Maßgefertigte Gartensaunen liegen im Trend: Wie eine Schreinerei Outdoor-Wellness und individuelle Ruheoasen realisiert.
Outdoor-Saunen mit angeschlossenen Ruhebereichen werden bei Privat- und Gewerbekunden immer beliebter. Der Rückzug in die Natur und in die eigenen Ruheoasen im heimischen Garten gehört zu einem Trend, der seit Jahren anhält. Das bestätigen auch Lena und Katja Schroll. Das Schwesternpaar führt gemeinsam mit ihrem Vater die Franz Schroll GmbH, eine Schreinerei nahe der österreichischen Grenze. Der Betrieb wurde bereits vor mehr als 30 Jahren von ihrem Vater, Franz Scholl, gegründet. Die beiden Frauen treten als Nachfolgerinnen in die Fußstapfen ihres Vaters und führen bereits jetzt den Betrieb.
Die beiden Unternehmerinnen merken in ihrem Betriebsalltag, dass das Thema Wellness und vor allem Gartensaunen immer stärker ins Bewusstsein ihrer Kunden rückt. „Wellness und Saunen machen rund 70 Prozent unseres Umsatzes aus“, betont Katja Schroll. Mit einem betriebsinternen Planungsteam, bestehend aus zwei Innenarchitekten und einem Vertriebler, bietet die Schreinerei ihren Kunden die maßgefertigte Gesamtlösung im Außenbereich „aus einer Hand“ an.
Die Kunden fragen den Betrieb an und teilen ihre Vorstellungen für den Außenbereich mit. „Mithilfe einer 3D-Visualisierung und Planung, die wir gemeinsam mit den Kunden besprechen, fertigen wir die Sauna komplett und stellen sie beim Bauherrn auf das Fundament, das er im Vorfeld vorbereiten muss“, erläutert Lena Schroll. Sie ist gelernte Schreinerin und schloss ein Innenausbau-Studium erfolgreich ab.

Seit rund zehn Jahren setzen sie auf das System der Fertigung im Unternehmen und die Aufstellung beim Kunden. „Unsere Auftraggeber schätzen vor allem die kurze Montagezeit“, so Lena Schroll. Der Zeitaufwand für ein Projekt hänge unter anderem von der Vorlaufzeit des Bauherrn ab.
Darüber hinaus müssen bei den meisten Projekten andere Gewerke wie zum Beispiel Betriebe des Elektrohandwerks hinzugezogen werden. „Aktuell dauert es aufgrund der guten Auftragslage rund vier bis fünf Monate von der Planung bis zur Umsetzung“, so Katja Schroll.
In Bezug auf das Holz ist im Saunabau alles möglich. „Eiche ist der Klassiker schlechthin, da es am Ende ein modernes Erscheinungsbild abgibt. Allerdings ist Fichte nicht völlig außen vor. „Manche Kunden setzen bei ihren Vorhaben auf die rustikale Variante und wählen Fichtenholz“, so Lena Schroll.
Zudem wohnen einige ihrer Auftraggeber in Österreich. Durch die unmittelbare Nähe zur österreichischen Grenze führt die Schreinerei viele Aufträge in dem Alpenland aus. Allerdings gibt es zwischen Deutschland und Österreich einen gravierenden Unterschied, was die Materialien betrifft, die in den Saunen verbaut werden. Die beiden Schwestern betonen, dass es hierzulande nur wenig Vorgaben gibt, welches Holz in einer Sauna verbaut werden darf.
Vor allem spiele das Thema Formalaldehyd eine wichtige Rolle. Der Klebstoffbestandteil, der nicht selten in Möbeln und Holzwerkstoffen enthalten ist, kann bei den hohen Temperaturen in einer Sauna zu einem Gesundheitsproblem werden. Die Chemikalie wird als potenziell krebserregend eingestuft und kann bereits bei geringer Konzentration die Gesundheit beeinträchtigen.

Formaldehyd unterliegt gemäß der REACH-Verordnung einem Grenzwert, der nicht überschritten werden darf. Laut Angaben des Fraunhofer Instituts für Bauphysik IBP definiert die EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von chemischen Gefahrstoffen (REACH) ab dem 6. August 2026 einen Formaldehyd-Emissionsgrenzwert von 0,062mg/m3. Die verschärften Anforderungen an Formaldehyd-Emissionen gelten sowohl für Möbel als auch für Erzeugnisse auf Holzwerkstoffbasis. In Österreich seien die Normen in Bezug auf die Verwendung von Materialien bereits heute sehr streng. „Aus diesem Grund orientieren wir uns an den Normen dort, was die Materialien in den Privatsaunen und gewerblichen Anlagen betrifft“, so Lena Schroll.
Aus der Erfahrung heraus wissen beide Unternehmerinnen, dass Hotelsaunen in erster Linie Hingucker sein müssen. „Wenn wir die Anlagen gemeinsam mit den Hotels planen, versuchen wir immer, dass Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten“, sagt Katja Schroll. Dies könne zum Beispiel das hoteleigene Logo sein. Neben dem Entwurf und der Umsetzung der Saunaanlage bietet die Schreinerei auch Eisbrunnen sowie Kältekabinen an. Diese seien sehr spezifisch und finden in der Regel im hochwertigen Hotelbereich Anwendung.

Bei den Outdoorkonzepten müssen laut Aussage der Geschwister Schroll alle Gewerke mitgedacht werden. So müssen Elektriker konkret wissen, welche Leitung an welcher Stelle der Outdoor-Sauna gebraucht wird. „Wir arbeiten sowohl mit unseren Monteuren als auch mit Elektrofachkräften zusammen, die die Anlagen auch anschließen dürfen“, erläutern die Unternehmerinnen. Neben der Elektrik in der Outdoor-Sauna sind auch Outdoor-Duschen im Plan enthalten, „falls die Kunden eine Außendusche wünschen“, so Katja Schroll.
Die Dusche ist wie die Elektrik ein Schnittstellenthema, da sie bei der HLS (Heizung, Lüftung und Sanitär) zu finden ist. „Außerdem müssen wir das Dach und die Dichtigkeit des Daches bei der Planung einer Sauna oder einer Anlage mit Dusche mitdenken“, sagen die beiden Inhaberinnen.
Wie aufwendig die Planung und Realisierung einer Sauna sein kann, zeigt ein zurückliegendes und erfolgreich abgeschlossenes Projekt des Betriebs. Hierbei handelte es sich um den Bau einer Eventsauna in einem Hotel mit einem Durchmesser von neun Meter und einer Höhe von 4,50 Meter. „Bei dem Projekt war die Belüftung eine große Herausforderung“, erläutert Lena Schroll. Am Ende verfügte die Anlage über einen Anschlusswert von 200 kW. „Sowohl die Planung als auch die Umsetzung der Eventsauna in dem Hotel waren für uns spannend und lehrreich zugleich“, betonen beide Frauen.

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