Bierdeckel-Kalkulation

Kosten analysiert, Stundenverrechnungssatz angehoben

Weil von Jahr zu Jahr weniger übrig blieb, hat sich dieser Metallbaumeister intensiv mit den Zahlen seines Betriebs beschäftigt. Jetzt kalkuliert er anders und steht wirtschaftlich besser da.

3 Min.23.04.2026, 18:30 Uhr (Aktualisiert am 30.04.2026, 16:43 Uhr)
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Metallbaumeister Steffen Schlump hat nicht nur die Zahlen seines Betriebs im Blick sondern setzt auch auf konsequente Jahres-, Wochen- und Materialplanung, um unnötige Sonderfahrten zu vermeiden.
Metallbaumeister Steffen Schlump hat nicht nur die Zahlen seines Betriebs im Blick sondern setzt auch auf konsequente Jahres-, Wochen- und Materialplanung, um unnötige Sonderfahrten zu vermeiden. Privat
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Noch vor ein paar Jahren haben sich Steffen Schlump und sein Vater Jürgen nicht getraut, die Preise anzuheben. „Wir können von den Kunden nicht mehr Geld nehmen, sonst kriegen wir keine Aufträge mehr“, war der Glaubenssatz, der in der Bauschlosserei Schlump in Wietmarschen / Lohne lange Zeit vorherrschte. Doch den Betriebsinhabern war irgendwann klar, dass es so nicht weitergehen kann. „Wir haben zwar schwarze Zahlen geschrieben. Aber am Jahresende war von Jahr zu Jahr weniger übrig“, erinnert sich Metallbaumeister Steffen Schlump, der den Betrieb seit dem Tod seines Vater vor drei Jahren alleine führt.

Neuer Stundenverrechnungssatz durch Kostenanalyse

Vor fünf Jahren haben sich die Schlumps deshalb externe Unterstützung bei Rainer Dreier und Martin Herber geholt, die für die sogenannte Bierdeckel-Kalkulation bekannt sind: „Gemeinsam haben wir damals alle Zahlen im Betrieb unter die Lupe genommen“, berichtet Steffen Schlump. Ob Personal- oder Materialkosten, Krankheitstage, produktive Stunden oder das Marketing-Budget – gemeinsam hätten sie die komplette Kalkulation auf den Prüfstand gestellt.

„Dann haben wir uns angeschaut, was wir brauchen, um unsere Kosten wirklich zu decken und was unter dem Strich übrig bleiben soll.“ Das Ergebnis sei ein neuer Stundenverrechnungssatz gewesen, der deutlich über dem alten lag. Neue Aufträge kalkuliert der Betrieb seither konsequent mit dem neuen Stundenverrechnungssatz. Und der Betrieb durfte feststellen, dass die Aufträge trotz der Preisanpassung weiter eingegangen sind.

Finanziell steht der Betrieb laut Schlump heute deutlich besser da: „ Wir haben uns wirtschaftlich neu aufgestellt. Am Ende des Jahres bleiben noch liquide Mittel übrig um in neue Anschaffungen investieren zu können.“

Wir haben uns angeschaut, was wir brauchen, um unsere Kosten wirklich zu decken und was unter dem Strich übrig bleiben soll.

Metallbaumeister Steffen Schlump

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Konsequente Jahres-, Wochen- und Materialplanung

Inzwischen beschäftigt sich der Handwerksmeister regelmäßig mit den Zahlen seines Betriebs. „Im Herbst mache ich jetzt immer eine Planung für das kommende Jahr“, sagt der 30-Jährige. Dabei setzt er weiterhin auf externe Unterstützung: „Gemeinsam mit meinem Berater gehe ich jede Kostenstelle durch“, berichtet Schlump. Dabei werde jede Zahl kritisch hinterfragt. Das gelte insbesondere für Posten, die im Vergleich zu anderen Betrieben zu hoch erscheinen.

Doch nicht nur bei der Jahresplanung setzt Schlump auf Unterstützung: Sein Berater schicke ihm regelmäßig Auswertungen zu: „Dadurch habe ich einen guten Überblick über meine Kosten und Liquidität, sodass ich bei Bedarf sofort gegensteuern kann.“

Schlump hat darüber hinaus aber noch mehr verändert: „Ich erstelle jetzt konsequent Wochenpläne. Normalerweise plane ich die nächsten drei Wochen vor“, sagt der Handwerksunternehmer, der inzwischen 22 Mitarbeitende beschäftigt. Zur Wochenplanung gehört auch die Material- und Baustellenplanung: „So sorge ich dafür, dass wir  von der Baustelle nicht wegen einer fehlenden Schraube wieder losfahren müssen.“ Schließlich seien solche ungeplanten Sonderfahrten teuer und führten schlimmstenfalls dazu, dass mit einem Auftrag unter dem Strich kein Geld verdient werde.

Drei Handwerker stehen in einer Werkstatt und haben eine Besprechnung, dabei gucken sie gemeinsam auf eine Planung.

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