14,1 Prozent, Konstruktionsvollholz kostet nun 13,2 Prozent weniger und der Rückgang bei Bauschnittholz beträgt 1,2 Prozent.
Die hohen Baukosten gelten als wichtiger Faktor für den Einbruch im Wohnungsbau: 2025 sank die Zahl der in Deutschland fertiggestellten Wohnungen auf einen langjährigen Tiefstand von 206.600 Einheiten. (dpa/aml)

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