Torsten Lühr hat sich mit Edelstahl Nord unter anderem auf Luftreinigung spezialisiert.
Foto: Martina Jahn

Strategie

Serie: Gut gemacht! Handwerker verraten ihre Erfolgsrezepte

Viele Wege führen zum Erfolg. Aber welche? In dieser Kurzinterview-Reihe berichten Selbstständige in 60 Sekunden, was ihren Betrieb wirklich ausmacht. Teil 5: Stahl ist ihre Spezialität.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • In der Interview-Serie "Gut gemacht!" berichten Handwerker, welche Entscheidungen sie zu erfolgreichen Unternehmern gemacht haben.
  • Die Serie setzt auf Kurz-Interviews mit maximal fünf Fragen. Jedes Interview hat eine Lesedauer von maximal 60 Sekunden.
  • Die Selbstständigen erzählen, welche Entscheidungen für sie spielentscheidend waren, worin sie ihre Alleinstellungsmerkmale sehen und was sie künftig noch erreichen wollen.

Teil 5: Edelstahl ist ihre Spezialität

Torsten Lühr leitet das Unternehmen Edelstahl Nord in Hildesheim. Mit der Luftreinigung hat sich das Unternehmen ein Standbein aufgebaut, das Mensch und Tier gut tut.

  • Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer? Die Konzentration auf den Werkstoff Edelstahl und die rein weiße Fertigung. Und: Die Werkzeugmaschinen der Firma Trumpf zu nutzen.
  • Was bieten Sie Kunden, das Mitbewerber nicht haben? Die rein weiße Fertigung. Und wir bieten Systemkomponenten an, beispielsweise Blech mit Stecker.
  • Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Eine generationsübergreifende Sicherung der Arbeitsplätze – und das nach Möglichkeit im Familienkreis. Außerdem ist die Plasma-Luftreinigung als Eigenprodukt ein Standbein, das wir vor allem im Bereich Tiermast weiter vorantreiben wollen. Unser Ziel: Keine Antibiotika mehr in der Tiermast und die deutliche Verbesserung des Tierwohls.
  • Was war Ihre härteste Bewährungsprobe? Von 2015 bis 2018 die Integration der Druckbehälterabteilung einer anderen Firma in unsere. Es folgte eine langwierige Standortsuche und auch die Finanzierung dieses Vorhabens war eine Herausforderung.
  • Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig? Wir bilden sehr viele junge Leute aus und versuchen, diese dann weiter an die Firma zu binden. Dem Nachwuchs muss man gut zuhören, dann bleibt man in Bewegung und am Puls der Zeit.

Teil 4: Wenn weniger mehr ist

Michael Haller führt eine Tischlerei mit sechs Mitarbeitern in Nienburg. Spezialität: Haller überzeugt seine Kunden mit aufwendigen 3D-Modellen seiner Möbelentwürfe.

  • Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer? Vor zwei Jahren hatte ich einen Meister mehr. Da habe ich gemerkt, dass das zu viel wird. Mit der Auftragsakquise kommt man allein nicht gegen sechs Leute in der Werkstatt an. Ich habe uns etwa verkleinert. Das war der richtige Weg für mich.
  • Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben? Ich entwickle Inneneinrichtungen individuell nach Kundenwunsch und erstelle fotorealistische Modelle der geplanten Objekte. Diese Leistung ist kostenlos.
  • Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Ich will weiter mit der Zeit gehen und das Unternehmen weiterentwickeln, dabei aber weder wachsen noch schrumpfen.
  • Was war Ihre härteste Bewährungsprobe? Als mir der Motor meiner CNC-Oberfräse kaputtgegangen ist, hatte ich einige schlaflose Nächte. Kosten 13.000 Euro, plus Zeitverlust. Der neue Motor musste aus Italien eingeflogen werden, gleichzeitig drängte ein Auftrag für den Großkunden, den man nicht verlieren will. Das hätte uns eine Delle in die Existenz hauen können.
  • Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig? Mit Spaß! Wir haben einen tollen Zusammenhalt im Team. Mittags werfen wir zusammen den Grill an und wir unterstützen uns in der Freizeit, bei Umzügen und anderen Dingen

Teil 3: Aus einem Konzern in den Familienbetrieb

Stefan Ellies ist Geschäftsführer der Wirksch-Ellies GmbH in Uslar-Schönhagen. Das 14-Mitarbeiter starke Unternehmen vereint die Gewerke Heizung, Sanitär und Elektro.

  • Herr Ellies, was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer? In den Familienbetrieb miteinzusteigen – das ist eine ganze besondere Herausforderung für mich. Vorher war ich in einem internationalen Konzern tätig.

  • Was bieten Sie Kunden das Ihre Mitbewerber nicht haben? Wir sind – mit mehreren Gewerken unter einem Dach – breit aufgestellt und haben ein umfangreiches Paket an Lösungen für die Kunden.

  • Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Die Transformation vom klassischen Handwerksbetrieb hin zum modernen Dienstleistungsunternehmen. Wir sind schon gut dabei, aber arbeiten noch dran.

  • Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig? Mit Weiterbildung sowie der Optimierung und Digitalisierung von Abläufen.

Teil 2: Mehr Emotion, bitte! "Wir rücken kein Produkt in den Vordergrund."

Folker Natelberg hat im SHK-Handwerker angefangen. Heute ist er mit Gebäudetechnik auf Wachstumskurs. 150 Mitarbeiter zählt sein Unternehmen in Rhauderfehn.

  • Herr Natelberg, was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer? Der Wandel vom SHK-Handwerk zur ganzheitlichen energetischen Gebäudetechnik. Wir decken die gesamte Gebäudetechnik ab, inklusive Design und Möbeln, Planung und Ausführung.
  • Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben? Zum Beispiel Probewohnen im Natelberg Smart Huus. Da können unsere Kunden den Komfort intelligenter Gebäudetechnik selbst erleben. Wir rücken kein einzelnes Produkt in den Vordergrund, sondern zeigen, wie es sich damit lebt.
  • Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Wir wollen unseren Standort vom Point of Sale – dem Ort wo verkauft wird – zum Point of Emotion wandeln. Das heißt Gebäudetechnik mit Düften, Farben und Wohnlandschaften vorstellen.
  • Was war Ihre härteste Bewährungsprobe? Industrie und Großhandel davon zu überzeugen, uns als Partner zu sehen. Viele Hersteller wollen selbst der Ansprechpartner für den Endkunden sein.
  • Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig? Ich habe den Mut gefunden, nicht jedem Auftrag selbst hinterherzugehen. Das schafft den nötigen Freiraum, seine Visionen zu verfolgen.

Teil 1: Service rauf, Verkauf runter: „Das war meine beste Entscheidung“

Lars Gauster ist Informationstechnikermeister. Er führt ein vier Mitarbeiter starkes Fachgeschäft mit Reparaturwerkstatt in Dannenberg.

  • Herr Gauster, was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer? Den Verkauf zu reduzieren und mich auf den Service zu konzentrieren. Das war die beste Entscheidung. Der Wettbewerb macht es anders herum.
  • Was bieten Sie Kunden, das Ihre Mitbewerber nicht haben? Ich habe einen eigenen Reparaturkanal auf Youtube und bin als Ansprechpartner über meine Facebook-Seite und Youtube erreichbar. Außerdem helfe ich Leuten bei ihren Reparaturen, unter anderem im Reparatur-Café.
  • Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen? Ich möchte ein Reparatur- und Servicezentrum gründen, wo Geräte repariert, Komponenten recycelt und ressourcenschonend gearbeitet wird. Personell ist das als eine Art freier Zusammenschluss von einigen Experten geplant.
  • Was war Ihre härteste Bewährungsprobe? Der Weg in die Selbstständigkeit: Ein Marktsegment suchen, dort Fuß fassen und Umsätze generieren. Mit Hilfe der multimedialen Kanäle ist das gut möglich. Gibt noch viele junge Unternehmer, die sich da nicht rantrauen.
  • Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig? Die Leidenschaft das zu tun, was ich will. Die haben bei uns alle Mitarbeiter.

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