Oft wirken Fake-Rechnungen täuschend echt. Auch unser Autor wäre Betrügern fast auf den Leim gegangen. 15 Warnzeichen, an denen Sie Fake-Rechnungen erkennen.
Neulich in meinem Posteingang: eine E-Mail vom Webhoster meiner Website. Betreff: „Wichtige Zahlungserinnerung – Vorübergehende Dienstunterbrechung“. Die Mail las ich auf dem Smartphone und war alarmiert: Mein Domainname und meine E-Mail-Adresse stimmten! Angeblich war eine Zahlung offen, weshalb die „Dienste“ vorübergehend ausgesetzt seien. Wenn ich nicht binnen drei Tagen zahle, werde meine Website unwiderruflich gelöscht. Puh!
Konnte das sein? Mein Webhoster bucht die Zahlungen automatisch ab. Wer war der Absender? Zwei Klicks auf dem Smartphone, und die Sache war klar: Die Mail kam nicht von meinem Provider, sondern von einer dubiosen Adresse.
Was wollten die Betrüger? Geld ergaunern, Bankdaten abgreifen, Malware einschleusen? Ich weiß es nicht, denn zum Glück habe ich den Link in der Mail nicht angeklickt.
Was lernen wir daraus? Jeder kann unter Druck gesetzt werden. Die Betrüger hätten mich fast überzeugt – durch die korrekten Angaben zu meiner Domain und E-Mail-Adresse. Und mit der Drohung, meine Website abzuschalten, hätten sie mich beinahe in die Falle gelockt.
Druck ist einer der Haupttricks solcher Betrüger – und eine von mehreren Warnsignalen:
Fake-Rechnungen setzen oft kurze Zahlungsfristen, etwa zwei oder drei Tage. Sie drohen mit Mahnverfahren, Pfändung, Inkasso, Kontosperrung, Schufa-Eintrag oder der Einstellung der Leistung. So setzen sie Sie unter Druck.
Das funktioniert, weil unser Gehirn unter Stress schneller handelt und weniger kritisch prüft. Besonders Unternehmer, die ohnehin unter Zeitdruck stehen, sind dafür anfällig.
Die Rechnung stammt von einer Firma oder Behörde, die Sie nicht kennen? Das sollte Sie misstrauisch machen. Betrüger nutzen jedoch oft bekannte Namen, um Vertrauen zu erwecken.
Wofür sollen Sie zahlen? Fehlen Details zu Produkten oder Dienstleistungen, ist Vorsicht geboten.
Auch bei vermeintlich bekannten Absendern sollten Sie überlegen: Erinnern Sie sich an die Bestellung? Falls nicht, prüfen Sie Ihre Unterlagen: Gibt es einen Vertrag oder eine Bestellung?
Die Absenderadresse ist ein wichtiges Warnsignal:
Auf Smartphones haben es Betrüger etwas leichter, ihre Identität zu tarnen. Oft verrät ein Blick auf die Mail am Desktop ohne einen Klick sofort alles, was Sie wissen müssen: den wahren Absender-Namen.
Betrüger kennen selten den Ansprechpartner im Unternehmen. Fehlt die Anrede oder ist sie allgemein („Sehr geehrte Damen und Herren“), sollten Sie skeptisch sein.
Fake-Rechnungen setzen oft auf hohe Beträge, um Druck zu erzeugen. Prüfen Sie, ob die Summe realistisch ist.
Manchmal fordern Betrüger auch ungewöhnlich kleine Beträge, um Ihre Aufmerksamkeit zu senken und eine schnelle Zahlung zu erreichen.
Seriöse Rechnungen enthalten Ansprechpartner, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Fehlen diese oder gibt es nur eine ausländische Faxnummer, ist Vorsicht geboten.
Trotz moderner Tools unterlaufen Betrügern immer noch Rechtschreib- und Grammatikfehler.
Seien Sie vorsichtig bei Mails, die Sie zum Öffnen von Anhängen oder Klicken auf Links auffordern. Beides könnte Malware enthalten.
Eine Rechnung als ZIP-Datei oder in einem untypischen Format? Das ist verdächtig. Formate wie PDF oder XML sind zwar üblich, können aber ebenfalls für Phishing oder Malware missbraucht werden. Öffnen Sie Anhänge nur, wenn Sie den Absender sicher kennen.
Seriöse Rechnungen enthalten die vollständigen Pflichtangaben. Dazu gehören bei Rechnungen über 250 Euro:
Fehlen diese Angaben, ist Vorsicht geboten. Meist erkennen Sie das erst, wenn Sie den Anhang öffnen – und das ist bei Fake-Rechnungen riskant.
Eine deutsche IBAN beginnt mit „DE“. Bei vermeintlich deutschen Absendern ist eine ausländische Bankverbindung ein Warnsignal.
Manche Rechnungen enthalten den Hinweis, dass mit der Zahlung ein Vertrag entsteht. So schaffen Betrüger eine Grundlage, aus der Sie als Unternehmer schwer wieder herauskommen.
Wenn Sie Betrug vermuten, gehen Sie so vor:
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