Peugeot, Citroën, Opel: Bei einigen Diesel-Pkw und -Nutzfahrzeugen aus dem Stellantis-Konzern kann die AdBlue-Versorgung ausfallen. Was Sie dazu wissen sollten.
Bei einigen Dieselfahrzeugen der Stellantis-Gruppe kann eine solche technische Problematik mit dem sogenannten Urea-Tank auftreten. Betroffen sind laut Stellantis potenziell Fahrzeuge mit Euro 6.1 und Euro 6.2 Dieselmotoren und SCR-Technologie, die zwischen Januar 2014 und August 2020 hergestellt wurden.
Betroffene Marken: Peugeot, Citroën, DS Automobiles und Opel/Vauxhall. Auch Diesel-Nutzfahrzeuge der Marken fallen darunter, wenn sie im genannten Zeitraum hergestellt wurden.
Unsere Kollegen von der AMZ schreiben dazu: „Bei Dieselfahrzeugen des Stellantis-Konzerns kam es durch Softwareprobleme zu vorzeitigen Ausfällen der AdBlue-Pumpen. Wäre dies nicht schon ärgerlich genug, so ist die Pumpe in den Tank integriert, ein separater Austausch seitens des Herstellers nicht vorgesehen. So muss im Falle eines Defektes der gesamte Harnstofftank ausgetauscht werden. Die Tanks kosten modellabhängig zwischen 700 und 1000 Euro (brutto).“
Woran erkennen Nutzer einen Defekt? Wenn das SCR-System nicht ordnungsgemäß funktioniert, erscheint eine Warnmeldung im Display, erklärt Stellantis. Dann müsse das Fahrzeug innerhalb der nächsten 1.100 Kilometer repariert werden. „Ansonsten lässt das System der entsprechenden europäischen Verordnung den Motor nicht mehr anspringen, bis das Problem dauerhaft behoben ist“, warnt Stellantis.
Wie lange dauert die Reparatur? Die genaue Dauer des Austausches in der Werkstatt hängt laut Stellantis vom jeweiligen Modell ab. In der Regel soll die Prozedur nicht länger als eine Stunde dauern.
Stellantis gewährt betroffenen Kunden eine Entschädigung, die über die Garantiebedingungen hinausgehen soll. Sie gilt, wenn deren Fahrzeuge im genannten Zeitraum gebaut wurden und maximal 210.000 Kilometer gefahren sind. Die Höhe der Entschädigung soll sich an Alter und Laufleistung orientieren.
Die Konditionen sollen bis August 2028 gelten.
Kunden, die ihre Fahrzeuge bereits ab 2021 bei einem autorisierten Service-Partner reparieren ließen, sollen Anspruch auf eine zusätzliche Entschädigung erhalten, um ebenfalls von der neuen Regelung entschädigt zu werden. Wer Anspruch auf die zusätzliche Entschädigung hat, soll sie über die Online-Entschädigungsplattform https://stellantis-support.com beantragen können. Unsere Redaktion konnte im Zeitraum vom 27. bis 29. Januar leider nur feststellen, dass sich die genannte Seite im Wartungsmodus befindet.
Zusätzlich nennt Stellantis folgende Telefonnummern für Kundenfragen:
Der Konzern betont, dass die Entschädigung ein freiwilliger Beitrag ist, der mit der Europäischen Union vereinbart wurde. Näher ins Detail geht die AMZ in ihrer Berichterstattung. Demnach hatte die Europäische Verbraucherorganisation (BEUC) im Juli 2023 nach Warnungen italienischer und spanischer Verbraucherverbände die Wettbewerbsbehörden aufgefordert, eine EU-weite Untersuchung einzuleiten. Im September 2023 habe die italienische Wettbewerbsbehörde (AGCM) von Stellantis eine Reihe von Entschädigungsmaßnahmen zugunsten der Verbraucher in Italien erwirkt. „Nach einem Dialog mit der Kommission und dem CPC-Netzwerk hat sich Stellantis nun dazu verpflichtet, diese Maßnahmen auf alle Mitgliedstaaten auszudehnen“, schreibt die AMZ.