Nachfolge, Technik, Teamgeist: Wie Metallbau Senge seine Marktposition stärkt und den Generationswechsel gestaltet.
Einige Betriebe setzen bewusst auf eine Nische oder spezialisieren sich. Metallbau Senge in Göttingen geht diesen Weg nicht – und stellt sich auch in der 4. Generation breit auf. „Von der Eigenanfertigung über die Wartung und Reparatur von Schließ- und Toranlagen wollen wir alles anbieten“, sagt Maximilian Senge (32), der den Familienbetrieb gemeinsam mit seinem Vater Roderich (59) führt. Die breite Produktpalette trage zur Kundenbindung bei und unterstreiche den Servicegedanken des Unternehmens.
Der Göttinger Betrieb mit 40 Mitarbeitenden bietet seinen Kunden individuell gefertigte Brandschutzfenster und -türen aus Aluminium an. Die Maßanfertigungen sind eine Spezialität von Metallbau Senge. Die nächste große Anschaffung wird eine 5-Achs-CNC-Maschine für die Fertigung sein – mit Kosten im sechsstelligen Bereich. „Wir haben eine gute Marktposition. Mit der Investition wollen wir mit der Zeit gehen und diese Position festigen“, sagt der Junior-Chef, der das Unternehmen in naher Zukunft alleine führen wird.
Nach seinem trialen Studium im Metallbau und des Handwerksmanagements arbeitete Senge als Bauleiter, bevor er 2022 mit in die Geschäftsführung des Familienbetriebs einstieg. Seitdem bereitete er Schritt für Schritt die Übernahme des Betriebs vor, besuchte mit seinem Vater Baustellen, lernte Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner kennen. Der Handwerksmeister befasste sich auch mit der Ausrichtung des Betriebs – beispielsweise mit der Analyse und Optimierung von Prozessen sowie der Investition in neue Technik.
Zudem brachte Maximilian Senge durch seine regionalen Netzwerke neue Kundenkreise mit. „Ich freue mich, die Zukunft des Betriebs mitzugestalten“, sagt er. Mit den steigenden Anforderungen des Marktes wachsen seiner Ansicht nach auch die Erwartungen der Kunden. Die Rahmenbedingungen inklusive individueller Lösungen, komplexer Projekte und einem erhöhtem Beratungsbedarf prägten heute den Arbeitsalltag. „Da wir uns kontinuierlich weiterentwickelt und mit den Anforderungen des Marktes gewachsen sind, können wir diesen Erwartungen standhalten“, sagt der junge Unternehmer.
“Wir tragen als Unternehmer nicht nur Verantwortung für unsere Dienstleistungen tragen, sondern auch für unsere Mitarbeitenden und deren Familien.”
Die Kunden des Metallbaubetriebs kommen hauptsächlich aus Göttingen und der Region. Diese Verbundenheit sei seit der Gründung stetig gewachsen. „Wir haben hier in der Stadt einen Namen“, betont Roderich Senge stolz. Diese Tradition möchte er weiterreichen, wenn er an seinen Sohn übergibt. Weitergeben werde er auch Wartungs- und Sanierungsarbeiten im Denkmalschutzbereich. So saniert der Metallbaubetrieb seit Jahrzehnten beispielsweise eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Göttingen, die Gänseliesel.
Genauso, wie sich die Aufträge verändern, wandelt sich auch das Berufsbild des Metallbauers – weg von Schmiedearbeiten hin zu modernster Technik. „Langweilig wird es in unserem Beruf nie“, betont Roderich Senge, der nach seiner Lehre damals in den elterlichen Betrieb eingestiegen ist. Jetzt, im Übergabeprozess, habe er gelernt, Dingen seinen Lauf zu lassen und sich bewusst aus Entscheidungen rauszuziehen. Was er seinem Sohn unbedingt weitergeben möchte? „Dass wir als Unternehmer nicht nur Verantwortung für unsere Dienstleistungen tragen, sondern auch für unsere Mitarbeitenden und deren Familien“, sagt er.
Das Team bei Veränderungen und Entscheidungen mitzunehmen, ist Maximilian Senge besonders wichtig. Im Digitalisierungsprozess hat er Tablets für den Kundendienst eingeführt und das Büro arbeitet papierlos „sofern es sinnvoll ist“. Auch von der Künstlichen Intelligenz lässt sich der Betrieb bei wiederkehrenden Prozessen unterstützen.
Damit Fachkräften und Azubis der Spaß an der Arbeit erhalten bleibt, haben die Senges in letzter Zeit auch in kleinere Dinge investiert, die den Arbeitsalltag erleichtern. Zum Beispiel in nackenfreundliche Schweißtische oder Fußmatten an den Arbeitsplätzen für einen komfortableren Stand. Und um ein ausgeglichenes Miteinander zu schaffen, plant der Betrieb regelmäßig Firmenausflüge und gemeinsame Aktivitäten. „Wichtig ist, dass wir einander zuhören und voneinander lernen“, betont Maximilian Senge.

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