Wenn Eigen- und Fremdwahrnehmung auseinanderklaffen: Die Mehrheit der Azubis hält sich für fleißig und belastbar. Ihre Ausbilder sehen das anders.
Fleißig oder faul? Loyal oder unzuverlässig? Ausbilder und Azubis schätzen die Einstellung und den Arbeitseinsatz der jungen Leute offenbar sehr unterschiedlich ein. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Azubi-Recruiting-Trends“ – und vielleicht die Ursache dafür, warum viele Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst werden.
So hielten nur 18 Prozent der Ausbildungsverantwortlichen die Loyalität der eigenen Azubis für „stark ausgeprägt“, während sich 74 Prozent der jungen Generation diese Eigenschaft selbst zuschrieben.
Dass Eigen- und Fremdwahrnehmung so stark auseinanderklaffen, ist auch bei anderen Fähigkeiten zu beobachten:
„Vor diesem Hintergrund ist es für Azubis fundamental wichtig, von Anfang an regelmäßig Feedback zu bekommen“, sagt die Studieninitiatorin Felicia Ullrich von U-Form Testsysteme. Die Ausbilder sollten Feedback so geben, dass es nicht als „Urteil“, sondern als Chance zum persönlichen Wachstum verstanden werde. Gleichzeitig sei es wichtig, ins Gespräch über Werte zu kommen: Was verstehen eigentlich die unterschiedlichen Generationen unter einem Begriff wie Loyalität?
An der Online-Umfrage für die aktuellen „Azubi-Recruiting-Trends“ haben sich 9.542 Azubis, dual Studierende sowie Schülerinnen und Schüler und 2.071 Ausbildungsverantwortliche beteiligt – so viele wie noch nie, heißt es von U-Form Testsysteme. Damit sei sie Deutschlands größte doppelperspektivische Studie zur dualen Ausbildung.

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