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Steuern

Fahrzeug-Leasing: Steuervorteil durch Sonderzahlung gekippt

Der Bundesfinanzhof hat das Steuersparmodell „Dezember-Leasing“ für Firmenwagen gekippt. Es drohen satte Steuernachzahlungen auf Sonderzahlungen.

3 Min.18.10.2024, 10:15 Uhr (Aktualisiert am 18.09.2026, 13:03 Uhr)
Von
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking
Jörg Wiebking
Eine Hand hält einen Autoschlüssel in der Luft. Im Hintergrund sind links Autos in einer Reihe zu sehen.
Bundesfinanzhof fällt Urteil zum Fahrzeug-Leasing. Sondem – stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Fahrzeug-Leasing: Steuervorteil durch Sonderzahlung gekippt. In: /recht/fahrzeug-leasing-steuervorteil-durch-sonderzahlung-gekippt, 18.10.2024, /recht/fahrzeug-leasing-steuervorteil-durch-sonderzahlung-gekippt (abgerufen am: 05.11.2026)

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Jörg Wiebking
Jörg Wiebking

Freier Autor für Betriebsführung, Recht und Steuern & Finanzen

Sie ermitteln Ihren Gewinn per Einnahmen-Überschussrechnung und planen noch zum Jahresende einen neuen Firmenwagen zu leasen? Vorsicht: Der Bundesfinanzhof hat die Vorteile des bisher beliebten „Dezember-Leasings“ deutlich eingeschränkt: Wer den Wagen nicht dauerhaft zu mehr als 50 Prozent nutzt, bekommt Probleme.

Der Fall: Extrem viele Betriebsfahrten – aber nur im ersten Monat

Ein Unternehmer least einen Firmenwagen über drei Jahre. Der Leasingvertrag sieht keine Übernahme des Wagens nach dem Ende der Laufzeit vor. Der Leasingzeitraum beginnt am 1. Dezember. In diesem Monat leistet der Unternehmer eine Leasingsonderzahlung in Höhe von rund 36.500 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Der Unternehmer nutzt das Auto auch privat und führt ein Fahrtenbuch. Im Dezember nutzt er das Fahrzeug zu rund 71 Prozent beruflich. In dieser Höhe setzt er in seiner Einnahmen-Überschussrechnung die Sonderzahlung im Anschaffungsjahr als Betriebsausgabe an.

Nach einer Betriebsprüfung kommt das Finanzamt zu einem anderen Ergebnis: Denn über die gesamten 36 Monate betrachtet liegt der betriebliche Anteil der Nutzung bei durchschnittlich nur rund 12 Prozent. Deswegen verteilt es den betrieblichen Anteil der Leasingsonderzahlung rückwirkend auf die vollen 36 Monate Laufzeit. Für den ersten Monat erkennt es als Betriebsausgaben nur 1/36 als Betriebsausgaben an – ganze 720 Euro. Dagegen klagt der Betroffene.

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Das Urteil: Die Nutzung während der gesamten Dauer entscheidet

Der Bundesfinanzhof entscheidet zugunsten des Finanzamtes. Der volle Betriebsausgabenabzug für die Sonderzahlung schon im Anschaffungsjahr komme aus zwei Gründen nicht infrage:

  1. Der Unternehmer hatte keine Übernahme des Leasingfahrzeugs vereinbart. Daher sei er nicht wirtschaftlicher Eigentümer des Wagens. Folglich handele es sich nicht um notwendiges Betriebsvermögen.
  2. Dennoch hätte der Unternehmer die Leasingsonderzahlung in voller Höhe ansetzen dürfen, wenn er den Wagen dauerhaft zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt und den Privatanteil nach der 1-Prozent-Methode versteuer hätte. Da die betriebliche Nutzung des Fahrzeugs nur rund 12 Prozent betrug, komme diese Regelung nicht infrage. (Urteil vom 12. März 2024, Az. VIII R 1/21)

Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater

Wer die Anschaffung eines Leasingfahrzeugs für seinen Betrieb plant, sollte vorher unbedingt mit seinem Steuerberater sprechen:

  • Wie hoch wird die voraussichtliche betriebliche Nutzung des Fahrzeugs über den gesamten Zeitraum sein?
  • Beträgt die betriebliche Nutzung mindestens 10 Prozent? Dann könnte eine vertragliche Vereinbarung zur Übernahme des Wagens nach dem Ende der Leasingdauer sinnvoll sein.
  • Liegt die betriebliche Nutzung voraussichtlich bei maximal 50 Prozent? Dann wäre ein Fahrtenbuch sinnvoll. Denn das Finanzamt würde nach dem BFH-Urteil die Anwendung der 1-Prozent-Regelung ablehnen und die Privatfahrten schätzen, wenn kein Fahrtenbuch vorliegt.
  • Ist die volle Absetzbarkeit einer Leasingsonderzahlung im Anschaffungsjahr unter diesen Umständen noch sinnvoll?

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