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Fahrtest Nissan NV250 L2H1

Fahrbericht Nissan NV250: japanisches Großraumbaguette

Mit vier Kubikmetern Ladevolumen geht der L2H1 des Nissan NV250 an den Start. Wir waren mit dem Hochdachkombi unterwegs.

4 Min.03.09.2020, 11:55 Uhr (Aktualisiert am 09.09.2026, 16:49 Uhr)
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Der schwarz-graue Nissan NV250 in der Frontansicht.
Im Fahrtest zeigt der Nissan NV250, wie gut sich ein kompakter Kastenwagen im Verteilerverkehr bewähren kann. Dennis Gauert

Zitiervorschlag

Fahrbericht Nissan NV250: japanisches Großraumbaguette. In: /betriebsfuehrung/fahrbericht-nissan-nv250-japanisches-grossraumbaguette, 03.09.2020, /betriebsfuehrung/fahrbericht-nissan-nv250-japanisches-grossraumbaguette (abgerufen am: 05.11.2026)

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Auf einen Blick

Sparsam unterwegs: Mit einem Kraftstoff-Verbrauch von genau sechs 6 Litern zeigte sich der NV250 im Testbetrieb wenig durstig. Bei ökonomischerer Fahrweise könnte dieser Wert sogar noch weiter sinken.

Wohin mit Dingen des Alltags? Als Stauraum für Handy, Lieferschein, Butterbrot, Getränken und Co. dienen im Cockpit nur das Handschuhfach und ein Fach unter dem Beifahrersitz. Weitere Ablagemöglichkeiten fehlen.

Entspannt unterwegs: Durch komfortable Sitze und Pkw-ähnliches Fahrverhalten lassen sich auch lange Strecken bequem zurücklegen.

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Wenn 200 nicht mehr reichen, müssen 250 her. So geschehen bei der Bennenung des Hochdachkombi der Allianz Renault-Nissan. Der NV250 ist als kleiner Kastenwagen mindestens 18.490 Euro teuer und bietet bei unserem Fahrtest als L2H1 vier Kubikmeter Ladevolumen mit kultiviertem Selbstzünder ab 3700 Euro Aufpreis.

Beim NV250 springt dem Betrachter die French Connection direkt ins Auge: Unter japanischer Flagge sind nur ein paar Namen, Ausstattungspakete und Embleme anders.

Schneller und sparsamer Kastenwagen

Auch der Motor stammt aus der Kooperation, was dem rund 1500 Kilogramm leichten Kastenwagen gut tut: Mit 115 PS und früh anliegendem Drehmoment an der Vorderachse ist der Kleine schnittig unterwegs: Über 180 km/h schafft er unbeladen auf der Autobahn und ist dabei nicht einmal durstig: Im Fahrtest genehmigte sich der 1,5-Liter-Selbstzünder genau sechs Liter Kraftstoff, die bei ökonomischer Fahrweise leicht unterboten werden können.

Gute Fahreigenschaften für den Verteilerverkehr

Dafür hat der Euro-6d-Temp-Diesel ein Eco-Programm mitbekommen, das standardmäßig läuft. Hier braucht der Lader mehr Vorlaufzeit, der Motor ist durch das Sechs-Gang-Schaltgetriebe aber auch beladen schön zu dirigieren. Die Bremsen sind belastbar und mit einem kurzen Druckpunkt fallen im Tacho auch schon die Nummern. Bis auf die gefühllose Lenkung steht dem kleinen Lieferanten die Pkw-Basis gut. Auch der Fahrkomfort ist für ein solches Nutzfahrzeug tadellos: Nur der Combo Cargo von Opel kann es besser – der kostet aber mit mindestens 20.000 Euro für den 76-PS-Diesel auch deutlich mehr.

Kastenwagen muss nicht romantisch sein

Im Innenraum zeigt sich der romantische Franzose in jeder Facette: Eine wohnliche Umgebung bietet der Kangoo-Bruder mit seinem zur Ablage umfunktionierbaren mittleren Sitz und vergisst dabei, dass es eigentlich um Nutzwert ging. An Verstaumöglichkeiten mangelt es trotz des hoch gezogenen Armaturenbretts an allen Enden. Der Teil unter der Windschutzscheibe wurde gar nicht ausgenutzt und in die Türen passen nur Ein-Liter-Flaschen. Als Aufbewahrungsalternative bleibt noch Stauraum unter dem Beifahrersitz, ansonsten muss das Handschuhfach lose Gegenstände aufnehmen.

Der NV250 ist noch ein Pkw

Der Hochdachkombi kommt dafür mit Pkw-Tugenden angefahren. Die Sitze sind komfortabel und bieten auch auf längeren Strecken ausreichenden Komfort. Das Fahrwerk und der lange Radstand tun ihr Übriges, um den Kastenwagen entspannt in der Spur zu halten. Ein handliches Dreispeichenlenkrad verleiht dem NV250 dazu gar etwas sportlichen Charakter beim Abbiegen. Dazu wird der Schalthebel knackig durch die Gänge geführt und glänzt mit kurzen Schaltwegen. So richtig Nutzfahrzeug will so ein leichter Hochdachkombi noch nicht sein.

„Bochum“ oder „Beckum“?

So fällt dem Spieltrieb auch das Infotainmentsystem zum Opfer, das in einer Kunststoffhöhle auf dem Armaturenbrett thront. Durch die weite Entfernung ist das Display von der Größe eine Nummer zu klein geraten. Dirigiert wird auch das integrierte Tom-Tom-Navigationssystem über ein wenig intuitives Bedienteil, das direkt hinter dem Schalthebel sitzt. Hätte man bei Renault-Nissan die Lüftung stattdessen eine Etage höher gelegt und ein Infotainmentsystem mit Touchscreen in die Mittelkonsole verfrachtet, hätte ins Armaturenbrett noch ein Ablagefach gepasst.

Genug Raum für Aufgegabeltes

Beim Nutzen hingegen gibt sich der NV250 ganz als Letztmeiler mit maximal 4,6 Kubikmetern Ladevolumen bei umgeklapptem Beifahrersitz, im Normalfall stehen vier Kubikmeter zur Verfügung. Mit einer Zuladung von maximal 707 Kilogramm bei unserem Testwagen eignet sich der NV250 optimal für den Verteilerverkehr, denn es passen viele leichte Gegenstände hinein. Und auch Flurförderzeuge können die Gabel reinhalten: Zwischen den Radkästen ist genug Platz um Europaletten quer einzuladen. Insgesamt wird der Raum in dem 1,13 Meter hohen und 2,12 Meter langen Laderaum optimal genutzt.

Fazit:

Der NV-250 ist kein Alleskönner aber er fährt gut, ist bequem und hat einen umkomplizierten Laderaum zu bieten. Dazu kommt der günstige Preis von 23.640 Euro für einen L2H1 mit 115-PS-Diesel und gehobener Ausstattung. Auch die Wartungsintervalle von 40.000 Kilometern und 24 Monaten sind gut zu verkraften. Wer kluge Bedienkonzepte und viele Ablagen sucht, zahlt bei der Konkurrenz drauf. Gerade deshalb hätte die Nutzfahrzeug-Allianz hier punkten können.

Daten

Name: Nissan NV250 Kastenwagen Comfort 2,2t L2H1 dCi 115 Abmessungen (L x B x H) in Meter: 4,67 x 1,83 x 1,84 Motor: Reihenvierzylinder-Turbodiesel, 1.461 ccm Leistung: 115 PS (85 kW) bei 3750 U/min Max. Drehmoment: 260 Nm bei 1.750 U/min Abgasnorm: Euro 6d-Temp Testverbrauch: 6 Liter Diesel Antrieb: Frontantrieb, Sechs-Gang-Schaltgetriebe Leergewicht: 1.493 kg Zulässiges Gesamtgewicht: 2.200 kg Zuladung: 707 kg zul. Gesamtzuggewicht: 3.250 kg Radstand: 3,08 Meter Laderaumvolumen: 4,0 - 4,6 Kubikmeter Wartung: 40.000 km / 24 Monate Grundpreis: 18.490 Euro Basispreis Testwagen: 22.230 Euro Endpreis Testwagen: 23.640 Euro Tipp: Sie wollen beim Thema Fuhrpark auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie einfach den Newsletter von handwerk.com. Hier geht es zur Anmeldung!

Der grau-schwarze Nissan NV250, ein Kastenwagen, in der Frontansicht.
Der grau-schwarze Nissan NV250 von hinten, an einem See stehend.
Der grau-schwarze Nissan NV250 an einem See von hinten mit geöffneten Hecktüren.
Der grau-schwarze Nissan NV250 seitlich von hinten, mit geöffneten Hecktüren.
Der grau-schwarze Nissan NV250 von der Seite (Beifahrerseite) mit geöffneter hinterer Schiebetür.
Innenansicht des schwarzen Vorderbereichs des Nissan NV250 aus Beifahrerperspektive.
Nahaufnahme der Mittelkonsole mit verschiedenen Knöpfen für verschiedene Einstellungen.
Nahaufnahme verschiedener Einstellmöglichkeiten einer Knopfleiste an der Fahrertür.
Innenansicht: Ladebereich des Nissan NV250.
Seitliche Ansicht mit Blick auf die Ladefläche des Nissan NV250.
Motorraum des Nissan NV250.
Wie schlägt sich der Nissan NV250 im Arbeitsalltag? Der Fahrtest liefert die Antworten. Dennis Gauert

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