Unternehmerin und Heldin im Handwerk 2026: Auf dem UFH-Bundeskongress wurden eine Meisterin und eine Gesellin geehrt. Wer die Frauen sind und was sie auszeichnet.
Standing Ovations am Abend der Preisverleihung auf dem Bundeskongress der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) vor mehr als 200 Unternehmerfrauen und Gästen: Zwei Frauen wurden für ihren außergewöhnlichen Einsatz im Handwerk als „Unternehmerin im Handwerk 2026“ und „Heldin im Handwerk 2026“ ausgezeichnet.

Jacqueline Ahlert ist Geschäftsführerin von Roland Würstchen in Tornesch und Fleischermeisterin. Sie hat den Familienbetrieb in Schleswig-Holstein nach ihrer Meisterprüfung übernommen. Eigentlich kommt die Handwerkerin gar nicht aus der Branche – denn sie ist gelernte Industriefachwirtin. Somit sei sie erst in das Thema Zahlen in dem Betrieb eingestiegen und später erst in die Verantwortung, berichtete die Laudatorin, die UFH-Bundesvorsitzende, Katja Lilu Melder.
Um auch fachlich in das Handwerk einzusteigen habe sich Ahlert entschieden, nach dem Quereinstieg zunächst die Ausbildung im Fleischerhandwerk zu machen. Einige Monate nach der Geburt ihres ersten Kindes legte sie die Prüfung als Jahrgangsbeste ab. Es folgte die Meisterschule, die sie 2018 mit dem Meistertitel abschloss.
Die Jury, die über die Auszeichnung „Unternehmerin im Handwerk 2026“ entscheidet, hat Ahlert auch mit ihrer Kreativität und Innovationskraft überzeugt. So ging die Meisterin mit ihren Würstchen eine Kooperation mit dem bekannten Auswanderer Konny Reimann ein. Zudem vertreibt sie Produkte über einen Teleshopping-Kanal und kocht dafür in der Vorführküche. Auch digitale Vertriebskanäle, wie die Website der Fleischerei, den Online-Shop und die Social-Media-Kanäle hat Ahlert neu aufgebaut und zukunftsfähig ausgerichtet.
Ihren Preis widmete die Handwerksunternehmerin in ihrer Dankesrede ihren Eltern, die den Betrieb gegründet und mit aufgebaut haben. Sie sei offen für Neues und freue sich auf den weiteren Weg, der vor ihr liegt und den sie noch gehen darf.

Als künftige Nachfolgerin bei der Rollladen Frey GmbH im baden-württembergischen Jettingen hat die 24-jährige Corinna Frey schon viel in Sachen Digitalisierung angeschoben: So sei sie ins digitale Projektmanagement und die Kundenbetreuung des Familienbetriebs mit eingestiegen und habe bei der Erstellung der modernen Website sowie der Social-Media-Auftritte des Betriebs mitgewirkt.
In einer Arbeitswoche ist sie mehrere Tage mit ihrem Vater und Bruder auf Baustellen unterwegs, an den anderen Tagen erledigt sie mit ihrer Mutter Aufgaben im Büro. Derzeit absolviert Frey berufsbegleitend die Meisterschule. Sie und ihr Bruder stehen damit die als nächste Generation für die Nachfolge des Familienbetriebs in den Startlöchern, der aktuell acht Mitarbeitende hat.
Die Laudatio für die junge Handwerkerin hielt Alexander Holzmann, Verleger von Holzmann Medien. Er betonte, dass die Jury Corinna Frey vor allem für ihren unternehmerischen Mut, ihren Antrieb als moderne Unternehmerin und die Verbindung von Tradition und Moderne auszeichnet. Mit ihr als künftige Nachfolgerin sei der Betrieb bestens für die Zukunft aufgestellt.
Frey betonte an dem Abend: Als Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin liege ihr besonders viel an der Vielfältigkeit und Vielseitigkeit ihres Handwerks. Mit ihrem „Meisterbrief ist in Sichtweite“ freue sie sich auf alles, was sie in dem Familienbetrieb noch erreichen kann

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