Stihl und Kärcher setzen auf ein gemeinsames Akkusystem für Profis. Für Anwender bedeutet das: kompatiblere und flexiblere Systeme. Diese Geräte lassen sich nutzen.
Motorsägen, Garten- und Forstgeräte von Stihl und Reinigungsgeräte von Kärcher für Profis sollen künftig mit dem gleichen Akku funktionieren. Die beiden schwäbischen Unternehmen gehen eine strategische Partnerschaft ein, wie die Vorstandschefs der Mittelständler in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) mitteilten. Kernstück der Allianz sei ein von Stihl neu entwickeltes Akkusystem, das künftig in den Profi-Geräten der beiden Familienunternehmen zum Einsatz kommt.
Professionelle Anwender benötigten Systeme, die viele Aufgaben abdeckten, Komplexität reduzierten und Investitionen langfristig nutzbar machten, sagte Stihl-Chef Michael Traub. Kärcher-Vorstandschef Hartmut Jenner betonte, die Zusammenarbeit sei weit mehr als nur eine technische Lösung. Man treibe die Elektrifizierung professioneller Anwendungen konsequent voran. Nach Angaben der beiden Mittelständler sollen künftig zahlreiche weitere Partner wie für Forstwinden, Geräteträger oder mobile Tankstellensysteme das neue System in ihren Geräten nutzen.

Profi-Anwendern bringt nach Angaben der Unternehmen die Allianz spürbare Vorteile: Sie profitieren von einem System, das maximale Leistung mit hoher Flexibilität verbindet. Stihl-Kunden können demnach auf die volle Kompatibilität mit dem bisherigen AP-System vertrauen. Besonders attraktiv: Vorhandene AP-Akkus lassen sich auch vollumfänglich mit den neuen Kärcher-Akkugeräten nutzen. Für Kärcher-Kunden ist ALLPRO eine gänzlich neue Plattform. Kärcher garantiere aber für bestehende Geräte aus dem bisherigen Batteriebestand weiterhin vollumfänglichen Service sowie Ersatzteil- und Akkuverfügbarkeit. Die neuen Akkus sind im Stihl-Fachhandel vom 1. August 2026 an erhältlich. Bei Kärcher erfolgt der Marktstart für die neuen Akkus und die neuen Geräte zum 1. Januar 2027.
Von den weltweit verkauften Geräten von Stihl sind aktuell 27 Prozent mit Akku betrieben, wie Traub mitteilte. In das neue System habe der Motorsägenhersteller in den vergangenen zwei bis drei Jahren einen "kleinen dreistelligen Millionen-Betrag" investiert. Nach Angaben von Jenner werden von Kärcher 40 Prozent der Geräte bereits mit Akku betrieben.
Seit 2018 gibt es schon die von Metabo ins Leben gerufene Akku-Allianz mit dem Namen CAS (Cordless Alliance System). Inzwischen vereint sie 50 mittelständische Hersteller von Elektrowerkzeugen für Profis. Mit einem Akku können somit 500 verschiedene Maschinen betrieben werden. Metabo hatte einst das eigene Akku-System für andere Hersteller geöffnet.
Gleichfalls ist Bosch Power Tools seit Jahren dabei, seine Akku-Aktivitäten mit anderen Partnern zu teilen. Aktuell gehörten bereits 34 Partner dieser AmpShare Akku-Allianz für Profianwender an - mit einer starken Tendenz zu deutlich über 40 Partnern in naher Zukunft. Die andere Kooperation für Heimanwender umfasst aktuell elf führende Marken, die das gemeinsame Akkusystem nutzen: Bosch (Home & Garden), Gardena, Husqvarna, BSH Hausgeräte, Flymo, Gloria, Wagner, Rapid, Steinel, Ledvance und HK Audio. (dpa/jte)

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