Das Start-up BauByte hat beim Handwerker-Event Herocon den ersten Platz beim Pitch seiner Produktidee gewonnen. Das Thema KI ist bei den Unternehmen omnipräsent.
Adresse eingeben, ein paar Fotos hochladen und ein fertiges Aufmaß erhalten: Diese Idee stammt von den Gründern des Start-ups BauByte, Christopher Höllerer, Emil Henking sowie Leonhard Noll.
Christopher Höllerer stellt das Konzept auf der Bühne der Herocon vor: „Stellt euch Aufmaß ohne Aufwand vor“, richtet er sich an das Publikum. Seit einem Jahr gibt es das Unternehmen, bisher haben 50 Betriebe BauByte getestet – darunter finden sich bereits zahlende Kunden. Das Start-up verspricht Aufmaß in fünf Schritten: Adresse eingeben, Fotos hochladen, Anpassungen bei Bedarf durchführen, Leistungen zuweisen und Mengen exportieren.
Dadurch entstehen in dem KI-gestützten Fassadenaufmaß etwa Daten zu Wand- sowie Sockelflächen, Öffnungen samt Laibungen, Ecken - und das alles auf einen Blick. „Angebot, Materialkalkulation und Ausschreibung sind in einem Schritt verfügbar“, erklärt Höllerer.
Mit dieser Idee überzeugte das Unternehmen die vierköpfige Jury um Hero-Gründer Michael Kessler, Unternehmerin Kathrin Post-Isenberg, den Chefredakteur vom handwerk magazin, Patrick Neumann, sowie die Chefredakteurin von handwerk.com, Katharina Freundorfer. Das junge Unternehmen BauByte erhält mit der Erst-Platzierung beim Start-up-Pitch einen kostenlosen Ausstellerstand auf der nächsten Herocon am 4. und 5. Juni 2027 sowie wertvolle Kontakte zur Branche.
Vier weitere Start-ups pitchen zudem auf der Herocon ihre Ideen. Timm Feix von der Offpaper GmbH präsentiert seine KI-gestützte App, in der Berichte und Formulare einfließen, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von unterwegs einstellen können. Lara Nawrath stellt bluevero vor. Das Start-up unterstützt Unternehmen dabei, Wissen intern strukturiert, datenschutzkonform und bedarfsgerecht zu sichern und an alle relevanten Stellen im Unternehmen weiterzugeben.
Constantin Christiani präsentiert beim Pirch Christiani.AI. Das Unternehmen will KI-gestützt das Wissen von Handwerkerinnen und Handwerkern in Marketing-Inhalte umwandeln, die die Zielgruppe erreichen – mit professionellen Kampagnen, Strategien und Analysen.
Der erst 18-jährige Richard Elvis Hinz von werkAI bietet mit seinem Unternehmen KI-Prozesse von einzelnen Aufgaben bis zur vollständigen Produkt-Suite an. Das Unternehmen verspricht einen Bruchteil klassischer Softwareentwicklungskosten und hat aufgrund des jungen Alters der drei Gründer – sie sind alle erst 18 Jahre alt – einen spontan ausgelobten Sonderpreis von Hero erhalten: Das Start-up nimmt etwa an einem Mentoring-Programm des Softwareunternehmens aus Hannover teil und erhält Zugang zu potenziellen Kundinnen und Kunden.
Auch auf der Herocon an sich ist das Thema Künstliche Intelligenz omnipräsent: Panel-Vorträge, Workshops, Diskussionen, Hersteller sowie Besucherinnen und Besucher – Large Language Models, KI-Assistenten und KI-Agenten sowie ihre vielfältigen Anwendungsbereiche sind in aller Munde.
So auch bei Hero-Gründer Michael Kessler. Er setzt mit seinem Softwareunternehmen ebenfalls verstärkt auf KI. Mit Hero AI integriert das Unternehmen nun künstliche Intelligenz direkt in sein Betriebssystem. KI werde damit zum integralen Bestandteil moderner Betriebsführung im Handwerk.
Als erste Funktion ist Hero Voice am Start: ein KI-gestützter Telefonassistent. „Der Assistent nimmt eingehende Anrufe entgegen und beantwortet Fragen der Kunden“, erklärt Kessler in Dortmund. All das werde direkt in der Software von Hero dokumentiert. „Spam wird zum Beispiel von dem Telefonassistenten rausgefiltert“, ergänzt Kessler. Zudem werden Transkripte erstellt, um Vorgänge des Assistenten transparent nachvollziehbar zu machen.

In Kürze folgen demnach Hero Command, ein KI-gestützter Angebotsassistent und Hero Report, eine Funktion für lückenlose Baustellendokumentation per Spracheingabe.
In Hero Command müssen alle verfügbaren Informationen vor einer Angebotserstellung eingepflegt werden. „Aus unstrukturierten Daten wird so ein strukturiertes Angebot“, sagte Kessler. Mit der KI müssten etwa Daten aus Angeboten nicht mehr händisch übertragen werden. Derzeit werde die Beta-Version getestet.
Hero Report befindet sich laut Kessler ebenfalls noch in der Beta-Phase. Es dient als All-in-one-Lösung bei der Baustellendokumentation. Hier werden die Daten etwa per Spracheingabe hochgeladen, Drittsysteme wie WhatsApp können zur lückenlosen Dokumentation verknüpft werden. „Die saubere Dokumentation wird dann wichtig, genauso der Umgang mit den Daten“, betont Kessler.

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