Gehälter im Handwerk sind wenig transparent: Wer zahlt im Vergleich wie gut? Eine Umfrage unter mehr als 1.000 Betrieben bietet jetzt Einblicke – auch in die Gehaltsextras.
Welche Rolle spielen die Gehälter im Handwerk für die Gewinnung neuer Fachkräfte, Führungskräften und Azubis im Handwerk? Verschiedene Studien zeigen, dass eine hohe Vergütung für Jobsuchende an Bedeutung gewinnt. Bislang fehlten allerdings entsprechende Daten aus dem Handwerk.
Nun bietet eine aktuelle Studie erste Einblicke: Das Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) für Handwerkswissenschaften hat mehr als 1.000 ostbayerische Handwerksbetriebe zu Vergütungssystemen und Löhnen bei Neueinstellungen befragt. Dabei mussten die Unternehmen nur Angaben zu Neueinstellungen machen. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die aktuelle Vergütungsstrategie.
Hier die wichtigsten Ergebnisse:
Betriebe nennen im Durchschnitt acht Kriterien für die Gehaltshöhe neuer Mitarbeiter. Schulbildung und Berufsabschluss sind dabei weniger wichtig. Entscheidend sind:
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Die Forscher verglichen die Vergütung von Handwerksmeistern mit Angestellten mit Bachelor- oder Techniker-Abschluss. Mit dem Ergebnis, das Handwerk sei ein gut entlohnender Wirtschaftsbereich:
Auch bei den Ausbildungsvergütungen steht das Handwerk nach Einschätzung des LFI anderen Wirtschaftsbereichen „in nichts nach“:
Das LFI widerspricht pauschalen Aussagen, dass die Ausbildungsvergütung im Handwerk im Vergleich mit anderen Wirtschaftsbereichen ungenügend sei. Vielmehr komme es – wie in allen Wirtschaftsbereichen – auf den einzelnen Arbeitgeber und dessen Zahlungsbereitschaft an.
Die befragten Betriebe benötigen durchschnittlich 7,7 Monate, um eine Gesellenstellen zu besetzen. Für Meisterpositionen beträgt die Vakanzzeit 8,2 Monate.
Die Umfrage zeige jedoch beispielhaft, dass sich die durchschnittliche Vakanzzeit bei Gesellen sich mit steigendem Stundenlohn verringere. Eine attraktive Vergütung sei daher „ein effektives Mittel“ zur Gewinnung von Fachkräften. Betrieben mit langen Vakanzzeiten empfehlen die Forscher, übertariflich zu zahlen.
Die befragten Betriebe nutzen Gehaltsextras zur Fachkräftesicherung und Motivation. Durchschnittlich nannten sie jeweils fast zehn Extras für ihre Mitarbeitenden. Am häufigsten bieten sie:
Aber auch Tankgutscheine, Jobräder oder Snacks sind relativ weit verbreitet. Weit hinten liegen Beiträge zu Versicherungen (7 Prozent), Zuschüsse zur Kinderbetreuung (4 Prozent) und Erfolgsbeteiligungen (8 Prozent).
Besonders viele Extras bieten der Studie zufolge vor allem sehr gut entlohnende Betriebe. Betriebe mit geringeren Vergütungshöhen sich jedoch darum bemühen, bei den Benefits „annähernd auf Augenhöhe mit der besser entlohnenden Konkurrenz zu bleiben“.
Ein Drittel der Betriebe vereinbart die Entlohnung individuell mit jedem Mitarbeitenden.
Die Mehrheit der Befragten behandelt ihre Teams jedoch einheitlich:
Unterschiede zeigt die Studie je nach Tätigkeit und Qualifikation:
Einfluss auf das Entlohnungssystem hat auch die Betriebsgröße:
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